Salzwasserworte

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Du erzähltest und erzähltest. Salzwasserworte wie hin zum Meer. Die fielen dir schwer. Du sagtest: Nun, da du es weißt,
sei dir im Nachgang zu deiner Offenheit anschließend aus Angst vor der eigenen Courage abwechselnd kalt und heiß.
Ich fragte, wie hoch dein Preis sei für das was du mir sagst?
Kostete es dich Seelenschweiß? Würdest du dich winden?
Oder aber würde dieses Wissen uns näher bringen, weil wir Vertrauen darin finden und es einander verbinden?

Du lächeltest nicht. Du strengtest dich sichtlich an. Wurdest immer nervöser, holpertest beim Sprechen in sich überschlagenden Buchstaben.
Genommen die Worte, geborgen bei mir, schweigend gebunden wohl verwahrt in ordentlichen Satzgarben, heugelb und süß eingeschlossen, deiner Erinnerung schmerzende Farben.
Du fragtest, wie es sei für mich, nun mit diesem deinem nackten dunklen Wissen, das du mir anvertrautest und entblößtest vor mir mit unruhigem besorgtem Gewissen, als wollest du eine weiße Flagge hissen in einem unsichtbaren Krieg.
Vielleicht war dies der Grund dafür, dass ich dich nur zärtlich lange anschaute, doch ansonsten zu allem schwieg.

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3 Kommentare zu “Salzwasserworte

  1. Wenn mir jemand etwas privat erzählt hat und dann anschließend die Befürchtung äußert, ich könnte es lauthals in die Welt posaunen, könnte ich irre werden – wenn mich jemand so schlecht kennt, dass er das von mir annimmt, dann muss er mir nichts erzählen.

  2. Melodiös, lyrischer Stil – gefällt mir sehr!
    Gruß Constanze

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