Deine Wahrheit

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„Die Wahrheit“

so sagte mir ein Freund,

kann das Grausamste auf Erden beinhalten.“

*

Ich denke noch immer

über diese Wahrheit nach

was das Wissen darum mit mir macht

und warum ich dennoch nicht

dumm sondern wissend sein will.

Ich nahm mir also des Freundes Wahrheit

mit in meine Tage

und fand Fragen,

die fragten nach seiner Zeit

und nach der meinen

und wie sich seine Wahrheit

mit meiner ließe vereinen

oder ob seines mit meinem

überhaupt nicht vereinbar wäre

in unserer Vergangenheiten

unterschiedlichem Erscheinen

ob es wirklich

so unterschiedlich sei

und ich dachte an die Grausamzeit

meiner Vergangenheiten

und an die Erkenntnisse

die auf dem Fuße folgten

wie die ungeliebten Kinder einer

noch fremden Zukunft,

leer, weiß und unendlich weit.

*

Ich denke nach über die Angst

die den Erkenntnissen vorausgeht

den Schmerz und seine Bewältigung

den Heilprozess

die Versöhnung

das Auffinden der Geduld

in Deiner Weisheit letztem Schluss

der versöhnlich sein will

es aber auch nicht sein muss.

*

So empfinde ich der Wahrheit Grausamkeit

als ein Stück erlebte und gewachsene Zeit

in der ich schmerzvoll begreife

dass ich wieder einmal reife…

*

lieber Freund, ich kann Dich gut verstehen

dies ist meine Wahrheit,

die soll Hand in Hand

mit der Deinen weitergehen

wenn wir manchmal gemeinsam

freudvoll und leidvoll

vor der Wahrheit  unserer

Vergangenheiten stehen.

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2 Kommentare zu “Deine Wahrheit

  1. doch oft ist das Grausame nicht wirklich grausam.
    Leider können wir nur dieses Grauen sehen,
    das Dahinter ist anders, vielschichtig, aufgesplittert,
    hat unendlich viele Facetten,
    aus jedem Blickwinkel würdest Du
    es anders sehen, könntest Du es…

    doch jedem ist ein eigener Blickwinkel gegeben,
    über den hinaus er sich nicht beugen möchte,
    nicht beugen kann, Augen, Glieder, Gedanken,
    Äußeres, Inneres sind menschlich geprägt

    Nachdenklich
    Bruni

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Bruni,

      Um mit dem Feuer umzugehen zu lernen und es uns zunutze machen zu können, müssen wir erst leidvoll erfahren, wie es sich anfühlt, verbrannt davon zu werden.
      Ich kenne, wenn ich nachdenke, keinen Menschen, der sich nicht irgendwann einmal in seinem Leben verbrannt und dabei verletzt hat. Doch dennoch brauchen wir das Feuer
      zum Leben, also nehmen wir widerwillig seine Gefahr vor Verletzung in Kauf, weil wir genau wissen, wie wichtig der Respekt ist, der einer Erfahrung,
      so sie Wachstum bedeuten soll, entgegengebracht werden sollte, weil wir damit auch Ja zu dem Schmerz sagen, den diese Erfahrung mit sich bringen könnte.

      Die Erfahrung als solche zu scheuen wie das Feuer, würde vielleicht für manche bedeuten, ein Leben zu führen, dass kalt wäre. Ungefährlich – doch kalt.
      Ich gebe Dir insofern Recht, als dass es immer Erfahrungen geben mag, die so sind, dass sie ein Wieder-Erleben für die Seele gefährlich werden lassen können
      und außerdem sind wir sowieso genetisch dahingehend gepolt, dass wir uns die negativen Erfahrungen besonders gut merken, leider noch vor den positiven,
      weil die negativen Erfahrungen uns eben schützen sollen vor erneuter Verletzung, physisch wie psychisch.
      Doch der Verstand und das Herz wissen, wie wichtig auch die grausamen, die traurigen oder bitteren Erfahrungen sein können und darum machen wir vielleicht auch manches wider die warnende Stimme, wider das sogenannte „bessere Wissen“, wenn wir ahnen, was sie uns an Wachstum bringen kann.
      Ob wir dieses Wachstum erreichen, hängt davon ab, wie gut wir mit dem Schmerz und der Heilung klarkommen. Ansonsten wird’s ein Trauma oder ist schon
      eins, weil es ein Schicksalsschlag war.
      Das hängt von der inneren Stärke ab.

      Die Worte von der grausamen Wahrheit haben mich ans Denken gebracht, heraus kam das Gedicht.
      Wenn ich manches scheue, frage ich mich immer zuerst, warum ich es scheue:
      Weil ich es kenne? Weil ich es fürchte wie die waffenstarrenden Heerscharen Salomons, mit denen er die Macht seiner Geliebten verglich?
      Weil ich es nicht kenne…

      ebenfalls nachdenklich…

      die Fee

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