In guten wie in schlechten Tagen

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Das ist das Thema:
https://wildgans.wordpress.com/2015/01/06/achtung-da-kommt-eine-lebenskurve/

Die Karfunkelfee bedankt sich bei Wildgans und der Autorin Christa Wolf für die geistige Motivation.
Gedanken dazu:

Ich habe schon viele Erklärungen gelesen, warum ein Mensch liest und schreibt.
Christa Wolf liefert eine Teil-Antwort, auch für mich als immer schon Schreibende, Lesende, ist es ein Teil-Aspekt – einer von vielen.
So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich geartet sind die Gründe, warum sie etwas Kreatives schaffen.
Etwas Ureigenes, so individuell, dass es wie eine Handschrift sie beschreibt.
Etwas in ihnen, das in einer Weise nach sich selbst wie auch nach anderen fragt, die speziell und besonders ist, jenseits der gängigen und allgemeinen Konversationsblockaden im Etikettenschwindeldenken menschlichen Bewusstseins.

Ich schreibe und lese aus purer Lust, manchmal ist sie so groß, dass sie ein Begehren mit Vampirzähnen wird und mein Lebensblut trinkt bis zur Erschöpfung, wenn ich über einem langen Text, in einem spannenden Buch die Körperzeit verliere, bis alles in mir nach Bewegung und wortloser Leere lacht, weint und gleichzeitig schreit.
Ich lese, weil ich lernen will.
Wissen ist sättigend.
Ein offenes Bewusstsein macht schön, Lernen hält jung,
Lesen und Schreiben den Geist flink und beweglich.
Nebenbei erfahre ich etwas über mich, das Tieferliegende, das ich sonst nicht so gut erkennen oder auf herkömmliche Weise mitteilen kann.
Ich staune oft, was und wie ich schreibe und ich mag es zu staunen wie ein Kind.
Das Leben ist so unglaublich vielfältig und überraschend, manchmal so unscheinbar und doch überwältigend gleichzeitig, dass ich der Unfassbarkeit Worte geben möchte, sie konservieren, den erinnerten Momenten den Geschmack der erlebten Gefühle, den Augenblicken die fehlenden Details, den Stimmungen das richtige und unverklärte Licht , denn unser subjektives Gehirn verklärt so gern das Positive um vor den Schlägen des Schicksals zu beschützen.
Doch die in der Erinnerung verklärten Gesichter verschwimmen nach und nach im Zeitfraß und Stimmen verlieren in der Erinnerung ihren vollen Klang, das Erlebte seinen Duft wie getragene Kleidung.
Die Phantasie, Ausdruck des verspielten kommunizierenden Geistes wird zum Chronisten der Realität, ein Handlanger des Lebens.
In guten wie in schlechten Tagen.

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11 Kommentare zu “In guten wie in schlechten Tagen

  1. Faktoid sagt:

    Warum gibt es nur ein „Gefällt mir“… Hier dürften gerne mehrere vergeben werden.
    Auf den Punkt.
    Ich les‘ das gleich noch mal.
    Danke

  2. autopict sagt:

    Das Begehren mit Vampirzähnen, das ist toll. Auf zum großen Beißen!
    Nein wirklich, treffender Vergleich.
    🙂

  3. dannysahs sagt:

    Diese Passage in deinem Text

    „Das Leben ist so unglaublich vielfältig und überraschend, manchmal so unscheinbar und doch überwältigend gleichzeitig, dass ich der Unfassbarkeit Worte geben möchte, sie konservieren, den erinnerten Momenten den Geschmack der erlebten Gefühle, den Augenblicken die fehlenden Details, den Stimmungen das richtige und unverklärte Licht , denn unser subjektives Gehirn verklärt so gern das Positive um vor den Schlägen des Schicksals zu beschützen.“

    hat mich sehr begeistert. Besser geht es nicht mehr , einer Leidenschaft Worte zu verleihen.

    • karfunkelfee sagt:

      Sehr herzlichen Dank.
      Es sind diese Kommentare wie Deiner, andere auch…die ermutigen und anfeuern in unbeschreiblichen Zeiten, in Selbstzweifelmomenten und an maulfaulen Tagen, wenn der Geist gerade so tut, als wüsste er nicht wie Lesen und Schreiben geht, denn auch diese gibt es…:)

  4. […] dass ich der Unfassbarkeit Worte geben möchte, sie konservieren…[]… Schaut einfach auf Karfunkelfee vorbei und lest. Es ist toll. Besser kann man die Leidenschaft des Schreibens nicht […]

  5. Wunderschöner Text, danke dafür!

  6. wildgans sagt:

    Der Unfassbarkeit Worte geben…
    Wir tun das! Wir geben uns Mühe, auch in gefährlichsten Kurven mit Gegenverkehr!
    Nachtgruß von der pelikanischen Füllergans 🙂

    • karfunkelfee sagt:

      Nachtgruß zurück und das Manövrieren in gefährlichsten Kurven mit Gegenverkehr ist eine Geisterfahrermentalität mit vorausschauendem Gegenverkehrsbewusstsein.
      Geister mag ich
      wirklich
      sehr…🚴🚴🚴😊

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