Mandelas Winter

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Die Sonne,
kleiner gleißender
Wärmekeim
im kristallinen
Raureifgeflecht
Taupunktgedanken
akribisch
spektralbunt sortiert
aufgesplittert
zerbrechlich wie
gefrorene Spinnennetze
im schwarzen Gras
Eiligkeit statt Heiligkeit:
Vorweihnachtszeit

Grippeköpfe
Schnupfennasen
Amaryllisblüten
intim und warm
das dunkle Rot
ein zeitloser uralter
Menschentraum starb
Nelson Mandela ist tot.

Schwarz wie Ebenholz
weiß wie Schnee
darin Münder
mit Lippen,
rot wie Blut
verletzlich der Amaryllis
hautwarme Glut
alles andere
ein alter Hut

Frommer Wunsch
kondolierend vorgebracht
Gedankenschweiß
der letzten Fiebernacht

Auf den Straßen
die Leute
umarmen ihre
Fehlfarbenhäute
zur Feier des Tages
in einer Schweigeminute
denken zurück
in die alte Zeit,
die vermeintlich gute
ehrlichere herrlichere
Schneeflocken im Haar
draußen der See
gefroren, glasklar
starre Strukturen
Mandela ging
der Winter bleibt da.

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2 Kommentare zu “Mandelas Winter

  1. finbarsgift sagt:

    oh liebe fee,
    was für ein feiner
    mandelanischer
    poemwinterzauber
    aus deiner absolut
    unnachahmlichen
    feenpoesiefeder…
    liebe grüße
    vom lu

  2. karfunkelfee sagt:

    Die Verbeugung der Karfunkelfee
    vor dem Heimgang eines
    großen Idealisten und Träumers.
    Er war mir sehr sympathisch.

    danke…

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