Du

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Dies sagte ich dir als ich dich zuletzt sah und dachte, dass du vielleicht manchmal einsam seist, dir viele Gedanken machst, die um dich kreisen wie Höllenplaneten, ständiges Feuer und Eis in den ewigen Stürmen.

Ich fragte mich das, als ich deine Mundwinkel betrachtete und fand deine Augen hinter den scheinbar entspannten Gesichtszügen ernst als ich sie näher an mich heranzoomte. Ich vermisste in deinem Blick den lieben albernen Schalk, der du sein kannst.
Wer stahl dein Lächeln?
Wer singt für dich Lieder vom Frieden in hilflosen Zeiten?

Für das, was du willst brauchst du Kraft, Zuversicht und Mut, aus voller Seele. Was wird gut? Wer kühlt dir die Füße in den Glutfeldern, über die du rennst , wenn dich nachts die Dämonen quälen? Ich umarme dich abwesend und still, kenne ich doch viele schon mit Namen, ihren Schrecken, den sie verbreiten.
Sehe, wie sich in ihrem Angesicht ernste Falten in das deine graben, sehe die Narben, die sie in dir hinterließen, sei gehalten in meinen Wünschen und Träumen über die Weiten einsamer langer Distanzen, in denen wir auseinanderfließen.

Wenn dein blitzlichtgewitternder Geist wie eine Superzelle grollend über dir kreist, sollen meine Gedanken lichtgetränkte Pfeile in dein Zentrum sein, müssen sich dir nicht erklären, beweisen, du weißt von mir, was du wissen willst.

Der Stein der Weisen rollt steil bergan, gegen das Trägheitsgesetz.
Damit er dich in deinem freien Wurf an die Wand nicht wie ein Squashball im Rückprall allzu hart verletzt, habe ich die Himmelsdecke doppelt vernetzt.

Bin ich die, die einen Weg zwischen Mondsämlingen freisetzt, um sie gießen gehen zu können, damit sie ungehindert wachsen und gedeihen, sei der Boden auch noch so lebensfeindlich, kalt und fremd.

Das Sterntalermädchen gab alles den Armen hin, alles, bis auf ihr letztes Hemd, das ihre Blöße bedeckte und ihr überhaupt erst ermöglichte, die fallenden Sterne im Hemdsaum zu fangen mit dem Letzten, das ihr blieb.
Das war ihr wahrer Reichtum, das ist die Weisheit der Sterne.

Dies sagte ich dir, während du schliefst, leise in dein Ohr.
Dies sagte ich dir, bevor die Sonne ihren strahlenden Schatten hinter dem großen Mond verbarg und in der Nacht war ich wach als deine Seele im Traum nach mir rief.

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4 Kommentare zu “Du

  1. Oh – mit diesen Zeilen könnte und möchte ich mich von der ersten bis zur letzten identifizieren. Sie tun gut!

    • karfunkelfee sagt:

      Darum schrieb ich die…
      Auch, wenn jemand nicht da sein kann und fern ist, irgendwo, ist es ein tröstliches und schönes Gefühl zu wissen, dass da jemand anderer noch weiß, keine vielen Fragen stellt, nur ein Signal gibt:
      Ich denk an dich, weil es im Moment alles ist, was ich tun kann.
      Doch das zumindest kann ich tun und es ausdrücken in was auch immer, doch es den anderen wissen lassen, ohne direkt nach Präsenz zu fragen.

      Das sind Achtsamkeitsübungen.
      Ich finde sie hilfreich und sie tun gut, ein schönes Gefühl, so an jemanden zu denken.

      Dich drin aufgehoben wissen.
      Auch gut, nein…
      …umso besser
      😊

      • Meine Arme werden lang und länger und reichen jetzt bis an den Rand des Teutoburger Waldes – denn dort möchte ich eine Frau umarmen. Sollte sie gerade ein Kind in den Armen haben, wird das mit umarmt – nur das Rennrad, falls das gerade unterm Popo sein sollte – das wird zur Seite gestellt, denn ich will ja bei meinem starken Drücken keine Sachbeschädigung ausüben!

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