Parts of the Process (4)

Ich dunkele die Tage ab

verhänge die Fenster

sperre das schmerzende Licht aus,

denke, dann sähe mich niemand.

Ich bin kindlich.

 

Die Opfer pragmatischen Denkens

füllen die Wartezimmer

chronisch unterbezahlter Ärzte.

 

Alles wegdrängen,

was die Funktionalität

behindern könnte.

Die Hände auf den Ohren

mit Menschen reden

dabei etwas anderes sagen wollen

zu jemand anderem.

Bin ich im falschen Film?

Jeder Denkprozess strengt an.

Kaugummikonsistente Synapsen.

Die zukünftige Zeit trägt Trauer,

passend zur Vorherbststimmung.

In den Geschäften hängen

gedeckte Farben,

braun-grau-schwarz

wie Welkendes.

Frühling wurde abgeschafft,

wegen der alljährlichen Finanzflaute

und Sauregurkenzeit.

Die Wirtschaft kann das bunte vielversprechende

Frühjahr nicht leiden,

denn Hoffnung ist ein intuitives Gefühl.

 

In Seminaren werden die Leute

in Rhetorik und Intuition geschult

damit sie in ihrer Funktionalität

sich ihrer selbst

besser bewusst sein können.

Alles soll dezent bleiben.

Contenance, Welt!

 

Gefühle sind  inkontinent.

Überall tropfen sie herum.

Pack mich in Saugfähiges ein

stapfe vorwärts

mit gardinenverhängten Augen

mit einem unter der Bettdecke

zusammengerollten Gefühl

in den befehlsgewohnten Muskeln

 

Ich strafe mit Ignoranz

für meine

niedrige Schmerztoleranzgrenze

für meine Schwäche

und wünsche mir

eine Schulung

in Rhetorik

und Intuition.

Thematisiere Hoffnung.

Contenance…

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6 Kommentare zu “Parts of the Process (4)

  1. finbarsgift sagt:

    schwierige themen
    die du hier
    wie stets
    sehr gekonnt
    in feenversen
    durch den poemkakao
    ziehst…

    ja, ja, ja,
    wir leben
    – alle, alle!, alle!!! –
    in einer sehr komplexen
    – meines erachtens –
    nicht mehr beherrbaren welt
    im großen sowieso
    aber vor allem auch
    im kleinen, privaten…

    …und…
    bitte nicht weinen,
    meine liebe fee,
    insbesondere
    nicht deshalb…
    and the raven screamed
    NEVERMORE!

  2. Du weißt aber, daß Weinen können und es auch tun, überlebenswichtig ist für die Seele. Deshalb ist es auch so schlimm, zu den kleinen Jungen zu sagen, Du bist ein tapferer Bursche, Du wirst doch nicht weinen. Er wird es als Mann nicht können.

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