Hayans Tote

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Zehntausend Menschen hat der Hurrican Hayan, der mit bis zu 380 Stundenkilometern über die Philippinen fegte, getötet.

Unzählige haben alles verloren: Ihre Lieben, Hab, Gut, Gesundheit, ihr Leben.

Mit meinem Gedicht möchte ich an sie denken.

Die Karfunkelfee

 

Wenn Menschen Wünsche sind

wird bewusst

wieviel Hoffnungslosigkeit

Zehntausend Tote bedeuten

wieviel Kraft es kostet

Zehntausend Tote zu bergen

zu viele für Särge

 

Die Philippinen sind grüne Wasserfarben

sie sind unter Schutt und Flut begraben

das Land zerstört, die Häuser fort

Menschen in Lumpen

ziehen ziellos

in langen Kolonnen

über die Bergkämme

von Ort zu Ort

wer will sie trösten können?

 

Alles verlustig. 

Alles vorbei

nichts mehr haben

bettelarm verloren

hoffnungslos frei.

der pure Wille 

weiterzuleben

benötigt helfende Hände

in jedem Dorf in jeder Stadt

sollen sich alle

euch zuwenden 

so viele 

wie die Welt

Menschen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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6 Kommentare zu “Hayans Tote

  1. finbarsgift sagt:

    Ich bin nun sehr gerührt…

  2. Gute Worte hast Du für dieses Elend gefunden, liebe Fee,
    mögen Deine Worte in viele Herzen und zu vielen helfenden Händen fliegen…
    Sprachlos macht diese Zerstörung von Menschen und Lebensraum.

  3. karfunkelfee sagt:

    Ich sah in NTV einen Beitrag über Windgeschwindigkeiten, über Schweregrade und Stundenkilometer. Wind kann einem Menschen das Fleisch von den Knochen reißen, ihn zu einem Papierschnipsel machen, ihn auseinanderzerren, tödlich sein. Diese Stürme nehmen an Kraft und Gewalt immer weiter zu. Sie zeigten das Ausmaß der Verwüstung: Die Lager, in denen die Verletzten und Toten zusammen sind, die miserable medizinische Versorgung und die zerlumpten traurigen Menschen, die nicht mehr wohin wissen, nicht wissen, ob ihre Angehörigen noch am Leben sind, weil da, wo ihr Leben war, nichts mehr so ist wie es einmal war. Die Erde aufgerissen, die Bäume entwurzelt wie Streichhölzer, die Häuser zerfetzt, alles überflutet, das Land eine Wasserwüste. Sowas kann ich Wohlstandsmensch mir gar nicht vorstellen, ich hatte immer irgendwo ein Dach überm Kopf und der nächste Arzt war auch nicht weit.

    Über solche Weltthemen zu schreiben finde ich schwer, komm mir unzulänglich dabei vor, überhaupt Worte für dieses ganze Unvorstellbare zu finden.
    Doch warum eigentlich nicht?
    Wen immer es erreichen mag.
    Dich zum Beispiel.
    Danke fürs Feedback.

    Morgengruß von der Fee

    • finbarsgift sagt:

      Tja, das ist sicher so, wie du schreibst, aber immerhin, deine Poesie als Approximation an die unfassbare Zerstörungsmacht des im Sommer zu den Hundstagen so genial (ab)kühlenden Windes, verpackt in egal wie knallharte Gewitter und Wolkenbrüche, die uns letzten Endes immer gut tun, und hier so ein Fatalismus!

      Ich sehe das alles so:
      Mutter Allnatur hat sich ausgekotzt! Sie hat den Menschen ihren Ärger gezeigt, aber es stört sie nicht, sie opfern Hunderttausende auf jenen Inseln auf dem Altar des kapitalistischen Wirtschaftsdenkens und -handelns, wie du ja beim (erneuten) Trauerspiel der Weltklimakonferenz in Warschau verfolgen kannst; es gibt eben ein paar Menschen mit unfassbarer, unmenschlicher Macht, die gehen über windgebeutelte, windrasierte Leichen ohne mit der Wimper zu zucken, Hauptsache die Geschäfte laufen weiter, Rubel und Dollars und Euros rollen; ein kleines Bisschen Hilfsgüter hinfliegen, das war’s, anschließend weiter im Text…

      Du hast es versucht, und es ist dir gelungen, bravo, ich könnte das nicht, bzw. würde eine gelungene Approximation wie deine hier, niemals hinbekommen…

      lieber Morgengruß zu dir
      von mir

      • karfunkelfee sagt:

        Oh, Mann, Lu, Mutter Natur beginnt gerade erst richtig übel zu werden und wo zum Teufel wollen wir Menschen genügend Dimenhydrinat herbekommen, um sie wieder zu beruhigen..
        Frage…
        hinter die Weltgeschäfte geschaut, nimmt sich der Hurrikan Hayan wie ein Kollateralschaden aus vor dem Hintergrund, was uns noch blüht?
        Schlimme Gedanken…
        Warschau und die ganzen großen Leute versammelt, die sich den Kopf zerbrechen wie sie die Klimakatastrophe mit ihren Folgen am besten wirtschaftlich verarbeiten können. Sie sollten sich mal Gedanken machen, wo demnächst die Bunker hinkommen und vor allem: Wer rein darf und wer nicht…
        Ich denk an Orwell, all diese schöne Ungleichheit.

        Approximation?
        Aha, Herr Mathematikuss.
        Du wünscht der Chaoszahl mit ihren endlosen Nachkommastellen einen gerundeten, angenäherten Schluss.
        Oder so ähnlich, sagt die Dyskalkulatorin dazu…

        Du hast doch eine geschrieben. Einen feurigen Kommentar. Nur Dein Gefühl war anders, denn Du bist zornig, wo ich traurig war und mich damit nach außen richten wollte. So versuchen wir, das Chaos in Worte zu fassen, wie uns der Schnabel gewachsen ist, nach bestem Wissen und Gewissen.

        Die Nachrichten sind sachlich und kalt und sie überschwemmen mit Alptraumbildern.
        Welche Welt wollen wir denn heute? Die politische, die naturkatastrophale oder doch lieber ein bisschen Plastiktittengewackel im Boulevard?
        Ich hab keinen Durchblick, zu viel Zensur, gefärbte Infos, zu viel angeblich informatives Gelabere um die Fakten, Nachrichtenbrei.
        Wir werden totgeredet von diesen ganzen Moderatoren in unserer Welt.
        Das, was unausgesprochen bleibt, geschieht dann.
        So, what…

  4. Karin sagt:

    wie so oft bei diesen Naturkatastrophen: die Medien stellen Zahlen in den Raum, die zuerst geschätzt sind, die aber die Sensationslust befriedigen. Bis heute sind es lt. neuesten Meldungen ca.5.500 Tote und 4 Millionen Obdachlose.
    Wir in unserem gemäßigten deutschen Klima, Europa will ich gar nicht schreiben, siehe Sardinien, sind weit entfernt von diesen schrecklichen Wetterereignissen, die in diesen Regionen aber schon IMMER bestanden (kennt jemand noch dem Roman von Bromfield „Der große Regen“), damals gab es noch keine humanitäre Hilfe so wie heute. Unser Erdtrabant ist schon immer den unmenschlichen Kapriolen des Wettergottes ausgesetzt, nicht erst seit Klimazerstörung und kapitalistischem Machtstreben.
    Die Schöpfermacht, die uns hervorgebracht hat, stellt uns auf die Probe, was wir mit den Geschenk unserer Erde machen…..das ins Bewußtsein ALLER zu rücken, wäre eine Hauptaufgabe und hier sind auch die Medien gefordert…immer nur zu lamentieren hilft nicht.
    Wie in China, Rußland, Lateinamerika, Indonesien usw.usf.mit der Natur umgegangen wird, das ist das Erschreckende…
    Wir können gar nicht für alles Elend dieser Welt spenden…es ist ein Faß ohne Boden. Wir sollten nur allen unsere Stimme und unser Geld geben, die die Machthaber, die Wirtschaft angreifen.
    Wir können, das wir bisher angerichtet haben, nicht wieder gutmachen, aber wir könnten es aufhalten……bisher ist es eine viel zu kleine Zahl von Menschen, die sich da engagieren, die meisten denken doch NACH mir die Sintflut….

    Dein Gedicht hat mich sehr berührt, aber auch nachdenklich gemacht, wie sehr wir der Zahlenmanipulation ausgesetzt sind.
    Ich habe entdeckt, daß unter Google unter Hayan auch Dein Gedicht auftaucht….mögest Du viele Leser finden.

    Einen lieben Samstagsgruß
    Karin

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