Adam

Künstler: Michael Schwenke, Dortmund(mit frdl. Genehmigung)

Künstler: Michael Schwenke, Dortmund
(mit frdl. Genehmigung)

starker Mann, Adam

du bist das herrschende prinzip

feuer aus sonne, lichterlohe reine energie

erneuerst dich im verzehren deiner selbst

 

dienst Eva, indem du ihr huldigst

obwohl du ihr neidest

dass die schlange ihr

nicht dir

ihre geheimnisse anvertraute

ihre aufmerksamkeit schenkte

 

du warst es nicht

dem der apfel der erkenntnis angeboten wurde

es war immer nur sie –

deren weichheit dich schreckte wie sie dich fesselte

 

ein indianer kennt keinen schmerz

deiner tränen heiße tropfen

glutvoll in deinem sonnenherz

 

dein begehren dein fluch deine männlichkeit dein segen dein begehren nach weichheit

 

du bist der behütende

wechselwarmes festes muskelfleisch im weichen nachgiebigen Eva-gewebe

verzeih Eva ihren impulsiven übermut

 

sie wusste jederzeit was sie tat

 

erschlage nicht die schlange,

die durch Evas erkenntnis dir dienen wollte

sie liegt dir zu füßen

beschwöre ihren sich windenden leib

die trockene warme schuppenhaut

sich immer wieder erneuernd

fruchtbares lebendiges sinnbild

 

sieh die zärtlichkeit der schlange 

 

ihr mitgefühl

für dein mannseinmüssen

in den alten wissenden augen

schwarz und kundig

sich dir mitteilend

in gewundenen wegen

deinen ursprung lotend

 

wie tief du bist –

ein kantiges gestade

an dem die meeresbrandung

sich schäumend salzig

unermüdlich

immer wieder

brechend misst

 

um die weichheit in dir

zu tage zu schleifen

 

in all dem wünschst du dir

der schmerzlose mächtige stein zu sein

ich sehe dich in den bilderwelten

deiner stärke

 

so berührend begehrlich wie immer

 

dein land um mein meer

mein meer um dein land

von meinen wassern bewegt

dein feinkörniger sand…

 

verzeih Eva,

sie tat es längst

sie war bereit

.

das paradies war nie wichtig

im angesicht

eurer gemeinsamen zeit

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2 Kommentare zu “Adam

  1. und nun kam hier der Adam zur Eva,
    anfangs war es umgekehrt *lächel*

    Was mir noch zur Eva auf der Seele liegt:
    Nie ist sie schmutzig, war es nie, nur immer das weibliche Element,
    das verteufelt werden mußte, um ihm hautnah zu zeigen, daß es beherrscht werden kann. Ihre Klugheit war zu gefährlich, doch nie schmutzig oder falsch

    Eva, die Schlange bedeutet nicht Falschheit, sondern
    meiner Meinung nach Evas Weisheit als Mutter, geschaffen
    zum Erschaffen, zum Schöpfen aus sich selbst heraus

    und ohne diesen wundervoll verrückt glühenden
    Adam hätte sie es nie geschafft zur LebensSchöpferin.
    Zwei Komponenten, die sich ergänzen, aneinander kleben
    anfangs, sich brauchen, sich sehnen, auch wenn
    ER sich wünscht – wie Du so wundervoll schreibst – der
    schmerzlose mächtige Stein zu sein. Selten schafft er es
    wirklich. Zu vieles nagt an ihm. Schon die stetig anstürmende Welle
    läßt ihn wanken und zeigt, daß er sich dauerhaft nicht widersetzen kann

    „dein land um mein meer
    mein meer um dein land
    von meinen wassern bewegt“

    Deine Worte bewegen mich tief, liebe Fee

    • karfunkelfee sagt:

      tja, Bruni,

      die Fee spielt doch so gern mit der Welt herum, macht unten nach oben und rechts nach links
      rauft sich anschließend die Haare, verdichtet und besingt’s! 🙂

      Am Ende glaubt noch einer, Eva sei zuerst da gewesen. Und dann ginge diese leidige Eier-Huhn-Diskussion wieder los, wer denn nu zuerst und überhaupt?

      Die Schlange ist weise.
      Doch wer sie nicht fürchtet, so schrieb ich letztens einem Freund, wird von ihr gebissen werden.

      Dann dachte ich über das nach, was Du über diese hartnäckigen Schmutzränder auf dem weiblichen Geschlecht sagtest und das leuchtet mir auch ein.
      Es wäre eine Bejahung dieser Ideologien und deswegen habe ich es im Text entsprechend abgeändert, denn…
      die Scham…ist etwas, das ich bei beinahe jeder Frau erkenne und die hat etwas mit allgemein nach außen gelebtem Gedankengut zu tun,
      das in manchen Fällen so weit geht, dass Frauen Frauen verachten weil sie Frauen sind – wie sich selbst im Grunde verachten für das, was sie sind
      und das, was ihnen in anderen begegnet.
      Die sind die schlimmsten…:(

      Also danke Dir noch einmal für Deine äußerst konstruktive Kritik, die mir einleuchtend war. 🙂

      Bewegt von Deinen schönen Worten nun ebenfalls
      ein paar liebe Wellengrüße zurück zu Dir 🙂
      (schwippschwappüberalleufer)

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