Ein Hauch voll Wind

I.M.M.

IMG_6935

Ein Hauch voll Wind, der glücklichere Teil Kindheit, bist du, bleibst du.
Ein unbeschreibliches Gefühl, still und tief, wohl verwahrt in meinem Herzen, unvergessen für alle Zeit. Der höllische Schmerz, der dich mir fortnahm, gefühlt lange vor der Inventur des Lebens gewollter Endlichkeit. Wir sprangen wie Lämmer über die Schlachtaltäre unserer Illusionen. Die Hüllen unserer Unschuld entlaubten sich Maske um Schild bis zum bloßen Herzkern, so wild wie Erdbeerrot, unverdünnte Menschlichkeit bis zum Bodensatz. Das Unvergebene wurde zur Essenz der Scham, liebte sich ehrlich, wie beiläufig, aneinander dankbar endlich gefunden und vereint, bis zuletzt versöhnt.
Ohne dich und doch mit dir.
In treuen Gedanken.

Advertisements

Sportstunde

IMG_6933-0

Jung bist du, Trotzbock, willst nicht älter werden!
Steigst aus dem tiefstem Glutgrund fußaufwärts wie Magma hoch, Druck schädelsprengenden Druck aufbauend, keinen Weg hinaus findest du, implodierst im Bauch, schrumpfst zum Laserpointer im Magen, sezierst aus Mut das Wagen, das Wollen. Rauscht sprudelnd durch Adern, flammst das Blut, bis es kochend in den Ohren schäumt, bohrst dich überall hindurch, Zellwände, Membranen, Knochen und ihre Häute, verflüssigst sie, schockst jede Bewegung in Aufbegehren, sich verwehrend jedem Anfang.
Trotz in den Zähnen, verbissen in Worte, die sich hinten im Hals zusammenraufen wie erbitterte Kämpfer, taubst Ohren, blindest Augen im schnellen Wegsehen, bist die Kriegermentalität, kurz vor der Schlacht.
Suchst nach Sinn, rüttelst die ausgeknockte Vernunft in der Ecke, schüttelst sie wie einen übervoll tragenden Baum, bis sie endlich zu sich kommt, sie benommen erwacht.
Löscht Verstand den Flammenbrand?
Wechselt den Aggregatzustand von heißem Gefühl hin zu ruhig fließend, besonnen, bedacht?
Es ist Sportstunde, reg dich auf, Frau!
Das wäre doch gelacht!

Dein Raum

IMG_6932

Dieser Raum,
der immer noch deiner ist,
den ich immer noch unverändert ließ,
was ist er?

Ein Raum mit deinen Echos.
Sie wärmen nicht mein Herz.
Sie halten nicht meine Hände.
Dein Raum ist begrenzt –
er hat Wände.

Inspirationsquelle zum Gedicht von Janine Wagner und Lis‘ immer wieder gehaltreichem Blog, hier:

https://liska11.wordpress.com/2015/01/30/du-sagtest/#comments
Danke, Lis.

schlaf der lichtlosen sterne

IMG_6931

wo bist du
in den sandmeeren ?
ich träumte dich
an fremden fernen feuern
die ewigen bünde erneuern
vor uralten rätselruinen
vergänglich in ihrer geometrie
wie windige dünen

du bist das spröde lachende
gras in der abenddämmerung
der zeitblickwinkel
in dem seitwärts
die sandviper
ihr winden vergaß
bis der sand ihr wissen verwarf
in eine wehe
da war sie
der schlaf der lichtlosen sterne
bevor der morgen kam