Für Clara Himmelhoch – Blaue Berge, Karfunkelfee-Gravatar

Blaue Berge

Wie seltsam die Dinge manchmal geschehen können, will ich Dir erzählen. Vor einem Jahr schickte mir ein lieber Freund ein Bild von blauen Bergen. Es war wunderschön und ich ließ mich davon zu einem Gedicht inspirieren und postete das Bild mit dem Gedicht in der Annahme, mein Freund hätte das Bild selbst geknipst. Doch dies war leider eine Fehlspekulation. Es ist halt immer besser vorher zu fragen, selbst wenn man jemandem eine Freude und gerade vielleicht, wenn man sie jemandem machen möchte. Ich jedoch postete beides. Er schrieb mir, das Bild sei nicht von ihm, es sei ein Windows-Bild, ein Hintergrund mit blauen Bergen. Das konnte ich nicht stehenlassen! Fremdbild und wen hätte ich fragen sollen danach? Ich kam mir ziemlich bescheuert und voreilig vor und überlegte, was zu tun sei. Also nahm ich den Beitrag erst einmal heraus und dachte nach. Zwischendurch gab ich allen möglichen Leuten die Schuld an meinem Unvermögen, auch meinem Freund, er hat mir inzwischen verziehen und dann begab ich mich auf die Suche nach einem Blauebergemotiv. Ich suchte so ziemlich überall. Na, ja. Ich habe ja auch genug Wald hier, um die Bäume nicht mehr erkennen zu können, selbst, wenn sie direkt vor mir stehen.

Also suchte ich weiter. Wochenlang. Keine blauen Berge. Das Licht stimmt nicht. Das Wetter stimmt nicht. Keine Aquarellfarben, keine Scharfabgrenzung, Regenwetter, Mist!

Ich fluchte, ich suchte und eines schönen Abends, letzten Sommer irgendwann, es war ein schöner Tag gewesen, da stand ich an meinem Küchenfenster, trank eine Tasse Kaffee und schaute versonnen auf den Teuto in Knallblau. Mit allem was ich wollte. Vor Schreck ließ ich fast die Tasse fallen. Doch ich besann mich rechtzeitig und flitzte ins Wohnzimmer, holte das Handy, das natürlich, braucht man es einmal, selbst in einer 76 qm großen Wohnung in unerreichbaren Entfernungen herumliegen kann. Endlich das Ding in der Hand, jagte ich wieder zurück in die Küche und hielt drauf, drauf, drauf, drauf…..ich glaube, ich schoss 20 Aufnahmen nacheinander in verschiedenen Perspektiven, ich kletterte auf die Anrichte und ignorierte die unten stehen gebliebenen Passanten, die zu mir hochglotzten, was ich da am herumturnen war und dann war das Licht futsch und ich musste aufgeben.

Auf meinem Blumenwiesensofa inspizierte ich sofort meine Beute. Von 20 Bildern waren fünf brauchbar, acht verwackelt, einem fehlte die Schärfe in den Übergängen von Himmel zu Berge und zwei waren völlig versaut. Vier kamen in die engere Wahl und ich war nicht schlüssig, weil ich kein Fachmann bin. Fachfrau? Egal, achtundachtzig…

Eines wars dann. Ich schaute und verglich noch zwei Tage und dann bloggte ich und freute mich, dass ich ein selbst gefertigtes Bild vorweisen konnte, das dem Gedicht in Ungefähr entsprach, mit Ausnahme der Talschatten, die liegen im Dadrüber und Dahinter.

Die Karfunkelfee hat bildlich das für sich gefunden, was ihr entspricht. Das muss kein Foto sein, stimmt. Gesichter sind so vergänglich. Doch den Teuto gibt es schon seit der letzten Eiszeit. Insofern etwas sehr schön Beständiges, so die alte Welt uns Bestand lässt. Ich wollte Besinnlichkeit, ja. Und Berge. Passt gut zur Fee, danke schön, dass es Dir auffiel, Clara. Darum auch dieser Beitrag hier nur für Dich allein, zu Deinem Amusement. Übrigens kann man bei uns mit dem Fesselballon fliegen.

In achtzig Tagen über Westfalen hinweg mit Zwischenlandungen im Weserbergland.

Einen lieben Gruß von der Karfunkelfee.

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4 Kommentare zu “Für Clara Himmelhoch – Blaue Berge, Karfunkelfee-Gravatar

  1. Ich dachte, ich sah nicht richtig, als ich meinen Namen las. Das ist so etwas von wonnig von dir. – Hier als so großes Foto sieht es ja eher aus wie Raufasertapetenmuster *grins* (nicht sauer sein), aber in Gravatargröße ist es wunderbar.
    Ich bin ja in solcher Beziehung „rotzfrech“ – ich hätte ein ganz normales Foto einfach mit Photoscape bearbeitet und erblauen lassen – aber so ist es natürlich 83,5 mal wertvoller als einfach ein eingefärbtes.
    Dankeschön – es fiel mir wirklich sofort ins Auge.
    Und tschüss und danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. autopict sagt:

    Ein schönes Bild wie ich meine.
    Und eine schöne Geschichte (nach dem Schreck). Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie aus ungefragten Situationen letzten Endes schöne Erlebnisse werden können und du zur Fotografin mutiertest.
    😉

  3. finbarsgift sagt:

    eine feine kleine blaue Geschichte
    mitten aus unserem blauen Dasein
    auf dem kleinen blauen Planeten Erde
    am Rande der riesig-blauschwarzen Milchstraße…

    … aber sag: kennst du auch das grüne Leuchten?
    hast du es schon mal versucht zu fotografieren?
    (das ist gar nicht leicht) *blinzel blinzel*
    liebe Morgengrüße vom Lu

  4. Maiks sagt:

    … von den blauen Bergen kommen wir … 😉 Manchmal sind auch Feen etwas verwirrt … Ich kann mich nur Clara anschließen. Soweit ich weiss kennt das Feechen einige Leute die a) einen Haufen Bilder auf Lager haben und b) die mit Photoshop umgehen können. Fragen kost‘ bekanntlich nichts… Aber so sind wir wieder zu einer kleinen Geschichte aus dem Feenleben gekommen, was natürlich seinen eigenen Charme hat. 😀

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