Exerzitien

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Der Tag ist grau,
in mir ein Flecken
Himmelblau.
Ich bin nun still
auch wenn die Stille
mich nicht will.

Ich schließ die Augen
und sehe Licht?
Nochmal…
…denn das klappt
noch nicht…
aufdieknie!
Augen zu!
Füße zusammen!
aufrecht sitzen!
gerade Haltung!
kopfgesenkt atmen…

Ein Klosterort
wäre jetzt schön
könnt ich
in die Ferne sehn
beschützt
von dicken Mauern
könnte Zeit
mich dauern

hier könnte
ich trainieren
Erstarken
jeden langen
schweigenden Tag
zimmerkarg
weißwändiglicht
wie ich das mag
meine Hände
schattenspielen
mein Leben
schwarz auf weiß
wie ich hier
so eng bei mir
mich wiederfühle.

Langsam sein
entschleunigen
falsche Entscheidungen
bereuen,
nicht angewiesen sein
auf Absolution
einen Stein werfen
über Klostermauern
auf Wiese fällt
kleinweißohneziel
in der Sonne liegend.

Ich erkenne lernend
mein Wille ist viel
nicht alles
die Ruhe
liegt in meinem Vertrauen
in meinen Willen
das es richtig sei
gut mich umzuschauen
sehe andre
schweigend stehen
gehe vielleicht
zu ihnen?
Ich habe Geduld
mit mir
jeder Blickkontakt
ist eine Tür
manche verschlossen
andere offen

Ich lerne schweigend mit
den anderen
hoffen.

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4 Kommentare zu “Exerzitien

  1. und manchmal, liebe Fee, da sollten wir auch laut hoffen, laut in die Stille rufen, damit wir unser Hoffen selbst wieder spüren und es
    verführen, weiter mit uns zu leben und uns nicht zu verlassen, damit wir uns am Ende nicht hassen.
    (nein, nein, ich will nicht immer reimen *g*)

    • karfunkelfee sagt:

      Hassen? Was für ein starkes Wort im Zusammenhang mit Rein-Abstraktem…
      Hoffnung ist nett, sollte jedoch
      realistisch bleiben.
      Rufen nicht, mal vorsichtig nach Zeit fragen besser und sorgsam schauen, bei wem.
      Versöhnlich bleiben bei
      alledem.
      Eben Exerzitien.

  2. Hassen ist etwas sehr Konkretes, nimmt einen bestimmten Platz ein,
    hier kam es an durch diese Reimegeschichte… bissel dumm 🙂

    Hoffung ist aber viel mehr als nur nett, Hoffnung wird nie nur eine Nettigkeit sein, sie würde ich zu den Notwendigkeiten zählen, liebe Fee, und welches Gefühl ist wirklich real, wir fühlen ja nur, daß wir fühlen, doch fehlt uns dieses Hoffen auf Besseres, bzw. auf Veränderung, dann fehlt das, was uns guten Mutes in die Zukunft sehen läßt und hat uns der Mut verlassen, beginnt die Resignation u., die bringt immer nur Stillstand, Unweglichkeit…

    Lautes Rufen nach der Hoffnung bedeutet, daß wir uns Luft machen, uns befreien möchten von trüben Gedanken. Möchtest Du immer nur flüstern? Wer hört Dich dann?

    Ok, ok, ich gebe zu, bei Exerzitien wird lautes Rufen fehl am Platze sein, aber ich bin mir nicht sicher, weil es inzwischen so viele verschiedene Formen gibt *lächel*

  3. wederwill sagt:

    Es steht sehr viel Nachdenkenswertes in deinem schönen Gedicht, am meisten haben mich die Zeilen vom Bereuen der falschen Entscheidungen zum Nachdenken gebracht, verbunden mit dem
    „nicht angewiesen sein
    auf Absolution…“
    diese Hoffnung auf Absolution steckt glaub ich zutiefst in jedem von uns, obwohl wir es uns nur mehr oder weniger zugeben, ein Nicht-Angewiesensein darauf, würde uns tatsächlich oftmals freier machen.
    Viele liebe Grüße zum Sonntag (fast wie auf Kommando setzen die Glocken mit ihrem Sonntagsgeläut ein…) sendet Dir
    Marlis

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