Auch das ist November…

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…das rötliche dunstige Lampenlicht

die belaubten Wege

weiche Gedankenstege

bei dichtem Nebel

knapp zwei Hand

weit Sicht.

Regentropfen

in Zweighänden

aus  Astgesichtern

schichten sich in Pfützen

klatschen an

graugilbe Betonwände

hinterlassen an Mauern

Trauerränder

weint sich winterwendisch

eine Wassersinfonie

in den eisigen Frost

drinnen Musik Kerzen

Zentralheizungswärme

Nachbargelärme

das eigene Nest

ein großer Trost.

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das taktische Schweigen

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schlimmer als schläge

furchtbarer als drohung

nachhaltiger als  folter

beklemmender als ein verlies

gewalttätiger als jedes wort

– dein schweigen –

drückt deine abneigung

gegen mich aus

es ist dir geglückt

dass du mir deine

verachtung zeigst

wie fühlst du dich dabei?

mein leid scheint dir einerlei

du redest mit jedem

bloß nicht mit mir

ich fühle mich

zum stummsein verbannt

abgewandt degradiert

stilisierst du

jedes weitere wort

ohne bestand

zur unüberwindbaren hürde

du nimmst mir meine würde

gibst  mir

zu verstehen

würdest mich

nicht sehen wollen

ich bin dreck

für deinen respekt

alles was war

scheint

in meinem sollen

wegzutreiben

in deinem

taktischen schweigen

deinem mich

zu nichtstunkönnen

verdammenden wegneigen

als sei ich ein geist

von dem du nicht

mehr wissen willst

wie er heißt

du missbrauchst

das schöne schweigen

wenn du mich

damit strafen willst

ich weigere mich

dass du an mir

deine höchstpersönliche

richterpflicht erfüllst

deine erzieherischen

ambitionen stillst

deine erwartungen

zwingenringen

nur dich, nicht mich

angesichts deiner

unheilschwangeren mimik

deinem theatralischen gebaren

drehe ich mich weg

denn das,

was wir einander waren

war auch im schweigen

vertraut und frei

und es konnte sich>

alles sagen.

Iconoclastic clown

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how can it be

that I cannot realize

how old you are

timeless images

bare your lines

with the

shiny tiny pride

of a clown

sometimes you like

to show

mirrorworlds

sometimes your

speak is weak

you use words

behind your frown

your humor tart

deep inside

your hurted

childrens heart

your ageless

newborn little smile

shimmering lightly

behind apart

my iconoclastic clown

which picture

of your innocent way

you like

me today to show?

your tales

of everlasting may

some of your kisses

under mistletoes

two pair of shoes

only one step away?

you show me

pictures without frames

your stormy clowny heart

and a vision of

sweet smelling

summer hay.

Immer wieder Schwanensee

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kein entzwein geht allein

es müssen immer beide sein

denen erkenntnis

wie dämmer

am horizont graut

wenn kopf an kopf

ein jeder

in eine

andere richtung schaut

einer des andern

erwartungen

im rosahimmel

unvertraut

laut dissonant

die geigen

der schritte

abgewandtes schweigen

begleiten

es werden

die äußeren umstände

als übliche verdächtige

sich der zeit

unlauter bemächtigend

benannt und bemüht

wie man

einen angeklagten

zu gerichte zieht

recht dem

dem unrecht geschieht

unrecht dem, der darin

ein verschulden sieht

präferenzen

lassen sich in

warme tröstende

arme fallen

freiräume tanzen

sich weit bereit

sich in der zeit

des anderen

zu gefallen

auf das alte parkett

die trotzigen

absätze

den abgesang

der zweisamkeit knallen

während fortschrittgedanken

sich in köpfen

zu logischen schrittfolgen

zusammenballen

vis-a-vis

das hallende weinen

der agonie

der sterbenden

zweisamchoreographie

am ende stirbt

immer der schwan

und  nach dem applaus

im voll besetzten haus

steht er auf –

voller kraft und elan

 

Stadtrandgestalt

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in der stadt

verhärmte gesichter

ehemals stadtverliebter

im grellen neonlicht

hoher amtsgebäude

klotzhäusermauern

abgekratzt

putz abgeplatzt

als hätten sie räude

*

dahinter

wohnbunkerwaben

das straßenverkehrsnetz

eingegraben  in

menschliche lebenslinien

abgewandt

desillusionen

müde interesselos

die einstmals

großen mutes waren

nun den

gestank

der dauerlärmenden stadt

in den

vorzeitig ergrauten

haaren

*

spraydose reizlos

kein druck mehr drin

kanalratten stinken

tot in gullis

vor sich hin

mensch erfährt

spießertum im städteruhm

abgestumpft zum

stadtmutierten tier

ad absurdum getrieben

nur im immer noch

schmerzhafteren kick

neuen sinn

hier

geschmiere

an den

abgasgrauen wänden

die menschen

entnervt

brauchen raum

geben sich ellenbogen

statt hände

trotzgroß herzverpeilt

ergebenheit

wie broncos

willegebrochen

durch die straßen eilt

vibriert nur

noch die straßenbahn

im durchschienten asphalt

*

ein  hauch

von zartem jugendwahn

das stadtleben

turbobrachiale gewalt

in krassen kontrasten

es sei denn –

man lebt

als stadtrandgestalt

im vorstadtwald

Train People (wiederentdeckt und gleich gemopst von Karin)

Liebe Karin, diesen Beitrag habe ich auf Deinem Blog, auf dem ich dankenderweise stets nach Inspiration herumstöbern darf, wiederentdeckt, ich habe sie schon lange nicht mehr gehört, die Miss Sophie, tolle Lyrik, tolle Performance, es lief mir den Rücken hinauf und hinunter. Eine Perle der Achtzigerjahre.

Ich habe mir, frecherweise Dein Einverständnis vorausgesetzt, den Beitrag genommen als schöne Ergänzung zum Thema Abschied. Miss Sophie is looking younger than ever.

Lieben Gruß vom feechen

My love, I cannot

Feel my teeth
I cannot feel my feet

We’re driving forever now
Why did we leave and how? 2x

Always hungry
And the whistle blows
And it’s blindly running
And everybody knows
It should be stopping
And we should get off
And it will collide but
We’re all tied up

Now don’t be scared
Of what I say
It won’t carry things away

Our words echo on the rails
Where all of our days are made 2x

Rise your voices
With no hesitation
The metals are motion
Without a trembling
The light’s – your thoughts
With anticipation
The stations are sleep
without a dream

And while we’re
Passing
The towns are
Passing
And while we’re
Passing
The homes are
Passing
And while we’re
Passing
Time is
Passing

(Merci à sophie pour cettes paroles)

Hayans Tote

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Zehntausend Menschen hat der Hurrican Hayan, der mit bis zu 380 Stundenkilometern über die Philippinen fegte, getötet.

Unzählige haben alles verloren: Ihre Lieben, Hab, Gut, Gesundheit, ihr Leben.

Mit meinem Gedicht möchte ich an sie denken.

Die Karfunkelfee

 

Wenn Menschen Wünsche sind

wird bewusst

wieviel Hoffnungslosigkeit

Zehntausend Tote bedeuten

wieviel Kraft es kostet

Zehntausend Tote zu bergen

zu viele für Särge

 

Die Philippinen sind grüne Wasserfarben

sie sind unter Schutt und Flut begraben

das Land zerstört, die Häuser fort

Menschen in Lumpen

ziehen ziellos

in langen Kolonnen

über die Bergkämme

von Ort zu Ort

wer will sie trösten können?

 

Alles verlustig. 

Alles vorbei

nichts mehr haben

bettelarm verloren

hoffnungslos frei.

der pure Wille 

weiterzuleben

benötigt helfende Hände

in jedem Dorf in jeder Stadt

sollen sich alle

euch zuwenden 

so viele 

wie die Welt

Menschen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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