Im Meer der Zeit

Ein Gedicht als lieber Dank für den Tigerfour, der mir eine große Freude bereitete mit seiner selbstgefertigten Kreation. Ich versprach ihm einen Text, hier ist er:

  
Im Meer der Zeit 

ankert ein Moment

haltlos

im sandigen Grund

ein Heimkehrer 

ihn flüchtig 

wiedererkennt

am Beginn des 

ewigen Rund.

.

Am Pier singt 

ein Seemann 

in müder Weise 

ein wehes Matrosenlied

in der stillen Dämmerung

klingt es leise

bis zum Himmel

hoch voran 

mit der Nacht 

in die Blauschatten

zieht.

.

Die Masten der 

Schiffe

klappern lose

sich ruhelos

schlagend 

im Wind.

Am Ankerplatz 

vor den Muschelriffen

steht ein Mensch

erst halbhoch 

im Werden

ist beinahe 

noch ein Kind.

.

Ahmt atmend leicht

das Leben nach

in weiten großen

Gebärden

die Lungen gefüllt

soweit sein Sinn reicht

mit Sehnsucht

nach Freiheit und Ferne.

.

Eines großen Ankers

rostiger Stiel

ragt aus dem

Gezeitensand

längst gesunken 

das Schiff

an das er sich band 

war einst 

jedes Meer

sein letztes Ziel.

.

Schwarz verwittert

das Eisen

bald scheint es so

als wolle es nur schlafen.

Das Lied des Matrosen

in der Dunkelheit

fragt nach dem

Heimathafen.

17 thoughts on “Im Meer der Zeit

  1. ♥ Wunderbar. Gleich beides ♥

  2. Arabella sagt:

    Traumhaft, beides.
    Wie wir uns erkennen, wissen wir nun😁

  3. finbarsgift sagt:

    Eine feine Matrosen-Ballade🙂

  4. tigerfour sagt:

    wunderbar…danke dafür…😊
    steht dir aber auch echt gut…🙂
    liebe grüsse tigerfour

  5. Linn-Kristin sagt:

    wunderschön🙂 erweckt sofort den wunsch, jetzt gleich ans meer zu fahren und diese stimmung zu erleben *_*

    • karfunkelfee sagt:

      Danke…✨
      Ja, am Meer sein…all die Stimmungen erleben…Wellenrauschen, Füße in den Sand bohren…am Strand entlanglaufen, Treibgut entdecken…Salz von der Haut lecken…ich liebe das Meer in jeder Stimmung.
      Fernweh….ohweh…ojeee…✨😅

  6. Wunderbares Gedicht, wie eine stetig heranrollende Dünung liest sich das, die von dem „haltlosen Moment“ erzählt und seinem Schicksal: erlebt, vergessen, ruhelos machend, nachgeahmt, aus den Verstrickungen wieder sich befreiend und neu ersehnt.
    Gehen mir bis auf den Meeresboden, diese Zeilen!

    Gruß von Michael

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