Schreck

Liebe Blogleser, 

Mein Eintrag gilt den Hinterbliebenen des gestrigen Flugzeugabsturzes in Südfrankreich. Ich wünsche ihnen Kraft für die kommende Zeit und Menschen, die ihnen zur Seite stehen in ihrer Trauer. Sie haben all mein Mitgefühl.

Die Karfunkelfee

Skrik_1893

Bildquelle: wikipedia

Noch vor der Ankunft des Begreifens war der Schreck. Heiß und jäh in seinem Erkennen schoss er mitten ins Blut hinein. Eine Taubheit folgte, die jedes Gefühl aus Körper und Geist nahm. Sie war absolut und erstarrte in Lähmung. Das Begreifen hatte es schwer, anzukommen. Es fand Hartes und Verkrampftes vor. Es durchdrang noch nicht die tauben Glieder, das betäubte Hirn. Nur langsam sickerte es ein und machte etwas Platz, das noch größer war als der Schreck selbst. Das Begreifen war wie ein Gift, das langsam und gänzlich von allem Besitz ergriff. Es machte, dass das Herz wild pochte und dann wieder beinahe stillstand. Achterbahngefühle durchwachten die kommenden Nächte, sorgten für eine beständige Übelkeit. Die Welt veränderte sich zu einem fremden und unbekannten Ort. Als das Begreifen endlich ging, kam die Wahrheit. Sie war kalt und dunkel, traurig und hoffnungslos. Sie würde für länger bleiben wollen, zusammen mit den vielen Fragen und den inständigen Bitten nach einer Zukunft vor dem Schreck.

An dieser Stelle Dank an Frau Wildgans und ihr Schlag-Wort zum Mittwoch.

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4 Kommentare zu “Schreck

  1. Ganz schrecklich stelle ich mir vor, dass die insassen vielleicht lange minuten Todesangst haben mussten, denn der Sinkflug soll ja acht minuten lang gewesen sein

    • karfunkelfee sagt:

      Clara, ich habe gestern ständig daran gedacht. Solche letzten Minuten…
      Sie haben sie hinter sich gebracht…
      Die Hinterbliebenen gehen mir nicht aus dem Kopf.
      Es war schwer, Worte zu finden.
      Ich habe es versucht…

      • Ich weiß, dass man sich selten wünschen kann, wie die letzten Stunden des Lebens verlaufen. – Doch minutenlange Todesangst stelle ich mir schrecklich vor. Doch die müssen ja Gewaltopfer oft noch länger und schlimmer erleiden.

  2. Jeder, der schonmal tagelang um das Leben eines geliebten Menschen bangen mußte, weiß, wie qualvoll das ist. Ist die überraschende Schocknachricht deshalb ertragbarer? Ich glaube nicht. Beides wirft uns aus den Bahn und negiert alle Befindlichkeiten. Nach Worten ringen läßt uns wenigstens den Gedankenmaelstrom verlassen.
    Müdmattmarode Grüße Ihnen, Ihre Frau Knobloch, zugetan.

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