Flussworte  (fragment)

Im Blog von Jutta Reichelt fand ich heute Morgen einen Satz:

‚Sag doch endlich auch mal was‘

Es geht um Beziehungen. Ich habe eigene Gedanken entwickelt und danke Jutta für die gedankliche Anregung.✨

Hier geht es zu ihrem Blog:
http://juttareichelt.com/2015/06/09/sag-doch-endlich-auch-mal-was/

   

  

Sie sitzt am Fluss und kann nicht mehr weinen. Sonnenstrahlen spielen auf dem Wasser. Wind rauscht. Ihre Ohren sind kalt, obwohl sie ihre Hände darauf gelegt hat, um sie zu wärmen. Sie hat ihre Beine angezogen und ihr Kinn auf die Knie gestützt.

Jetzt habe ich Dich so viel gefragt, Fluss und Du hast mir immer noch keine Antworten gegeben.

Sag doch endlich auch mal was!

Das Wasser murmelt:
Ich bin alle Tränen.
Jetzt bin ich voll von ihnen und Du bist leer. Was willst Du noch mehr?

15 thoughts on “Flussworte  (fragment)

  1. Weinen kann man am besten an einem Flusse. Mit den Tränen schwimmt der Kummer hinfort. Als ich Ominkel mal fragte, warum sie nur unten am Flusse weinte, erklärte sie mir, warum das Meerwasser salzig schmeckt…
    Danke für diese Erinnerung, die Ihre kleine Geschichte auslöste, Ihre Frau Knobloch, herzlich zugeneigt.

    • karfunkelfee sagt:

      Ihre ‚Ominkel‘ war eine sehr lebenskluge Frau, meine Liebe.
      Meine Großmütter gaben mir vieles mit auf den Lebensweg, doch die Beziehung zum Wasser, das die Traurigkeiten und Unabänderlichkeiten des Schicksals mit sich nimmt, lernte ich in unzähligen Wasserstunden.
      Ich habe so viel Meerwasser beim Schwimmenlernen geschluckt, dass ich bis zu meinem Lebensende genug Tränenflüssigkeit hätte, 😊
      Weinen ist gesund.
      Es reinigt von innen.
      Nur in der Wüste sollte man es tunlichst lassen.
      Lieber am Fluss, ich gebe Ihrer Ominkel da hundertprozentig Recht!
      Ich danke Ihnen für das Teilhabenlassen Ihrer schönen Erinnerung!
      Ihre Karfunkelige✨

      • Ich liebe es, wenn das passiert, meine liebe Karfunkelige! Denken Sie es sich: Seit gestern ist der nächste Teil der Frau Liebling fertig und ich mag ihn, wobei mögen das falsche Wort ist, er ist mir sehr wichtig; doch wußte nicht recht weiter, wie die Wendung wieder kriegen. Und zögerte deswegen mit der Veröffentlichung. Dann gab mir Herr Hund gestrig unwissentlich ein Fädchen in die Tippefinger und nun reichen Sie mir mit diesem Eintrag und der Erinnerung ein ganzes Bündel Silbersilbenstrickwerk und ich werde Frau Liebling nun alsbald aus ihrer Traurigkeit erlösen können.
        Schrub ich schon, daß ich derley Gefüge liebe? Danke und vonkleinaufwasserbegeisterte Grüße, die Ihre.

      • karfunkelfee sagt:

        Frau Knobloch…das ist das Schönste an der Kunst:
        Sie wissen schon…die Sache mit den Bienen und den Blumen…
        Ich freue mich sehr, wenn ich Ihrer Frau Liebling inspirierend weiterhelfen konnte. Es sind tolle Geschichten und ich bin gespannt auf die Fortsetzungen!
        Der werte Herr Hund ist immer für Denkanstöße gut!
        Ihre Frau Liebling ist wichtig. Das wird ein Konventions-Befreiungs-Exempel mit Präzedenzfallcharakter!
        Wasserverträumte Grüße zu Ihnen…✨

      • … und dann erfordert es Bienchenfleiß und Blumenbeharrlichkeit um eine Geschichte aus dem Kopf in die Tasten zu bringen. Heute extra dafür eine Stunde freigeschaufelt und…? Stunde rum und nix geschrieben. Wildbienen und Hornissen sorgten für krawallene Ablenkung.
        Leben halt. Fetzt!
        Umbrummte Grüße aus dem Garten vom Haus am Ende des Weges, zwar mit dem Rücken zum Hermann, aber nicht herzseits, die Ihre.

      • karfunkelfee sagt:

        Ich habe gerade zweieinhalbstunden Gewullacke mit Palmen und Olivenbäumen und Lavendel hinter mir und in der Erde gewühlt, herumgeschmödkert, Heliotropen, Wandelröschen, Portulak und eine Bohne (ja, Sie haben richtig gehört, eine Bohne gepflanzt, eine Feuerbohne um genau zu sein…gehört dem Töchterchen)…mit Blumenpötten, einer Vogelvoliere, Sitzgelegenheiten und dem alten Sonnenschirm aus den Fuffzigern auf drei Quadratmetern Balkonoberfläche Tetris gespielt, habe lauter Olivenblütensternchen im Haar herumfliegen und bin total fix und foxi…
        Aba selich…aba sowas von!
        Es blüht wieder auf’m Balkon, jetzt erwarte ich das geflügelte Völkchen, um Nektar zu schlürfen und ich hab das Meiseneinflugloch zugebaut und suche krampfhaft nach einem neuen Örtchen für den ausgeschabten Baumstamm.
        Da wackelt jetzt nämlich eine chinesische Hanfpalme vor herum.
        Und Sie knutschte schon wieder die Muse?
        Hach…das ist schön zu lesen!
        Musen sind fordernd und divenhaft, die Fragen nicht ob man Zeit hat, die hat man sich gefälligst zu nehmen!
        Ich kenn das Drama…
        …schrieb schon ganze Nächte durch…
        Also harre ich gespannt der Fortsetzung der Geschichte und werde lesen kommen.
        Gartenzwerggrüße übern Kamm,
        allerherzlichst, Ihre Karfunkelige✨

  2. Jetamele sagt:

    Oh, sehr schön. Ganz knapp und es herzt.
    Tränen, seltsame Perlen und manchmal selbst Flüsse, aber eigentlich eine wunderbare, weil sie so eine spülende Wirkung haben. Jedesmal schwimmt ein kleines Stück Schmerz mit ihnen fort.
    Danke.😉

  3. bruni8wortbehagen sagt:

    ein wundervoller text, liebe fee, voller feingesponnener gedanken und ich höre, wie der fluß diese worte raunt und nun weiß ich, was ich zun sollte:
    ich gebe sie ihm alle mit

    bin ich dann leer
    füll ich mich mit lachen
    denn die tränen
    gab ich ja her..

    wie wahr doch die worte von frau knoblochs ominkel, voller lyrischer wahrheit

    herzliche grüße von bruni, die sich auch noch sehr für die feinen kommis bedankt *freu*

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Bruni, der Spaziergang in ‚Wortbehagen‘ war mehr als überfällig, ich lese sehr gern Deine Lyrik, die mir stets neue Gedanken bringt oder ergänzt. Das Kommentieren über das Handy ist schwierig. Ich sehe auf dem kleinen Display nicht so gut, auch, weil der Blog schwarzgrundig ist. Doch manchmal findet sich die Zeit, die Gelegenheit, und dann tauche ich gern für einen langen Spaziergang in Deinen Wortgärten ab und lasse mich verzaubern.
      Manche hat eine kluge ‚Ominkel‘, die Lebensweisheit weitergibt und andere lernen aus den Tränen etwas über die Beschaffenheit von Meerwasser.
      Ich lasse mich gern von Salzwasser tragen und treiben, ich lernte im Meer schwimmen. Paddelnd wie ein Hund und ich fühlte schon als kleines Mädchen, dass das Meer unsere wirkliche Wiege ist. Um darüber zu sprechen, diese Liebe zu teilen, ihr zu frönen, hatte ich meine Familie.
      Später dann die Philosophen, die Kunst und immer wieder die Musik.
      Wasser fasziniert mich!!!
      Händels Wassermusik mag ich trotzdem immer noch nicht…bin noch zu klein, ist mir zu zu…wattdenn eigentlich…vllt. später nochmal versuchen…
      Vorgestern war Tag des Meeres!
      Liebe Grüße und Dank für den schönen Kommentar, liebe Dichterfreundin…✨

  4. finbarsgift sagt:

    Sehr beeindruckend, was du als Korollarpoem aus der einsätzigen Vorlage gezaubert hast…

  5. bruni8wortbehagen sagt:

    alle wasser faszinieren mich, liebe fee, es fängt von bei tümpeln, teichen und allen quellen an und flüsse tragen mir ständig meine gedanken fort *lach*
    das meer als bauch für alle flüsse, die hier münden, eine wundervolle vorstellung, die ich in allen möglichen formen weiterspinne…
    die äolsharfe über dem meer, die brausenden wellen, die hoch schäumende gischt, die sich an den felsen bricht.
    elementares leben, das mich in seinen bann zieht.
    oh ja, ich kann deine wasserliebe gut verstehen. aber was magst du nicht an händels wassermusik? ist sie etwa zu großartig, könntest du in ihr ertrinken?

    • karfunkelfee sagt:

      Händel…und ich: zwei grundsätzlich zu anders geartete Welten prallen aufeinander. Der macht mich total hibbelig…obwohl er fraglos großartig ist!
      Ab und zu versuche ich es immer mal wieder mit ihm. Letztens versuchte ich es mit seiner Feuerwerksmusik. Ich hielt sie drei Minuten lang aus, bevor ich drohte, wie eine Rakete durch die Decke zu schießen…
      Händel macht mich hochgradig nervös.
      Warum weiß ich nicht…
      Ähnliche Effekte erziele ich, wenn ich versuche Elgar zu hören. Pomp and Circumstances…löst seltsame Hirnverknotungen in mir aus…geht überhaupt kein bisschen.
      Dann lieber Smetana: Moldau…
      Oder Mussorgsky: Morgendämmerung an der Moskwa, aus der Chowantschina…
      Hm…die sind auch großartig…😉
      Ich habe mich mit Händel und Elgar versöhnt und bin erst mal friedlich mit ihnen auseinandergegangen.
      Vielleicht versuche ich es in zwanzig Jahren nochmal, mich anzunähern.
      Sind noch nicht wieder um. Erst in zehn Jahren…😉

      Wasserverspielte Grüße vom Blumenbalkon…🌼🌷🌾

      • *lach* , versöhn dich langsam, frau muß nicht alle mögen *lächel*

        *walle, walle manche strecke,
        daß zum zwecke wasser fließe
        und mit reichem, vollem schwalle
        zu dem bade sich ergieße…

        liebe grüße zur nacht von bruni

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