Après-Noel

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‚Du liest manchmal, wenn Dir langweilig ist,
meine Texte, Sohn?‘

Als ich das hörte, wie du das jemandem sagtest, fing mein Herz an herumzupoltern und innendrin baute sich ein Druck auf, der wollte unbedingt am liebsten sofort raus, Wunderkerzen anzünden, sie Funken sprühen lassen und deine Computer-LED-Beleuchtung, die ich an sich gruselig finde, fand ich plötzlich gerade genau richtig in ihrer buntblinkenden psychedelischen Farbüberschwallung.

Ich war in buntes Licht gewickelt und zündete später am Abend lauter Kerzen an. Einfach so und legte spanische Musik auf, tanzte einen Flamenco, den du glücklicherweise nicht sahst, denn ich kann nämlich gar keinen Flamenco und sah bestimmt komisch aus, während ich mit Kastagnetten bewaffnet zu Tierra Negra um die Teelichter herumhüpfte und deine Langeweile heraufbeschwor wie Aladdins Dschinn aus der Wunderlampe.

Vielleicht polierte ich deswegen die marokkanische Laterne, bis sie ihren Stumpf-Sinn aufgab und für mich glänzte an einer Stelle, an der ich nicht vermutet hätte , sie so dermaßen blank reiben zu können.

Schon seltsam, das alles.
Und das, wo Weihnachten vorbei ist und ich meinte, alle Geschenke schon bekommen zu haben.
Du hast mich eines Besseren belehrt, Sohn.

danke

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11 Kommentare zu “Après-Noel

  1. SalvaVenia sagt:

    Da weiß man gleich wieder, wofür man lebt … 🙂

  2. Diese Freude über dieses „Geschenk“ kann ich sehr gut verstehen. – Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, so sagt man doch!

    • karfunkelfee sagt:

      Ja, Clara, das war einfach toll.
      Ich habe überlegt, wie ich ihm das zeigen kann.
      Na ja…und weil ich texten kann, dacht‘ ich…
      😉

      Die Leidenschaft für Wort, Schrift, Sprache teilt er nicht mit mir, er hat ganz eigene Interessen.
      Deswegen freu ich mich besonders.
      Ich verstehe gar nichts vom Mountainbiken. Ich beginne Rennrad besser zu verstehen, doch das Vokabular der Mountainbiker ist mir noch nicht so geläufig.
      Er erklärt mir, wie die Sprünge genannt werden und was der Unterschied zwischen einem Downhill und einem Hardtail ist und all solche Dinge.
      Dabei hab ich nicht mal so ein Mountainbike.
      Wozu ich das bloß alles immer wissen will….😉😊

  3. bruni8wortbehagen sagt:

    *lächel*, ein Text, den ich so gut nachvollziehen kann, geht es mir doch ähnlich. Kein Mensch aus der Family scheint bei mir zu lesen u. schon gar nicht die Kids und dann eine kleine Bemerkung und Du hörst auf und hin und Du fragst nach und leise und fast verschämt (wieso eigentlich verschämt?) kommt heraus, daß manchmal doch gelesen wird, zu bestimmten Zeiten und bestimmten Worten 🙂 …

    Und das Herzchen macht einen Hüpfer, ein Freuen wandert durch Dein Gemüt und alles ist gut – für eine kurze Zeit

    • karfunkelfee sagt:

      Ich freue mich über Interesse und am allermeisten, wenn Menschen, die mir nahestehen, meine Texte lesen…
      …doch ich kann es nicht erwarten.
      Manchmal widme ich ihnen Texte, frage aber vorher, ob es okay für sie ist, nicht jeder mag das.
      Lyrik ist etwas so Spezielles, dass nicht jeder Zugang zu ihr findet.
      Das kann man nicht ändern, jeder ist anders gestrickt.
      Ich kann auch nichts mit Computerspielen anfangen, ich spiele lieber Tischtennis.😎
      Doch trotzdem schau ich mir Sachen wie Minecraft an, weil es meinen Sohn umtreibt, so wie Technik und diese Dinge.
      Ich will es so gut verstehen können, wie möglich und schäme mich nicht, wenn er wieder mal losplatzt:
      Boah, Mama, das weißt Du nicht…?!

      Man muss manchmal sehr sehr viele Samenkörnchen säen, bis ein einziges grünes Hälmchen keimt und sprießt.
      Doch dafür lohnt sich alle Mühe…

      Ich wünsch Dir einen guten Rutsch, Gesundheit und Zufriedenheit und natürlich das Allerwichtigste:
      Zeit und Inspiration für Deine schönen Gedichte, die immer einen Spaziergang in Wortbehagen lohnen.
      ✨✨✨✨✨✨✨✨✨✨✨✨
      Viele liebe Grüße,
      Stefanie

      • finbarsgift sagt:

        Ich spiele beides sehr gerne, immer noch: Tischtennis sowieso, aber auch ausgewählte Computerspiele 🙂

      • karfunkelfee sagt:

        isch weiß…😎😊

      • bruni8wortbehagen sagt:

        ..Man muss manchmal sehr sehr viele Samenkörnchen säen, bis ein einziges grünes Hälmchen keimt und sprießt.., oh ja, liebe Fee,

        so ist es wirklich und alle Mühe ist belohnt und doch bleibt immer dieses Fragezeichen, liegt es an der Lyrik, an der Generation, dieser sonst viel zu nahen Mutter, von der man sich abnabeln muß oder ist es noch etwas anderes, was nicht recht zu benennen ist, weil es flüchtig wie ein kleiner Wind an uns vorüberzieht, eine Ahnung von dem, was tatsächlich dahinter stecken könnte 🙂

        Herzliche Grüße zu Dir von mir m Neuen Jahr

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