Katja Maria Werker – no more prisoner

Liebe Blogfreunde.

WordPress hat mich geärgert.
Erst haben sie mir meinen Gedichtsentwurf samt Bild einfach nicht gespeichert und als ob es nicht genug sei, dass die Textarbeit einer Stunde futsch war, auch noch meinen Song gelöscht MIT meinen Gefälltmir-Komms.

WordPress – SCHÄMT EUCH!!!

(und wenn IHR das nicht ward, und ICH nur zu blöd für die Technik war, forget it all…)

So, hier nochmal die Werker.
Für alle Gefangenen.
Gruß von der funkensprühenden Karfunkelfee.
(brummend wie ein Kampfhubschrauber)

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Ich, Frosch (Für Reiner)

Für Reiner, der mir Antony Hegarty brachte, mich weiterdachte. Danke Reiner.

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sie sagen

es sei die wasserspannung

die frösche nicht verletzen

wenn sie über wasserspiegel

scheinbar schweben

als würden ihre haftscheibenfüße

die oberfläche

nicht einmal netzen

 

physik und biologie behaupten

anders funktioniere das nie

es sei naturwissenschaft

die wüsste auf alles ein wie

und warum und alles andere

zu glauben, sei menschlich

und  dumm.

 

ich sehe mein froschleben

als wunder

muss es nicht erklären

es würde meinem wunder

den zauber verwehren

wenn ich über die teiche springe

den klang des wassers unter mir

ich dem wagemut zur leichtigkeit

mein froschleben darbringe

nicht nachdenke

wie mir geschehen mag

in meinen froschtagen

seien sie auch

voll kummer und klag

 

macht es mich nicht klüger

im gegenteil

wenn ich es nicht sein lassen konnte

zu springen

wider mein besseres wissen

dabei zu vergessen

dass dieser tag diese zeit

dafür nicht günstig sei

ist dies, mir frosch,

manchmal einerlei

so spring ich dann doch

versinke drohe zu ertrinken

doch eben weil ich ein frosch bin

mit froschinstinkten

geb ich mich im vertrauen

dass schon alles gelingen werde

dem nichtwissenkönnen hin

 

kommt eine Zeit in der ich

weil der sprung eben nicht gelungen

aus der dunklen raunenden

tiefe meiner wassergruft

den bauch gefüllt

mit einem kleinen rest luft

gegen den wasserdruck

wieder nach oben streben muss

um nicht unten zu bleiben

mit schmerzenden lungen

weiter vor mich hinzuleiden

nicht aufgrund meines fehlsprungs

daraus zu schließen

dass ich nun verloren sei

mein leben aufzugeben

 

kannst du mich dann

mit den kleinen gliedmaßen

den fünffingrigen

auftrieb suchend

strampeln sehen

hin zum tageslicht

das sich von oben herab

sandhell leuchtend

in bewegten spiegelungen

auf dem teichgrund bricht

es lockt mich hoch

zieht mich zu sich hin

im licht findet ein

frosch wie ich einer bin

immer wieder seinen

lebenssinn

Noel – Lichtinseln

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heute der schlimmste tag

vom jahresanfang

meine kapitulation

will dir flügel verleihen, sohn

dir wurzelhalt sein

 

auch wenn es dir anders erscheint

auch wenn du dächtest

du seiest allein

ohne mich

dann denke immer

an die lichtinseln

wie diese blaue helle

die du dir heute in dein

nun noch blaueres zimmer

stelltest

 

du installiertest sie verstohlen

ungeduldig und verhohlen

wie du eben nun einmal 

im augenblick bist

mit dir haderst

kurz vor dem beginn

des vermissens deiner kindheit

bald kommt diese zeit

 

noch ist es nicht ganz so weit

in deinen der welt

überdrüssigen augen

dem unmaß deines überflusses

lese ich die verzweiflung des menschen

der sich selbst nicht mehr kennt

der seine dinge lauthals schreiend

immer wieder wütend nennen muss

der alle dinge prinzipiell

von seinen dingen erstmal trennt

unser leben nicht länger kennen will

 

im davonrennen weinst du still, sohn,

dies ist des trotzes bitterer lohn

es ist die einsamkeit

die zwischenzeit zwischen

den kleinen und den großen jahren

an den unausprechlichsten stellen

sprießen dir haare

das leben will dir nichts ersparen

 

doch sorge dich nicht

am ende deines tunnels

leuchtet vielleicht schon

eine kleine einsicht

ich weiß es noch nicht

 

muss es abwarten

pflege deinen freien willen

so behutsam ich es kann

wie die kostbarste zarteste rose

in meinem blumengarten

 

ich weiß wohl

dass ich geduld brauche

im warten auf dein wachstum

dass ich stark sein muss

einen ziehstab benutzen

ohne dir dabei

die triebe zu sehr zu stutzen

mich an deinen stacheln stechen

wenn ich dich festbinden will

um dich gegen den sturm zu wappnen

damit deine äste nicht brechen

dein holziges blumiges wehren

gegen meine ungeschicklichkeit

auch mit zu beachten

 

immer wieder auszusprechen

wieviel du mir bist

damit du es in deinem

derzeitigen rosenleben

auch niemals vergisst

auch wenn du mich jetzt

vielleicht manchmal

vermisst