wolken abknallen in peking

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schönes wetter

für alle chinesen!

chemiekunst für die gunst!

schickt die flugzeuge los!

500 millionen us-dollar

für den himmlischen krieg!

6781 artilleriekanonen

4110 raketenwerfer

in wolken schüsse feuern

 

wolkenbewegen

wolkenzerbomben

 

wolken abknallen in peking!

menschenglückpflege

politikgunsthege

reingewaschene

silberne kunstfaserweste

liegt auf grünen

vollfettberegneten

reisfeldern

auf chemieverpeilten wäldern

im smog

über der stadt

in der es zu wenig regen hat…

chinesen gibt es in großer zahl

schlechtes wetter

unterwandert die politische volksmoral

sonne als misstrauensvotum?

während ein grünes reisfeld

halmunter

in fetten chemiegeschwängerten

regentropfen ersäuft

die noch nicht fallen wollen

aber dennoch sollen.

silberjodidregen

ungefährlich erklärt

unentrinnbar für jeden

fällt auf erde mensch

gesundheitlich unbedenklich

für einen blauen sonnentag

 

wolken abknallen in peking

für jeden der keinen regen mag

demütig dem volk dienend

himmlisch kriegerisch

mit stolz strahlender

kaiserlicher gelber

sonne zu pflegen

bezahlt wird alles generös

mit stolzer arbeitskraft

in vier jahren

in china

wieder wahlen

wie schön!

wird die welt

wieder chinas

himmlisch erkämpfte

sonne sehen auf den

großbildschirmen?

regenschirme

sind indiskutabel

des kaisers

strahlende farben

leuchten in china

immer noch

sonnenleuchtendgelb

demonarchisch

monarkratisch

auf volkes seele

damit sie nur

das richtige für sich wähle…

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7 Kommentare zu “wolken abknallen in peking

  1. Ich denke an dich – doch das Gedicht macht mir Angst. Mir macht es überhaupt Angst, wenn irgendwo so viele Menschen zusammen sind, wo ich immer denke, dass es ein Konfliktpotential sein muss.

    • karfunkelfee sagt:

      Das kann einem auch Angst machen, wenn es schon soweit kommt, dass so viel Geld hineingesteckt wird nur damit eine Parade unter Sonnenschein stattfinden kann.
      Das ist eine Form der Dekadenz, impliziert man dass Dekadenz auch immer eine Form des Zynismus an der Gesellschaft selbst ist, die mit etwas herum spielt, deren Folgen sowohl für die Landschaft, als auch für die Gesundheit der Menschen noch nicht zweifelsfrei unbedenklich vorhersehbar sind. Silberjodid ist ein Salzkristall, der Wassermoleküle bindet, ist bestimmt total gesund für alle Körper und organische Wesen. Nur Schwämme fühlen sich besser.
      Bedenke ich weiterhin, dass es in diesem Land so viele Menschen gibt, die nicht wissen wie sie ihre Familie ernähren sollen, erscheint mir die Investitionen von so viel Geld für Sonnenschein wie ein Gewaltakt an der Armut der Bevölkerung.
      Traurig, dass so ein großes Land wie China, solche Machtdemonstrationen nötig hat.
      Was für eine fanatische Form der eigennützigen Gedankenlosigkeit!

      Wenn viele Menschen zusammenkommen gibt es sicherlich immer ein Konfliktpotenzial.
      Kann mir allerdings nicht vorstellen, dass Sonne das besser machen soll.
      Vielleicht mal wieder ein Putsch?

      Lieben Abend Gruß von der Fee und danke für deinen Kommentar

      • Wie das mit den „Putschen“ so ausgeht, bekommen wir ja oft in den Sondersendungen der Nachrichtenredaktion gezeigt. Tausende von Menschen verletzt oder tot – und die „Beputschten“ sitzen meist im Trockenen.

  2. Marion sagt:

    Großartig ausgedrückt. Was ich von China höre, macht mir auch manchmal Angst. Und dann kehre ich zurück in mein Hier und Jetzt, wo ich wirklich etwas verändern kann.
    Hoffend auf den Tag, wo es von dort positive Veränderungen zu verkünden gibt.

    • karfunkelfee sagt:

      Indem wir darüber sprechen, verändern wir doch schon etwas… Wir sehen es wir schauen drauf, doch unsere Nachrichten sind so voll mit Informationen, dass unser Überfrachtetes Gehirn es nicht mehr schafft, wirklich den Augenmerk darauf zu lenken.
      Ein Hoch auf Olympia?
      Zu welchem Preis?

      Aus diesem Zusammenhang heraus, entstand das Gedicht. Anlässlich der Olympischen Spiele in Peking, wurde das Wetter gemacht.
      Am schlimmsten finde ich, dass dem so wenige nur Bedeutung zumessen..
      .

      • Marion sagt:

        Du meinst, indem wir darüber sprechen, verändern wir im Bewusstsein etwas?

        Dass dem so wenige Bedeutung beimessen… Ich denke immer, wenn ich einen Vollzeitjob hätte – wie so viele – dann würde ich überhaupt nichts mehr große Bedeutung beimessen als meiner Überforderung und meinem einfach nimmer rum- und zu mir kommen. Diese Menschen sind doch wie ein Hamster im Laufrad. Was sollen sie noch Bedeutung beimessen, wenn sie kaum zum Durchschnaufen oder gar auf sich Hören kommen?

      • karfunkelfee sagt:

        Nein, kein Sendungsbewusstsein und schon gar nicht für überarbeitete Menschen. Die sind doch sowieso schon total gebeutelt von diesen ganzen Sendungen, Moralismen und Glaubensrichtungen.

        Ich wollte nur sagen, dass wir nicht in der Lage sind aus der Flut von Informationen, die uns die Nachrichten zu Verfügung stellen,
        Noch wirklich wichtiges zu verinnerlichen, eben weil es genauso ist wie du sagst: im Hamsterrad bleibt keine Zeit, um die Welt zu retten.

        Ich schreibe nur, weil ich ein Spiegel der Welt sein will.
        Wie ich sie erlebe und sehe.
        Ich schreibe aus purem Eigennutz.

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