Der Tag ist angekommen

IMG_8066Das Briefpapier wurde schon lange im Schreibtisch gehortet wie ein Schatz. Der alte Mont Blanc-Füller meines Großvaters ist in den letzten Jahren eingetrocknet. Letzte Woche kam ein Brief an. Ein Brief, wie Briefe sein müssen. Er hatte eine Anrede, einen Schluss und dazwischen schwangen tiefe kluge Gedanken, die ihre Botschaft in Worten transportierten. Doch nicht nur das, denn ein solcher Brief ist weit mehr als nur Worte. Die Berge lagen heute Morgen unter den Nebelschleiern verborgen. Genauso war der tiefere Sinn dieses Briefes zwischenzeilig fühlbar wie eine Art  Wohlwollen ohne direkten wörtlichen Ausdruck. Die Heckenbraunelle vorm Fenster sang wieder in der Nacht und nun singt sie schon wieder, dort im Ahorn mit dem allerhellsten Grün, das es nur jetzt, in dieser Zeit Ende April, so geben kann. Ihre Vogelsprache mag für Menschen unverständlich sein und doch ist der Gesang Verbundenheit, seltsam und vertraut, als gäbe es eine Sprache zwischen andersartigen Wesen, die das Herz spricht, die kein weiteres Verständnis benötigt.

Der alte Mont Blanc-Füller wurde mittlerweile mit viel Wasser und Gespritze ausgewaschen. Leicht und dunkelrot liegt er unvertraut in der linken Hand. Das Briefpapier wurde als tadellos und vertraut befunden. Im Internet fanden sich Schreibhaltungen für Linkshänder, denn zu schreiben mit einem Füller in der linken Hand statt der rechten, ist eine Herausforderung für jemanden, der erst seit einem Jahr mit der linken Hand zu schreiben gelernt hat. Es ist ein junges angestrengtes und eifriges Schülergefühl, sich Videos von Kindern anzuschauen und sich vorführen zu lassen, wie das Schreiben mit einem Füller in der linken Hand von statten geht, ohne die Tinte beim Führen der Hand von links nach rechts über das Papier,  zu verwischen. Gotteslästerliches Gefluche begleitet die Ermahnungen gerade zu sitzen, die Hand richtig zu halten, die Schultermuskulatur nicht zu verkrampfen und bloß nicht aufzugeben, wenn es wieder einmal nicht funktioniert hat und im letzten Absatz doch wieder etwas verwischte. Sei es drum, es hilft nichts, der Anspruch ist hoch und es soll schließlich ein Brief werden, ein echter von Hand geschriebener Brief, mit Füller. Auf schönem Briefpapier. Mit einer Schrift, die noch nicht ganz sicher ist, doch sich im letzten Jahr mehr und mehr von einer runden Schülerschrift langsam und beständig hin zu einer Erwachsenenschrift entwickelte. Rechts wird nur noch geschrieben, wenn es schnell gehen muss, weil die Linke noch nicht nachkommt in der Geschwindigkeit, die sich die rechte Hand über viele Jahre Schreibsport antrainierte. Die Qualität eines Briefes bedingt sich nicht in der Geschwindigkeit in der er geschrieben wird, sondern durch das Zeitgeschenk, dem Ausdruck, Form und Inhalt gewidmet sind. Der eilige Gedankenfluss entschleunigt sich und gleicht einem ruhigen Wörterstrom, der bedächtig und ohne Hast auf das Papier fließt.

Draußen beginnt der Tag langsam zu leuchten. Hier liegt der kleine Stoß Papier mit den Schreibübungen der letzten Woche. Die Ungeduld, dass es immer noch nicht perfekt mit dem Füller in der linken Hand gelingen will ein sauberes Schriftbild zu produzieren, zeigt sich in den verwischten Initialen schwungvoller Anfangsbuchstaben, die sich in weiteren Bögen  und Zacken im Irgendwo des leicht gelblichen Papiers verlieren. Es sind vor ihrer Zeit verendete Worte und manchmal fährt ein Zacken schrägsteil nach oben wie ein Pfeil, wutgeführt, wenn die Tinte beim Bauch eines Buchstaben herumschmierte, weil sich das Handgelenk wieder nicht artig vor der Brust befand, sondern heimlich über die geschriebene Zeile schleifte. Jeder Tag der vergangenen Woche brauchte seine halbe Stunde Zeit, die den Schreibübungen diente. Es drängten sich Gedanken heran, den Brief mit rechts vorzuschreiben. Doch das wäre nicht in Ordnung gewesen. Sobald die Schrift fließt, kommt der Rest von selbst. Jedes Ding will seine Weile haben um gelingen zu können. Manches geht schneller, anderes fragt nach mehr Zeit und einem langsameren Tempo. Jeden Tag sind kleine Fortschritte bemerkbar und die Freude, die Tinte aus dem alten Füller fließen zu sehen, ist noch größer als erwartet. Der Großvater sagte einmal, dass es wichtig sei, seine richtige Seite zu kennen. Er hat im zweiten Weltkrieg für seine Seite eingestanden und das Beste daraus gemacht. Die damaligen Generationen waren der Linkshändigkeit noch gram, sie wurde schamhaft versteckt. Doch dennoch ist der Glaube da, dass er es verstehen könnte, wenn seine Enkelin nach vielen Jahren Gefühls der Falschseitigkeit heute versucht, ihre richtige Seite zu leben, in Ausdruck, Form, Schrift und Geduld. Es ist bequem, das Gewohnte zu tun und ziselierte kunstvolle Buchstaben zu schreiben. Doch am Ende der Briefe früherer Jahre war der Rücken verkrampft, die Hand schmerzte und die Gedanken flossen schneller als es gut war. Es blieb noch ein jedes Mal das Gefühl einer tiefen Unzufriedenheit zurück. Es war nie perfekt und so, wie es das Herz vorgab.

Darum ist es wichtig, in diesem Fall ein Arrangement zuzulassen. Die verschmierten Absätze der Briefanfänge genauso zu bemerken wie die ersten längeren Absätze, die sauber geschrieben werden konnten.

Das Kind im Video ist der Lehrer. Besser könnte es gar nicht sein als von einem Kind etwas lernen zu dürfen. Es ist nicht verfärbt von Ansprüchen oder Erwartungen. Es mahnt so wenig wie es lobt. Es zeigt einfach nur, wie es funktioniert, als wolle es sagen: Schau mal, es ist ganz einfach. Setz dich so hin wie ich und mache es genauso wie ich. Ich kann es schon. So geht das und nicht anders. Keine Ermutigungen und auch kein Tadel sind notwendig um etwas zu lernen. Die Nachahmung reicht völlig aus. Das Video ist abgespeichert in einer Playlist. In den Arbeitspausen gibt es zurzeit zur Musik und zur zeitgestohlenen Lektüre des Winterjournals von Paul Auster dieses Linkshänder-Schüler-Schreibvideo. Es verursacht ein herrlich junges Gefühl im Bauch. Es ist eine lachende Erinnerung an Hausaufgaben im blühenden Tal auf Parkbänken.

Der Füller ist frisch mit Tinte befüllt und steckt im Mäppchen, ein paar Blätter Papier liegen bei. Das Schreibwerkzeug sagt: Benutz mich wie damals, als du selbst noch ein Kind warst und erinnere dich daran, wie du geflucht hast, weil du ständig Schmerzen hattest, wenn du geschrieben hast. Seitenweise Aufsätze, in zwei Stunden manchmal zehn Seiten DIN A4, Schriftbild ungenügend, denk an deine wütenden und genervten Lehrer. Schreiben war eine rechte Angelegenheit und doch wurde nichts Rechtes daraus. Das konnte es nicht, weil es auf die falsche Seite umgezwungen wurde. Alles, was von anderen erzwungen wird, wird nichts Rechtes. Es dient. Doch nicht dem eigenen Wunsch, sondern dem der anderen. Das ist schädlich und ungesund, wenn auch nicht immer im Leben vermeidbar. Darum ist es wunderbar, sich die Freiheit etwas zu tun nehmen zu dürfen und sich den Raum zu geben es das Beste werden zu lassen, was gegeben werden kann. Dann kann selbst eine linke Sache etwas Rechtes werden. Dann kann am Ende eines handgeschriebenen Briefes für die besondere Person die ihn empfangen wird, Zufriedenheit und Freude stehen.

Der Morgen ist noch jung und unbefangen. Wie das Kind in dem Video, das vorführt, wie mit links, mit einem Füller so geschrieben werden kann, dass keine Buchstaben verschmieren. Die Heckenbraunelle im aquarellenen Hellgrün des Ahorns verstummte inzwischen. Das Morgen ruft Schreiber und Vogel zur Futter organisierenden Tagesordnung. Immer zwischendurch wird ein kleines Zeitfenster in den Frühling geöffnet werden, um etwas zu frönen, das dem schönen Herzen gefällt. Das erhält die Kraft und die Ausdauer auch jenes andere zu tun, das nicht sich selbst, sondern anderen dienen will. Der Brief wird fertig gestellt werden zu seiner Zeit. Vielleicht braucht es noch ein Weilchen der Übung. Vielleicht eine Woche oder zwei Tage, das ist schlecht abzuschätzen. Das Kind im Schreiblernvideo kann es auch nicht sagen. Es ist ein Kind, es hat die Zeit, viel in der Schule zu üben. Also gilt es, Vertrauen in die eigene Fähigkeit und die Auffassungsgabe zu investieren. Es wird gut werden, mehr als gut. Die Heckenbraunelle im Baum weiß das. Ihr kunstvoller Gesang braucht ebenfalls Zeit und Übung um das werden zu können, was er heute ist. Der Nebel in den Bergen hat sich verflüchtigt, nun sind die Konturen wieder scharf und klar umrissen. Der Tag ist angekommen.

Flötenpiepen

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Da sitzt du wieder, du verrücktes Ding. Im Morgengrauen in diesem einsamen Nachtvogelgesang. Der Sturm in der Nacht rappelte am Fenster und an der Türklinke. Die Nachbarn redeten bis tief in die Nacht, ihre Stimmen summten dir ein fremdsprachig gedämpftes Ständchen zum Einschlafen. Du träumst von einem unbekannten Ort irgendwo am Meer. Es riecht in diesem Traum jedenfalls nach dem Meer. Salzig, unbestimmt und irgendwie fern. Vor dir her rennt ein Typ mit flatterndem Sakko. Er hat es ungeheuer eilig. Du rennst ihm hinterher, den Notizblock und den Stift in irgendeiner dieser komischen Stofftaschen, die an deinem Arm schlackert. Du schreist gegen den tobenden Windwiderstand und die grauen tiefhängenden Wolkensäcke über deinem Kopf an. Unaufhörlich drischt dir der eiskalte Regen ins Gesicht und mit den hohen Absätzen kommst du kaum auf dem matschigen Lehmweg voran, bleibst ständig in Grasbüscheln hängen oder steckst fest in dem zähen Ackerdreck. Auch du hast es ungeheuer eilig. Wahrscheinlich drängelt schon wieder irgendein Termin oder etwas anderes veranlasst dich, wie eine Wahnsinnige hinter diesem gehetzten Typ herzurennen. Deine Beine frieren. Du trägst nur eine dünne Strumpfhose und darüber einen kurzen engen Rock. Doch die Temperatur fühlt sich nach Winter an, tiefstem Winter. Es können unmöglich mehr als zehn Grad Celcius in diesem Traum sein und der Wind kommt in schweren Böen von vorn. Der Regen steht beinahe waagerecht. Warte doch! Schreist du immer wieder in dem Traum diesem Traumtypen mit den flatternden Sakkoschößen hinterher. So warte doch! Ich komme nicht schnell genug hinterher! Doch der Typ dreht sich nicht einmal zu dir um und rennt einfach immer weiter den schmalen Feldweg entlang, seine Silhouette wird immer kleiner. Verzweiflung macht sich in dir breit. Endlich gibst du auf. Der Typ ist längst verschwunden und du bestehst nur noch aus schlotternden Knochen und Gänsehaut an den unmöglichsten Stellen. Das ist das letzte Bild dieser Traumsequenz, die du siehst: Der einsame Feldweg, der in irgendein graues schlammiges unsäglich langweiliges Nirgendwo führt, wie es sie nur auf dem allerplattesten Lande gibt, sich weiter hinten in den grauen Wolken und dem Regen einfach verliert. Dich, wie du mit klatschnassen Klamotten und durchweichtem Notizblock allein zurückbleibst. Dann wachst du auf. Angst und tiefe Traurigkeit haben dich mit einem Klammerbeutel gepudert, so dass dich überall die Haut zwickt. Das Bett wird unbequem, du stehst auf. Dann sitzt du wieder auf dem Balkon. Um 4.00 Uhr morgens. Hundemüde, aufgedreht wie nur sonstwas und ohne den Schimmer einer Ahnung, wie du wieder einschlafen sollst mit diesem Gefühl in dir drin, dass alles am Ende völlig umsonst war. Der Himmel ist so fahlgrau wie dein Traumhimmel und ein Vogel singt. Die letzten Nächte sang er jedes Mal. Mit deiner Vogelbestimmungs-App versuchst du herauszufinden, was es für ein Vogel sein könnte. Amsel, Drossel, Fink und Star scheiden schonmal aus. Bleiben Gartenrotschwanz und Heckenbraunelle. Die Erinnerungen an den Gesang dieses Vogels in blühenden Hecken im Tageslicht. Er ist genauso ein Insomnabuler wie du. Eine schlaflose Kreatur. Er ruft auch nach wem. Oder grenzt sein Revier ab, das weißt du nicht so genau. Dein rastloser Verstand beschließt sich Gedanken darum zu machen, während ein Hintergrundprogramm in deinem Kopf versucht, den Traum zu analysieren. Verlust! Schreit die Ratio lauthals. Angst vor Verlust! Das Herz hopst wie üblich selbstmitleidig dagegen an: Was ich schon verloren habe, kann ich nicht mehr verlieren, kapier das endlich, du Scheiß-Verstand! Du denkst: Seid doch mal leise, ihr Beiden! Ich versuche hier, einen Vogel zu bestimmen. Dieser hört gerade eben schlagartig auf zu singen.

Mittlerweile ist es fünf Uhr morgens und du hast, statt in deinem Bett zu liegen und zu schlafen wie jeder andere Normalsterbliche um diese Uhrzeit, eine Grundsatzdiskussion über Verlustängste in deinem Kopf laufen, die, wenn du es nicht zuwege bringst, ihr Einhalt zu gebieten, sich auf diese Weise noch Stunden hinziehen kann.

Also schreist du: Ruhe! In deinen Kopf, in dein Herz. Du sagst: Ich hol gleich Pessoa und lese euch aus dem Buch der Unruhe vor,  dann ist endlich mal  Feierabend mit dem Geschnattere hier! Also seid gefälligst leise! Herz und Verstand merken auf und halten ausnahmsweise tatsächlich die Klappe. Da! Nun singt er wieder. Einfach wunderschön, wie sich in den Gesang der Heckenbraunelle oder des Gartenrotschwanzes ein fahler Streifen Morgenlicht stiehlt. Eine Amsel setzt ein. Leise noch und verhalten strömt ihr Gesang über die schlafenden Dächer. Du wirst neidisch auf die Menschen in ihren Betten. Es ist doch bloß Angst, sagst du zu Herz und Verstand. Weiter nichts. Ein genetisches Überlebensprogramm, das überdies in diesem kausalen Zusammenhang völlig unangebracht ist. Also, was wollt ihr? Sie schweigen. Alle beide. Herz und Verstand. Die beiden frühen Vögel hingegen singen lieber aus Leibeskräften, statt eifrig Würmer zu jagen. Es wird langsam heller da draußen. Die Lider sind schwer, der Tag war lang und voll mit Arbeit. Es ist definitiv die falsche Tageszeit, um draußen, in die schwere schottische Wolldecke gewickelt, im Schaukelstuhl auf einem Balkon abzuhängen und dem Frühemorgenvogelgesang zu lauschen. Denn der morgige Tag wird um sieben Uhr beginnen und wartet mit einem Arbeitsprogramm auf, das sich sehen lassen kann. Vollgepackt mit Terminen, Hetze, Eiligkeit und all diesen unerquicklichen Dingen, für die man jede Menge Power braucht, die normalerweise im Schlaf gewonnen wird. Du schnauzt also das Herz-Verstand-Gespann in dir drin an wie unartige Kinder und regst dich leider ein wenig dabei auf. Das ist das Temperament. Nichts zu machen. Wut will raus und Sport um diese Zeit ist nun gar keine Alternative. Was wäre, brüllst du ohne Ton wie ein stummer grimmiger Löwe, was wäre, wenn der Traum weitergegangen wäre? Wäre die Frau auf dem Weg allein weitergegangen oder hätte sie sich von ein bisschen schlechtem Wetter die Stimmung vermiesen lassen? Der Verstand sagt: Sie hätte nachgedacht. Das Herz sagt: Sie hätte geheult. Na, prima, sagst du, da seid ihr euch ja wieder mal herrlich einig, nicht wahr? Heulend nachdenken funktioniert nicht gut, außerdem war es in diesem Traum arschkalt. Ich sage euch beiden: Sie hätte einfach weiterlaufen sollen. Auch wenn der Typ längst gottweißwo gewesen wäre mitsamt seinen flatternden Sakkoschößen! Soll er doch! Du regst dich noch etwas mehr auf, als gut für dich ist um diese frühmorgendliche Stunde: Laufen hält warm, das weiß jedes Kind! Angst lähmt und macht frostfrorn, das weiß nicht jedes Kind, doch das lernt jedes Kind spätestens dann, wenn es sich das erste Mal in seinem Leben so richtig blöde verlaufen hat und die Dämmerung kommt, es nach Hause zu Mama will und nicht weiß, welche Richtung es einschlagen soll. Was macht das kluge Kind also? Du redest mit deinen Gehirnprogrammen wie ein Oberschullehrer und fühlst dich auch so. Die Heckenbraunelle oder der Gartenrotschwanz und die Amsel untermalen deine frühmorgendliche Selbst-Ansprache mit den allerschönsten Flöten- und Pfeiftönen in der hochromantischen frühumnebelten Morgendämmerung. Der Verstand sagt: Das verirrte Kind fragt jemanden. Du schnauzt: Da ist aber niemand zum Fragen! Also? Das Herz sagt: Es folgt seinem Bauchgefühl und schlägt irgendeine Richtung ein, damit es jemanden findet, den es fragen kann oder einen Wegweiser nach Hause findet. Endlich kehrt im Oberstübchen etwas Ähnliches wie Ruhe ein. Der Vogelgesang wird lauter, nun gesellen sich weitere Amseln zu den beiden Nachtsängern dazu. Das Licht wird heller und du hast nicht einmal mehr eine Stunde Zeit, um ins Bett zurückzukriechen und wenigstens etwas Ähnliches wie Entspannung zu finden. Doch dieser Traum, der ein Gefühl in dir hinterlassen hat wie ein Gefühl, mit dem Klammerbeutel gepudert worden zu sein und überdies noch gealpdrückt bis zum vorletzten Japser hat dich jetzt doch endlich losgelassen. Er wird dir nicht wie sonst den ganzen Tag hinterherwetzen und dabei versuchen, sich selbst zu analysieren. Er wird dir keine Übelkeit mehr verursachen und er wird dir vor allem keine Angst mehr machen können. Weil du weißt, dass du nichts zu verlieren hast, was nicht vorher schon verloren gewesen wäre. Weil du weißt, dass alles einholbar ist. Es wird ein müder und ein stressiger Tag werden. Doch sie haben Sonnenschein prognostiziert und du hast wunderbare Anti-Müdigkeits-Gesichtsmasken, damit niemand erschrickt, wenn er dich heute ansehen muss. Die bügeln die dicken Augen etwas glatter und nehmen den schlaflosen Ringen darunter ein wenig die Nachtschwärze. Irgendwann schleppst du dich wieder ins Bett und rollst dich auf die Seite. Ziehst die Beine an und die Decke über den Kopf, damit es endlich mal dunkel wird. Auch in dir. Denn deine Nacht war ein Tag und der Tag wird eine Nacht im Sonnenlicht. Doch da musst du durch. Das schaffst du schon. Wenigstens bist du den verdammten Traum losgeworden und deine diskussionsfreudigen Gehirnprotagonisten halten endlich ihre Klappe. Schreib das auf, gähnt noch das Herz. Doch das hörst du schon nicht mehr. Genau eine Stunde lang. Der Wecker schrillt. Liegenbleiben? Flötenpiepen.

Fight Night

IMG_0825Der Club war exklusiv und die Luft roch nach Adrenalin. Auf dem Parkett konnte sie gut laufen mit den hohen stolzen Schuhen, noch besser allerdings konnte sie darauf tanzen. Das war schon immer so: Sie konnte auf den hohen roten Schuhen besser tanzen als laufen. Vielleicht, weil sie als kleines Mädchen auf Stelzen lief, um größer zu wirken als sie in Wirklichkeit war. An der Stange auf einem kleinen Podest wand sich anmutig die Königin der Nacht. Sie hatte einen dunklen perfekten Körper. Er steckte in einem hautengen glänzenden weißen Kleid, in dem ein Schlitz die langen Beine freilegte. Ihre Haare waren blauschwarz wie die Nacht und natürlich gelockt, bis zum Arsch herunter. Sie war eine Schönheit mit perlweißen Zähnen und schwarz polierten Augensternen. Das Lächeln, das sie zwischen die umherstehenden Männer warf zeigte sämtliche Zähne, die sie hatte. Es starrte vor Waffen, so persönlich wie ein Kuss und so unbeteiligt wie die Lust, die sie verkörperte in ihren eleganten aufreizenden Bewegungen.

Sie hatten einen Ring aufgebaut. Neben ihr zu stehen, ihren Duft zu atmen war genauso animalisch und wild wie die Kämpferinnen, die den Ring betraten. Der Club war gerammelt voll. Andere Schönheiten tummelten sich in voller Kriegsbemalung um sie herum. Sie fühlte sich ein wenig unsicher neben der Königin der Nacht, die sich eng neben ihr positioniert hatte. Doch diese legte freizügig eine Hand um ihre Hüften und sagte: „Ma belle de nuit “ zu ihr. Wollte wissen, ob sie hier auch arbeitete. Auf die verneinende Antwort hin perlte sie ein Lachen. Solltest du aber, sagte sie. Du siehst gut aus. Das lieben die Kerle. Leben ist Ficken, sagte sie. Ficken, bis der Arzt kommt. Doch nie das Ziel aus den Augen verlieren. Dabei tätschelte sie einem fetten Typen mit Goldkettchen um den feisten Hals den Hosenstall. Nicht wahr, mein Süßer? Sagte sie und lächelte ihn an. Doch seine Augen waren auf die Kämpferinnen gerichtet, die nun Position bezogen. Sie verbeugten sich korrekt  voreinander, wie es sich gehört im Kickboxen. Die Luft heizte sich weiter auf. Die Boxerin im Ring, mit den blauen glänzenden Satinshorts und dem knappen weißen Bustier, strotzte vor Muskeln. Lässig ließ sie vor ihrer rotgekleideten Widersacherin spielen. Diese war eher knochig, mager, dürre wie ein Straßenköter mit sehnigen Armen und Beinen, langen gestreckten Muskeln. Ihr Gesicht hart wie das eines Kerls mit tiefen Falten, die sich rechts und links neben ihrer Nase eingegraben hatten. Ausgemergelt, abgezehrt. Ein Sportlergesicht, das zu viele freie Radikale abbekommen hatte, vorzeitig gealtert. Sie schätzte sie, ihrem Körper nach auf ungefähr fünfundzwanzig Jahre. Die Blaue mit den dunkelblonden Haaren hatte weichere, feinere Gesichtszüge, vielleicht war sie auch noch jünger und hatte sich ihr Mädchenhaftes noch nicht wegtrainiert. Beide Boxerinnen hatten sich ihre Haare eingeflochten in endlos viele Zöpfchen, im Nacken zusammengeknotet. Die Zopfreihen liefen parallel zueinander  ihre Schädel entlang. Die Frisuren muteten auf seltsame Weise mädchenhaft an.

Let’s go, panem et circenses, dachte sie, als die Königin der Nacht ihre Hand nahm und aufgeregt flüsterte, dass es nun losginge. Die Kämpferinnen stürzten ineinander, gingen direkt in den Clinch. Beine flogen durch die Luft, Arme krallten sich ineinander. Ihre Aggression aufeinander war wie ein Aufputschmittel. Manche Typen leckten sich die Lippen und warteten, dass endlich Blut fließt.

Die reißen sich echt den Arsch auf, sagte die Königin der Nacht und schüttelte ihr langes Haar. Pass auf, sagte sie, gleich fetzen sie sich die Haut von den Knochen. Sie konnte den Schweiß riechen. Die rote Amazone verpasste der blauen Gladiatorin einen High Kick unters Kinn. Ihr gestrecktes Bein traf präzise die Stelle. Ihre Gegnerin ging, überrascht glotzend, zu Boden. Blut tropfte auf den Boden. Benommenheit machte sich breit. Atemloser Beifall von den Kerlen, die um den Ring standen. Der Ringrichter zählte an.

Die Königin der Nacht sagte ihr, dass sie Betriebswirtschaft studiere. Das hier mache sie, um das Studium zu finanzieren. Geiler Job, sagte sie. Brauchst nicht viel zu tun. Nur ein bisschen ficken.

Im Ring berappelte sich die Blaue und kam langsam wieder hoch. Der blanke Hass tropfte aus der Platzwunde an ihrem Kinn. In der blauen Ecke wurde sie behandelt mit einem Spray. Ihr Trainer flüsterte ihr Mantras ins Ohr und schüttete ihr einen Eimer Wasser ins Gesicht. Sie schaukelte mit dem Oberkörper vor und wieder zurück wie ein traumatisierter Zirkuselefant.  Meine Beine, sagte die Königin der Nacht, sind mein schönstes Kapital. Einhundertundsechs Zentimeter auf jeder Seite, das ist doch einfach nur geil oder? Hintereinandergelegt sind meine Beine Zweihundertzwölf Zentimeter lang. Ihre dunkle Haut schimmerte leicht golden im hellen Scheinwerferspot, der den Ring ausleuchtete. Sie perlte wieder ihr Lachen mit zweihundertzwölf knochenweißen perfekten Zähnen. Pass auf, sagte sie, die Dürre wird gewinnen. Sie ist ein zähes Luder. Das wollte sie gern glauben.

Die Rote saß in ihrer roten Ecke, fuhr sich mit den Händen durch das eingeflochtene Haar und setzte sich dann den Mundschutz wieder ein. Ich finde die Blaue sexy, sagte die Königin der Nacht. Doch wenn die Rote mit ihr fertig sein wird, kann sie ihren hübschen Körper erst einmal vergessen. Ich würde niemals boxen. Das macht die Schönheit kaputt. Mit sowas mein Geld verdienen? Neverever, sagte die Königin der Nacht und zog eine Schnute. Draußen steht mein kleiner Cabrio. Ich koste zweihundert Ocken die Nacht. Das leppert sich so bei zehn Freiern pro Nacht. Doch ist natürlich auch Glück. Nicht jeder hat die Knete so locker sitzen. Ihre Augen strahlten wie das schwarze Ding im Weltall. Schwarze Kuben, wie dieser aus der Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick. Fremdartige Intelligenz. Bist schon so eine Bombe, du Königin der Nacht, sagte sie. Hey, sagte die Königin der Nacht, ich bin bi, wusstest du das? Ein bisschen bi schadet nie. Für dich glatt umsonst, mein Herzchen. Sie griff mit ihren dunklen Fingern zärtlich in ihr langes gewelltes Kastanienhaar. Du hast ja Wasseraugen, bist eine total Blasse, da stehe ich drauf.

Die Kämpferinnen hatten wieder Position bezogen. Wie die Königin der Nacht prophezeit hatte, hatte die Blaue gegen die rote Dürre keinerlei Chance. Sie war zu präzise, zu angriffslustig. Die Blaue war viel zu weich. Gleich heult die noch, lachte die Königin der Nacht, pass auf! Die heult gleich. Nee, sagte sie, die ist gleich platt und steht nicht mehr auf. Weicheier haben im Ring nichts verloren. So eine Lusche. Sie hingegen bemitleidete die Blaue. Ihr Kinn war geschwollen und rot. Die hässliche Wunde verunstaltete das ansonsten hübsche junge Gesicht. Die strahlenden Spotlights zeigten erbarmungslos, wo die Füße der anderen sie bereits getroffen hatten. Der ganze Rücken war bereits übersät mit roten Flecken von den Tritten der roten Kämpferin. Doch auch die Rote musste jetzt einstecken. Die Blaue nahm sie in den Clinch und drückte zu bis die rote Amazone nach Luft japste. Dann ließ sie sie los, nahm noch einmal Anlauf und trat sie in die Seile. Sie flog in ihre Richtung und für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke. Die Rote ächzte und schnaufte, ihr verzerrtes Gesicht zeigte erste Anzeichen der Ermüdung.

Du könntest dich auch irren, sagte sie zur Königin der Nacht. Nein, erwiderte diese, ich irre mich nie musst du wissen. Das ist nicht meine erste Fight Night. Ich habe jede Nacht Fight Night. Ich fick sie alle. Bis sie vor Wonne grinsen und ihr Portemonnaie zücken. Das gefällt mir am besten daran. Sie sollen bezahlen für mich, gibt nix umsonst im Leben. Das ganze Leben ist ein endlos langer Fick. Manchmal ist einer dabei, für den mache ich es umsonst. Letztens hatte ich einen Typen, der mir nur zusehen wollte, wie ich mir mein Haar bürste. Das war ein leichter Job. Völlig verklemmt, wenn du mich fragst. Das sind die Besten. Gibt auch welche, die nur quatschen wollen. Von ihrer kaputten Beziehung und dem Frust in ihren Leben. Die Ehefrauen von denen tun mir nicht leid. Sollten sich mal nicht wundern, wenn ihre Typen fremdgehen und sowas wie mich bevorzugen. Wenn man sich gehen lässt als Frau, fett wird und desinteressiert, gelangweilt, passiert sowas. Dann wandern die Kerle ab, sind doch bloß Männer. Die müssen ficken, sonst platzen sie irgendwann vom ganzen Zeug, das sie in sich drin haben. Die meisten Frauen wissen gar nichts und verachten solche wie mich. Doch damit komm ich klar. Dafür bin ich schön und werde reich, während sie bestenfalls gesichert sind in ihren abgewichsten Ehen.

Die Kämpferinnen gingen erneut aufeinander los. Die Rote hatte sich wieder gefangen und nun war die pure Mordlust in ihren Augen erkennbar. Ihre roten Satin-Boxershorts glänzten im Lichtkegel. Die Männer soffen und grölten, feuerten die rote Kämpferin an. Feuerten die blaue Kämpferin an und schlossen Wetten ab, wer von den Beiden gewinnen würde. Sie sah, wie Scheine die Besitzer wechselten. Die Blaue grinste siegessicher und stürzte sich wieder auf die Rote. Diese gab nicht auf, ließ sich gekonnt fallen und platzierte, noch am Boden liegend, den vernichtenden Kick an die Schläfe der Blauen, deren Kopf zur Seite geworfen wurde. Dann ging sie beinahe elegant zu Boden und rührte sich nicht mehr. Vierte Runde. Der Ringrichter zählte die Blaue an, doch es kam keine Reaktion. Sie war wohl bewusstlos. Ihre geflochtenen blonden Zöpfe lagen wie schlaffe Würmer um sie herum. Die Rote stand da und lächelte nicht. Verbissen betrachtete sie ihre am Boden liegende Widersacherin.

Der Ringrichter nahm ihren Arm und hielt ihn hoch. Sieg nach K.O. Der Trainer kümmerte sich um die Blaue. Weiterhin keinerlei Reaktion. Sie brachten eine Trage und schleppten sie aus dem Ring. Die ist fertig, lachte die Königin der Nacht. Kann froh sein, dass der rote Haudegen sie nicht in die ewigen Jagdgründe beförderte. Warum steigt sowas in den Ring? Ich sehe das immer wieder. Hinterher heulen sie und bemitleiden sich, weil sie verloren haben. Sie heulen ihre Trainer voll und sagen, sie hätten die falsche Farbe getragen. So ein Scheiß! Man muss einfach Durchhaltevermögen beweisen. Schau dir die Rote an. Hässlich aber zäh wie Leder und beinhart.

Später, beim Gang zur Damentoilette fragte sie ein Typ, wieviel sie nähme pro Nacht. Sie lächelte ihn freundlich an. Ich bin eine Begleitung, sagte sie. Nur eine Begleitung. Ich wollte den Kampf sehen, unbedingt. Ich steh auf Kickboxen und Kampfsport. Schade, sagte der Typ. Dich würde ich gern mal hernehmen. Sie lächelte wieder. Sorry, aber ich bin nicht zu haben. Hey, ich zahl auch genug. Sein Grinsen wurde breiter und er legte eine Hand auf ihre Hüfte. Keine Chance, sagte sie. Das, was ich zu bieten habe, kostet kein Geld und doch ist es unbezahlbar. Zu teuer für dich, fürchte ich. Arrogant bist du gar nicht, oder? Fragte er und berührte ihren Arm. Weiche Haut hast du. Ich steh auf weiche blasse Haut. Wen begleitest du? Jemanden, sagte sie, nicht weiter wichtig. Dein Haar, sagte er. Schönes langes Haar. Ich bin gut, ich verspreche es dir. Zweihundertfuffzig, wäre das genug? Nein, sagte sie. Das wäre nicht genug. Das was ich zu geben habe, kostet mehr. Er lachte. Laut und herzlich. Du bist ja eine Marke! Ja, sagte sie, ich bin eine Marke. Sie ging.

Im Ring tanzten welche. Die Königin der Nacht war auch dabei. Sie hatte sich einen Typen gekrallt und umschlang ihn mit ihren langen Beinen. Sie drückte ihre Hüften an ihn und fuhr mit ihrer Hand an seinem Kinn entlang. Ihre Augen glänzten und ihre vollen Brüste schwangen im Rhythmus der Beats. Sie hatten den hellen Spot abgeschaltet. Die farbigen Lichtkegel wanderten über den Boden. Sie stieg hinauf zu ihrer ebenfalls tanzenden Begleitung und bewegte sich. Sie tanzte nah, Hüfte an Hüfte mit der Königin der Nacht, die sich unmittelbar neben ihr mit ihrem Tanzpartner befand. Sie lächelten sich zu wie verschwörerische Geliebte. Hey, sagte sie zur Königin der Nacht. Sind zweihundertfuffzig Ocken für eine Stunde viel? Die Königin lachte. Ja, sagte sie, das ist schon ordentlich. Du solltest vielleicht hier anfangen. Doch als sie in das Gesicht ihres Tanzpartners schaute, sah sie seine Verneinung und einen Anflug von Entsetzen. Nein, flüsterte sie der Königin der Nacht zu, so leise, dass ihr Partner nichts von dem Gespräch hören konnte. Ich habe keine Lust. Sex ist klasse, doch das hier wäre nichts für mich. Ich verliebe mich einfach zu schnell. Das wäre tödlich. Zu viel Gefühl. Von einem Netten könnte ich keine Kohle nehmen. Einem Netten würde ich es umsonst machen wollen. Dabei bliebe ich arm, kein Job für mich. Das geht nur, wenn du die Gefühle wegbeamen kannst.

Ja, sagte die Königin der Nacht und rieb sich zärtlich an ihrem Tanzpartner. Das dunkle Samtgesicht neigte sich ihrer Wange zu. Sie nahm einen Hauch Moschusduft wahr. Animalische Paarungsbereitwilligkeit im Hüftenwiegen. Ja, flüsterte sie. Gefühle machen dich arm. Doch wenn du mal wieder hier bist und die Zärtlichkeit einer Frau suchst, dann frag nach Leila. Das ist mein Künstlername. Für dich mach ich glatt Zeit frei. Mich darfst du fühlen, Holde, ganz umsonst. Ich leck dich in den zehnten Himmel und streichele deine weiße Haut bis sie glüht. Ganz umsonst. Nur wir beide, versprochen. Ohne Typen. Ich küsse dich auch, verprochen. Sowas mache ich eigentlich nicht. Aber dich und deinen Venusmund, den küsse ich, den knutsche ich. Darin bin ich richtig gut. Doch… Sie brachte ihren vollen Mund mit den Perlenzähnen nah an ihr Ohr: Die Freier küsse ich nicht. Das hat Gründe. Sieh dich bloß vor, wen du in deinem Leben küsst!

Später, wieder zu Hause in ihrem Bett dachte sie an den Kampf, an Leila und ihre schneeweißen Perlenzähne und war gefangen von ihrer Sinnlichkeit. Der Mond schien durchs Fenster und tauchte ihren blassen Körper in helles kaltes Licht. Sie zog mit einem Finger die Mondspuren nach. Sie wanden sich halsabwärts wie ein Pathologenschnitt zwischen ihren bloßen Brüsten hindurch. Sie streichelte sich, die Gänsehaut auf ihrem bleichen Bauch, der sich in der Dunkelheit wölbte wie ein Mondberg. Was für ein Leben, dachte sie noch. Dann schlief sie nackt, nur bedeckt von der warmen Sommernacht, endlich ein.