Aus den Dialogübungen – Pong

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Verstand:
ab in die Ecke! Schäm Dich! Du hast schon wieder versucht mich zu hintergehen, Du albernes Hopsding. Bleib gefälligst still stehen, wenn ICH mit Dir spreche.

Herz:
Blubb. Du kannst mich mal…Du pädagogisch unterbelichteter Fachidiot …Blubbblubb…geh doch denken…ey…blubb…schämen ist was für Luschen…blubbblubbblubbpongpingpong…

Verstand:
ich bin das Gesetz, ICH, Dein Verstand und ICH bin absolut, denn ICH stelle die Ordnung wieder her, die DU kaputtgemacht hast mit Deiner Sprunghaftigkeit!
Was kann ich Dich? Ich kann alles mögliche….ich kann noch ganz anders.
Bohnensuppe mit Milch.
Soooo…..eine Woche lang…und jeder Löffelvoll wird liebevoll abgeleckt!

Herz:
Iiiiiiiih Gitt! Das wagst Du nicht! Sowas kocht sie nicht…neverever…

Verstand:
Doch!
Wenn ich ihr nämlich erzähle, dass DU dafür verantwortlich bist, wenn sie nach Schokolade giert und sie zu überfetten droht…

Herz:
das ist eine Lüge! DU verführst sie zum Sublimieren, wenn sie mich nicht anhören soll, weil ich ihr sagen kann, was sie wirklich braucht!
Blubbpongpongpong…

Verstand:
Du erzählst ihr lauter sentimentalen unrealistischen märchenhaften Kinderquatsch und funkst ein Michael- Schanze-Lächeln in ihre Neurotransmitter, Du disrhythmischer übermotivierter Muskelklops..
Hoppfrosch…

Ich hingegen, ihr Verstand…Schwebe als reines Geistwesen analytisch objektiv und erwachsen über allem drüber…und erleuchte sie von tief innendrinnen…jaaa…

Herz:
Du überbelichtest sie höchstens, Du neurotischer Kleinhirnanalytiker, Korinthenkacker-Blubbblubb…
Klugscheißer-Verstand, -pongblubb-
setz mal vor -erwachsen noch ein ‚v’…wie…verwachsen…
Du alter Waldschrat, Blubb!
Du…Du… Randfichtenwichtel…
blubbblubbpongpongpong…
Du vergisst etwas:
Nur die Kinder sehen das Himmelreich…
die seligen…
pingpongblubb…
Duuuu…
kommst nämlich in die Hölle-Blubbblubb…
Ätschibätschiblubbpong…
…zu Dostojewskis Dämonischen, in diesem knochentrockenen Haufen Analytiker, mit denen kannst Du dann über Sinn, Unsinn und Nosferatu mit Klaus Kinski weiterdiskutieren…
pongpongpongpong…
aber ich…
blubbblubb…
…tanze währenddessen
mit ihrer Seele Tango auf Tuchfühlung…
Du siehst mich also herzlichblubb!…
…Lächeln..
.blubb blubb…
Peng.

Verstand:
hahaha…jetzt holperst Du los, hab‘ ich Dich aus dem Takt gebracht, was?
Hab ich Dich erwischt,
Du alte Rappelkiste…

Herz:
Verstand, du dumminanter Herzzüchtiger!
Wenn ich stehenbleibe, wegen Dir,
weil Du fies bist und mir Brechmittel wie Bohnensuppe mit Milch reinzwingst, bekomme ich mein Registrierkassensyndrom und dann mach ich eine kleine Pause-
bis Du blau wirst, na?
Wie klingt das für Dich?
Blubb.

Verstand:
Ich hasse Dich dafür, dass Du das kannst…?

Herz:
du bist bloß der Verstand,
Du kannst ja gar nicht hassen.
Blubb. Pong.
Aber dass ich Dich dazu bringe,
dass Du immer wieder denkst das zu können-
Dafür liebe ich Dich.
Ich kann das nämlich.
Blubb.
Ping.
Pong.

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10 Kommentare zu “Aus den Dialogübungen – Pong

  1. Herr Hund sagt:

    Sehr schön. Einem gefällt besonders das „schämen ist was für Luschen“. Da ist er ganz dabei. Und ich bei dem ganzen Text drumherum. Mit Herz UND Verstand.

    • karfunkelfee sagt:

      Ach, Herr Hund, danke für Ihren schönen Kommi.
      Ja…das sind meine beiden Streithammel, wie sie leiben und leben und dieser Dialog ist noch friedlich…
      sie können nicht mit, aber auch nicht ohneeinander, doch so langsam entwickeln sie die Alltagsroutine eines alten Ehepaares, das sich lange kennt und liebt, weiß, was es aneinander hat und auch inzwischen immer besser die Grenzen des anderen respektieren lernt.
      Eine gute Streitkultur lohnt sich jederzeit zu pflegen, denn sie ist unabdingbar für eine freie Meinung.
      Das ist der tiefere Hintergrund dieses lustigen kleinen Dialoges.

      Herzliche Grüße…😊✨

  2. Was für bonfortionöser Dialog, meine liebe Karfunkelfee! Bei mir brummmischt sich immernoch der Bauch mit ein. Weia, bei der Bohnensuppe mit Milch hätte der bestimmt peristaltische Bewegung angeordnet. Und wie friedlich die Momente, wo innere Dreieinigkeit herrscht.
    Danke für das mittägliche Lachen, tut gut, ich habe vorhin Zettel sortiert zum Gutelaunekriegen. Herzliebe Grüße übern Kamm, die Ihre.

    • karfunkelfee sagt:

      Wie so oft, gehe ich noch einmal spät in einen Beitrag und erwische mich dabei, dass ich so einen schönen Kommentar übersah. Und obwohl ich ihn erst heute finde, bald drei Jahre (!) später, klingt er einfach wunderbar. Bohnensuppe mit Milch richtet in meinem Körper eine heillose Versuppung an, deswegen lasse ich sie lieber aus dem Halse. Du hattest Zettel sortiert und ich, wenn ich mich zum Lachen bringen will, schüttele die Worte richtig durch und schaue, was dabei herauskommt und im besten Fall ist es eine richtig gute Laune. Die wünsche ich auch Dir von ganzem Herzen und jederzeit. Feinschneeige Flockengrüße karfunkele ich in diesem Prachtkrachwinterwahnsinn über den wilden Teuto in Richtung liebliches Lipperlandien

      • Drei Jahre?! Wo sind sie hin, was brachten sie uns und was nahmen sie alles mit sich ~~~~~~~~~

        Meine liebe Karfunkelfee, ich lebe tiefathemzüglich und wunderstaunlich, bade in Perlgelächter und schwimme in Wohlbehagen. Meine Welt ist so groß geworden und die Fülle der Möglichkeiten befüllhornt mich jeden Tag.

        Ich wünsche Dir und Deinen Lieben selbiges und denke an Dich. Jedesmal, wenn ich den Teuto quere.
        Alles Liebe, Deine Käthe.

      • karfunkelfee sagt:

        Drei Jahre, dachte ich auch gestern- so viel Zeit vergangen und doch, betrachtet auf eine Gesamtlänge, ist sie dieser Schaumtropfen auf einer Welle tanzend. Du schreibst wie Du fühlst und das klingt ausgesprochen formidable.
        Ach, der Teuto sieht hier bei uns leider schlimm aus. Fast jeder Weg wird durch einen oder gleich mehrere Gefallene versperrt, die es dann zu überklettern gilt.
        Die stolzen Fichtenkronen liegen im Dreck und überall künden aufgeklappte Wurzelmäuler und abgebrochene Stümpfe von der Sturmgewalt.
        Noch sind die Wege oben am Kamm stark vereist, stehen einige Bäume gefährlich schief, das Wandergefühl ist nicht gerade entspannt. Ich wünsch Dir füllhornweise Glücklich – und Wohlbleiben und auf alle Fälle auch den Wohlbehalt bester Gesundheit. Meiner war leider der Winter etwas zu lang, ich habe schlapp gemacht und so nehme ich Deine guten Wünsche gerne unter die Fittiche, denke immer gerne an Dich in meiner Kleinkünstlerklause.
        Alles Liebe von Deiner Karfunkelfee

  3. kormoranflug sagt:

    Erst mal einen Espresso doppelt, das hält Herz und Verstand zusammen.

  4. autopict sagt:

    Herrlich! Ob sie sich je vertragen werden, obwohl, sie brauchen sich doch….
    🙂

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