Ein Stern (für Kathrin)

Manchmal haben zwei die gleiche Idee im Kopf und sie setzen sie unterschiedlich um.

Zwei Gedichte mit einem Titel und in beiden geht es um ein Stern-Geschenk.

Wolfgangs Stern verschenkt sich selbst, meiner wollte von mir erst gesucht, dann gefunden und dann verschenkt werden.

Hier der Link zu Wolfgangs Gedicht: http://waushh2.wordpress.com/2011/10/23/ein-stern/

 

Sehr viele bunte Menschen in der City
die Münder noch weich von Sommer
der Gang noch unverfroren gelassen
die Schritte langsam gemächlich
in der warmen Septembersonne
lachende Kinder mit kleckerndem Eis
in den Händen

Über den Dächern der Stadt
im Bernstein
scheint die Sonne besonders hell
ich tanke in der Fülle mich umgebender Menschen
eine Stunde vollen Frieden
im Rundumblick die Silhouette der Stadt
vor den Bergen

Ich finde für Kathrin einen Stern
strahlend und bunt
genau richtig lacht er mich an
als guter Hoffnungsträger
für einen glücklichen gemeinsamen Lebensweg
ich habe endlich mein Geschenk
freue mich darüber immer wieder
beim Blick in die Tüte,
als ich in der Sonne sitze
am Spindelbrunnen
ein Eis esse
Cappucchino, Stracciatella, Amarena-Kirsche
mmmmh…che delizia!

Am Himmel scharen sich Schwärme schwarzer Krähen
das Licht goldet die Wiesenschwärze
hinter dem dunkleren Grün

Blätter segeln vor meine Füße eine Kastanie gehört mir                                                                                                                                                  will in meine Tasche
sonnenwarm glüht sie in meiner Hand                                                                                                                                                                             mir ist nach
Kultur
ich beschließe den Abend mit Schubert
verträumt klingt der Tag nach in seiner Musik
spiegelt die Lächeln zeitloser Gesichter
spannt meinen Bogen weit
bis meine Saiten die Noten mitschwingen

Stadtbunt in der Morgenfrühe
Zerknittertes in der Straßenbahn
ich höre jemanden Milhaud pfeifen
fühle eine Berührung im Nacken
drehe mich um
sehe im Fenster
die sternenklare Dunkelheit
über stillen Straßen
nur wenig Lichter in den Fenstern
es schlafen wohl schon alle
in den Träumen berühren
sich die Seelen
und wandern
ohne Last des Morgen
sich umarmend durch die Nacht

Advertisements

5 Kommentare zu “Ein Stern (für Kathrin)

  1. ich lasse mal das th weg und nehme mir das Sterngedicht und beschenke mich damit…….und als Dank hinterlasse ich ein wenig Schubert

    einen lieben Gruß in Deine Klause und ich meine auch, Wolfgang möge Dir gestatten -:))))

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Karin,

      …und auch noch das Impromptu!
      Die Fee freut es sehr, hat sie es schon so lange nicht mehr selber gespielt…konnte es mal…auf der Orgel, dreimanualig, lang lang ist’s her…und dann auch noch vom Horowitz, seines Zeichens Zauberklavianist…von dem mag ich auch den Liszt…:))

      Wunderschön…

      Und Gedichte, wem sie auch mal geschrieben und angedacht wurden, sind wie Kleider.
      Manchmal findest Du eines, das gleich gut passt und sitzt und dann nimmst du’s Dir einfach und es ist Deins.
      So machst Du das einfach mit sämtlicher Kunst, die Dir so begegnet.
      Pfff….wer fragt denn nach schnödem (Wort-)Eigentum?
      Hier geht’s doch ums Gemüt…

      Danke für den Schubert,
      umärmelnde Grüße
      vom feechen

  2. finbarsgift sagt:

    sterne finden zueinander,
    das ist immer sehr schön…
    doch dieses mal noch schöner
    denn es sind sternenmenschen
    die im wortglück zueinander finden…

  3. karfunkelfee sagt:

    Jo…Lu…das hast Du jetzt aber schön gesagt
    dem wäre nichts mehr hinzuzufügen…

  4. Wolfgang sagt:

    Liebe Fee,

    da wird sich diese Kathrin aber sehr gefreut haben, über den Stern und über das schöne Gedicht, das den Tag und die Nacht des Sternefindens so schön beschreibt, und das Du offenbar in einer Sternstunde aufgeschrieben hast.
    Vielen Dank übrigens für die Verlinkung mit meinem „Stern“. Du findest es bemerkenswert, dass zwei Menschen an verschiedenen Orten ungefähr zur selben Zeit ein Gedicht mit gleichem Titel schreiben? Vermutlich ist dies ein ganz normaler Vorgang, genauso, wie wenn zwei Menschen zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten zur selben Zeit am Himmel denselben Stern sehen, dabei aber völlig verschiedene Gedanken haben. Ich finde es allerdings bemerkenswert, wenn ein solcher Fall tatsächlich bekannt wird (ans Tageslicht kommt), so wie hier. 🙂

    Einen lieben Gruß vom Wolfgang

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s