i was a flower – ich war eine blume

20140131-114854.jpgIn memoriam Pete Seeger.

(27.01.2014 r.i.p.)

i was a flower

my head was

empty-headed

ruptured for fun

the rest of my body

stalk, petals, roots

all my knowledge

‘bout me

as a flower

died

in green

pasture of meadows.

*

an old woman

in the street

inaccessibly adamanted

found my

wilting flower crown

solely

remaining

of me

and pinned me

with a smile

into her

white hair.

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ich war eine blume

mir wurde

gedankenlos

der kopf

zum spaß abgerissen

der rest meines

körpers

stengel, blätter, wurzeln

all mein wissen

von mir als blume

starb im

grünen wiesengras.

eine alte frau

hart und unnahbar

auf der straße

fand meinen

welkenden blumenkopf

der einzig

von mir

übrig war

sie steckte

ihn

lächelnd

in ihr weißes haar

Es eilt…

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Dies ist ein rennender, fliehender, preschender, vorwärtsjagender Text, er spurt in Fragen, er will nichts sagen, doch weiterlaufen, aus Regenpfützen Durst stillen, will weiterpreschen, fluchten, Tage in Jahren suchen, manchmal fluchen, digging in the dirt,  Füße schlammverspritzt, alle Sachen durchgeschwitzt von der Hitze, dem Willenwollen, dem Lassensollen, den Minutensekunden, Seitenstechen, flacher hecheln, hyperventilieren, sich wehren gegen frieren, sich bewegend erregend in die Spur legen, in die Weite drängen, längenkilometerweite Längen, sengen den Atem, bis er sich in die Lunge fliehend verliert, es gebiert ein Lächeln, das Wünsche generiert in den Vorstellungen durchrannter Impressionen, ein Hörsaal, auf ein Äußerstes in der Enge des Thorax gefangenen komprimierten Weltfeldes, das die Bewegung fühlen muss, um ein Ventil zu sein für die überschüssige Energie unaufhaltsam sich zwingend wollend in eine Form von Lichtgeschwindigkeit, den Kick umgesetzt in das Adrenalin der arbeitenden Muskeln, der sprintenden Füße, ein Homerun nach dem Anderen in dem die Bodenhaftung ihre Wichtigkeit nicht länger spürt, der Körper wird zum Spannungsfeld, zum gebogenen C, in gegeneinander rotierenden Achsen, komprimiert auf die Dynamik eines Initials, ein Fanal der Eile, ein Vektorstrahl steil in die Zukunft zeigend, synchron hin und her schwingend in der energetischen Vorwärtsbewegung hin und her der Steiß schwingt der zum Pferdeschwanz gebundene Schweif am Rücken, ein entzückendes Gefühl per pedes sich völlig verausgabend in die Zeit treiben zu lassen, in der Bewegung die alten Bezugspunkte zu erfassen, zu kennen, sie beim Namen nennen zu können, navigierend wie eine, die mit den Sternbildern durch ds Universum reist, wilde Wege in Abkürzungen grauenvoll erinnernd, hier stagnierte Zeit in Unfassbarem, es lohnt, wenn ich den Teufel ein ums andere Mal in Geschwindigkeit schlagen will, um Zeit zu haschen und Augenblicke in der Strömung der Ewigkeiten wieder weiß zu waschen wie Flusskieselsteine, mich zu verweilen, ungeachtet jeden satanischen Widersinns, es ist die Eile, in die ich zeitweise fliehend, immer wieder einweilen will, wie ein Maß an Stille, umschlossen von einem Willen, der, einmal in Bewegung umgesetzt, einmal losgeflossen, sich an der umgebenden Realität nur noch willkürlich und gewollt verletzt, um noch zielstrebiger sich fortbewegen zu können, hindernde Kanten abzureiben, abzuschleifen, weich ist die Stromlinienform, die das Licht in Geschwindigkeit findet, unerreicht fließendförmig in den Strukturen, zerfließende weiterbewegung zeigert in zerflossenen uhren auf abstrakten gedachten relativitätstheoretischen masselosen fluren, nachgiebig und weich, spurt Licht in die Zeit hinein, ich will wie das Licht sein, ich will immer voranstreben und alle Energie, die ich in mir habe und trage, in diesen schnellen quecksilbrigen Flusscharakter einbringen, wenn ich unbeholfen, mit der Kraft in den Füßen Richtung Zukunft stolpernd dränge, alle Enge hinter mir lassend, einen Schritt in tausend Schritte fassend, elritzendschnellflitzend, rasend, hastend, nicht rastend, hingabe, atempirsch, ein aus jagend, stürmend, glühend, feuer, höher schneller weiter…weiter…und weiter…und…

STOPP!

HALT!

EIN!

MITTEN IM LAUF!

 

Weile, weile, weile…

zeit hängt in den seilen

weile wie du willst

liebevoll du stillst

den kick in den

zurückgelegten meilen

haltehaus mitdir

es ruht

es stillt

es zeigt

dir

ein gefühl von frieden

ewigweit

inmitten umgebender eile

die slowmotionzeit

sie liegt im moment

kostbar sorglos

verborgen

wie ein stilles warmes licht

entspannt dein gesicht

einatme ein quantum

stille in sich

ruhende

energie

das darf

 

es eilt…

Das Grauen

Der Text beschreibt einen Traum, der mich immer mal wieder heimsucht.
Ich habe ihn aufgeschrieben.
Die Karfunkelfee
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In der Nacht, wenn alles schläft. Wenn alle Geräusche, bis auf diese Autobahn im Westen, die nie zur Ruhe kommt, verstummen, tobt in meinen Träumen eine gnadenlose Schlacht. Ich sah die Toten, ich ging langsam um sie herum, über das Schlachtfeld und roch die Leichen, es hing darüber wie ein Leichentuch aus Fäulnisgasen, ein schwerer Dunst, der Blutgeruch, die Eingeweide, die abgetrennten Glieder. Ich sah die toten Augen und Feinde, die mit Gegnern wie im Liebesrausch umarmt, sich gegenseitig mit ihren Dolchen durchbohrten. Ich hörte die leisen Lieder der Verwundeten, wie sie sich Mut zusangen. Ich sah die Pferde liegen, die Leiber aufgerissen von den Bajonetten, von den Macheten, die Köpfe im Staub. Hinten am Horizont zogen die Generäle, taub geworden vom endlosen Donner der Waffen die wehrlosen Überlebenden zusammenraffen, sie trugen die Köpfe ihres Verstandes auf ihren Speeren. Sie waren verrückt geworden über all dem Wahnsinn, dem Blutrausch, den amoklaufenden Horden, wie sie übereinander herfielen, aufeinander zielend mit dem Tod, der Verdammnis als Sekundanten und jeder Kampf, in dem die Massen einander überrannten, war in Wirklichkeit im Morgenrot das immer sich wiederholende Duell zwischen alten Bekannten.

Es war still, bis auf die Autobahn, die leise sang.

Die Nacht war noch lang, das Schlachtfeld schwieg. Ich wollte Frieden träumen und träumte den Krieg, ich wollte Sieg in Sanftheit finden, sah, es war nicht mehr wichtig, weil die Gleichgültigkeit den Hass überstieg, ich sah, Wut sich mit Trauer und Verbitterung in ein infernalisches Trio verbinden.

Es war die Hölle.

Draußen  die dissonanten Lieder der Straße, die umgekehrten, nie verstummenden, sich gegen jeden Rhythmus wiegenden, bis hin zur Trance.

Verzweifelt versuchte ich wegzufliegen und hob die Arme, ich wollte fort von all diesem Tod, ich wollte träumen von dem Warmen, ich wollte etwas wissen von Morgenrot. Es war mein Sonnenbrot, ich wollte fliehen und stieg in meiner Verzweiflung auf Leichenberge, um höher zu gelangen, doch alles, was ich sehen konnte, waren jene endlosen vielzähligen Schlangen der Vertriebenen, die oben auf den Bergrücken entlangzogen mit dem Wenigen, das ihnen noch blieb.

Auch sie sangen, sie sangen die ganze Zeit über Liebeslieder, während am schwarzen Traumhimmel Neonzeichen zogen, überdimensioniert, gewaltige Zeichen, die ich nicht verstand. Sie wirkten wie ein Menetekel an einer schwarzen Himmelswand, sie zogen in unendlichen Ketten, ich dachte, sie seien eine längst vergangene Sprache, aus längst vergangenen Städten. Das Land brannte, ich versuchte zu fliegen, hob die Arme und es gelang.

Draußen vor der Nacht sang die Autobahn ihren Blues.

Ich träumte von Krieg, zog mit anderen jenseits aller Klangwelten, jenseits diesseits, über Berge in einem Land, das ich noch nie zuvor sah.

Ich wusste instinktiv, was ich im Traum sah, würde immer wieder geschehen, es war ein Teil der Wahrheit dieser Welt. Ihre dunkle Seite, die ich immer wieder in den Träumen sehe, wenn ich mir selbst die seltsamen Pfade und Wege zum Weiterwissen bereite, wenn ich den Toten die Augen schließe und ihnen Silbermünzen auf die schlafenden Lider lege, ihre Münder ein letztes Mal küsse und sie dann zum Fluss schicke, an dem Charon schon wartet. Wie lange, frage ich mich, werde ich dies noch tun müssen, ein ums andere Mal? Mir scheint, die Zahl der Toten ist eine Unendlichkeitszahl mit unendlich vielen Stellen. Ihre Grausamkeit zeigt sich im letzten verzerrten Lächeln, ihre Unerbittlichkeit wich der Agonie der Blicklosigkeit bewegungsloser starrer Augen, fassungslos in den Himmel verdreht. Im Traum ist es meine Aufgabe, mit nichts bei niemandem für sie um Auferstehung zu flehen und ihnen zu zeigen wie ihr Herz nach Hause geht.

Im Westen wacht die Autobahn, ein Hupen, Kreischen, ein ständiges Vibrieren, im Westen der kahle schlafende Wald sich Frühling entgegenfriert.

Ich drehe mich, ich wende mich, meine Füße zappeln im Schlaf. Ich muss wandern mit den andern, unter dem kryptischen Himmel mit nichts als mir selbst, nicht mal Habe, nicht mal Kleidung, über Bergrücken ziehen, auf und ab, die Bewegung meiner Füße im rastlosen Trab, ich wehre mich dagegen, begehre auf, bleibe endlich sitzen, ein paar andere mit mir. Die Traumnacht fühlt sich substanzlos konturenlos an, neben mir ruht im Gras ein alter Mann. Er scheint zu frieren, ich wärme ihn, mit nichts als meiner Haut bekleidet. Im Traum weint er haltlos und ich kann nichts dagegen unternehmen, dass er entsetzlich leidet. Da dachte ich an all diese Toten, wie sie dalagen, stinkend, kalt, verdreht und still. Ich fragte den Alten, ob es diese Art Leid sei, das er will. Er umarmte mich und weinte. Im Traum zeigte mir die Zeit neonfarbene Zeichen, wie sie an einem finsteren Himmel zogen, der sich dem Leben entgegengewandt hatte, sich über es gestülpt wie ein gewaltiges Nichts, ein gehetztes Schwarz, in dem ein Leuchten trieb und ich wusste nicht, war es Drohung oder Versprechen? Ich wusste nicht, bedeuteten diese Zeichen am Himmel über der letzten großen Schlacht einen Sieg über das Gute oder ein unsühnbares Verbrechen? Was wollten sie mir sagen, warum bewegten sie mich, warum regte sich in mir, als ich sie sah, etwas wie Klarheit? Ich begann sie zu fragen. Ich sah, wie gewaltig sie waren, träumte mich hin zu ihnen, durchscheinend waren sie, substanzlos und riesengroß, unzahldimensional, strahlend, fremd und kalt. Ich sah sie ziehen in endlosen Gleichungen, Zeichenkolonnen über dem verbrannten Wald. In der Ferne ein Ruf, ein Vogel, eine Wildgans, sie schrie. In der Ferne die fliehende Nacht. Ein Streifen Grau, ich sage einer Frau neben mir, ich will erwachen, sie lachte und in diesem Moment, mit dem Gefühl toter Augen in meiner Brust, wachte ich auf.
In mir das Schlachtfeld, die Welt, in mir das Grauen. Heute Nacht, in meinen Träumen, schaute ich es.
Das Grauen.

Weißwandweiß (Skizzen an einer weißen Wand)

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du stehst vor der

weißen wand

schaust

in das leere Land

an hand verstand

ohne gegenwehr

ergibst dich

fremdvertrautem

bist dir dabei bewusst:

die reise dort hindurch

wird dich grenzüberschreitend zehren

wird dich hemmungslos wehren

in dir selbst verqueren

gegen dich kehren

im grund verneinen

uneins machen

mit dir selbst

sich zusammensetzen wollen

auf dich zählen

dich erwählen als scout

der noch jede spur

im flüchtigen sand

erwitterte, erspürte, aufgriff

und für dich wiederfand

die reise

wird deine disziplin

auf das äußerste

unterwerfen und fordern

wird dich aushärten

wie glühenden

klingenstahl

zweihundert mal

scharf gefaltet

wird anordnen

dass du zur stelle seist

deinen mut beweist

indem du deine loyalität

deinem willen verpflichtest

und flagge zeigst.

 

du stehst

mit mir

vor der wand

ich halte dich

an der hand

dein hals

offen, entblößt und frei

der blick

bewusst sich

auf das weiß

richtend, haftend

nimmst du deinen willen

willst ihn nichts als stillen

seelenfrieden ist des

noblen handelns

hoher edler preis

das weiß der wand

das so gut weiß…

das weiß auch das schwarz

in sich wiederfand und

es reflektierte

in schwarz aus weiß

das die bekannten zeichen

auf die wand vor die

du schaust

kalligraphierte.

 

was schärft deinen blick?

frag doch die wand!

was du brauchst,

was du wünschst

was du sehnst

wie du es stillst

es in schwarz auf weiß

bereits hand in hand

gefühl gepaart mit verstand

längst von dir

daran geschrieben

stand.

 

bedenke,

hinter dem

offensichlichen blick

vor die weiße wand

dem zwang

immer wieder

davor stehen zu wollen

sie ansehen zu sollen

steht der wunsch

erst deine schrift

lesen zu können

sie landeinwärts

zu verstehen

weitergehend

den blick

schweifen zu lassen

im vergessen

des sichselbsthassens

jeden tag neu

um frieden

zu flehen, ihm nahrung

zu geben im ausdruck

deiner schrift

an der wand

lies sie

sie ist das,

was dich lenkt

das, was dich lenkt

ist etwas

das hat schon immer

in dir bestand

gefunden

lässt dich gesunden

ist deine innere führung

rührt dich zutiefst

ist die agression

die du in faszination

umzuwandeln beliebst

worte zu kraft

orte, die deine phantasie

sich ausdenkt

sich schafft

 

lass uns reisen, bruder.

wir stehen nebeneinander

vor unserer wand

wir werden uns

verstand an herz

einander unterweisen

laut, leidenschaftlich, leise

wie nur

wir es können

weil wir schon alles verloren

weil wir

die armen seelen sind

narren und toren

clownesk, kafkaesk

rettungslos

an die liebe verloren

blind vertrauensvoll

kind-licht

legt hände ums

blinde gesicht

will begreifen

hell angestrahlt

von weißer leerer wand

lese ich deine schrift

höre ich

wie sie spricht

ist dies dein

gegenlichtgedicht

in weißwandweiß

will dich muten

will dich fluten

will dich gründen

um jeden preis

dies tut es nun –

auf mein geheiß

 

 

 

 

 

 

 

 

(Eerie – Fairie – Licht) Traum erwache

Wieder eine Zusammenarbeit meines Blogfreundes Autopict und mir. Na? Hat jemand von Euch Betrachtern eine solche Stimmung schon erlebt? Ich schon, ich fand sogar Worte für sie, aber ich bin eine Fee und von daher fällt es mir überhaupt nicht schwer.

Wer nun Lust bekommt auf noch mehr phantasiedurchwirkte Bildmagie, schaue bitte hier: 

http://autopict.wordpress.com/2013/11/02/weekly-photo-challenge-eerie/

 

 

 

Bild

himmelbunt vermalt

wie bettwäsche

sanft das gras bedeckt

traum erwache…

ist

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ist vergisst ist

misst

frisst bist

triste frist

 

ist im ist

lassen

trist trist…

 

ist will ist

fassen

vergisst

ist

 

ist will ist

in massen hassen

trist trist grüßt

 

ist will ist

listig

anfassen

anmaßen

mist!

 

 

ist will ist

fassen

ist im ist

lassen

ist vergisst

mist in

tristen gassen

ist will prassen

 

ist im ist  

im fassenlassen

fließt.