Außerhalb des Anfangs

Vollmond 01.08.15

Die Dunkelheit allein bestanden

ernüchtert von Träumen

war das

wonach ich suchte

die Momentaufnahme

eines zauberhaften Augenblicks?

*

Ich lag da

starrte an die Decke

während sich Worthülsen in

den Schöpfungen meines Geistes

durch eine Vergangenheit spreizten

die mich halten

bestreicheln wollte

heiß und ungewaschen

in sublimer Transzendenz.

*

Allein in meiner Wüste

war es die leere Frühe

die ganz zarte todgelöste Bande

glücklich wie ich

einmal war

belebt von innen

mittels Missvertrauen

in die Asche

des Morgens löste.

*

Ich sagte:

Rede doch

ohne Kalkül!

fraglos gläubig

nur das eine ist gewiss:

wer spricht lebt noch

nur was dein Auge sieht

existiert wirklich

ist die Beute

der Wahrnehmung

dahinter ruht es

verschweigt sich

arglos in Abwesenheit.

*

Der Vollmond wehte

unaufhörlich

durchs Fenster

ausserhalb des Lichts

ein niedergebrochener

Blumengeruch

war es Sommerjasmin?

*

In der Wirklichkeit

schlafloser Phantasie

kamst du näher

ohne große Worte

fandest mich

rührte mich

dein Schein

still an

bis alles verging

was gelitten war.

*

Danach die Erschöpfung

in den Schemen der Dinge

um mich herum

der Zusammenhang

lag nach innen gedreht

außerhalb des Anfangs

ergriff ich

die Substanz der Dunkelheit

als sei sie

der Sinn einer Stunde

in den gefallenen Zeigern

deines rückgratlosen

Schweigens

zu schwach

um voll zu geben.

——-

6 thoughts on “Außerhalb des Anfangs

  1. Zeffiretta sagt:

    Meraviglioso

  2. Er hat das Licht nur geliehen, der Mond, und behauptet doch, voll und ganz zu sein. Sein „Außerhalb des Lichts“ lässt Blumendüfte niederbrechen und dreht Zusammenhänge nach innen. Das glückliche „Von-Innenheraus“ verschwindet ins kraftloses Schweigen, mittels Missvertrauen.
    Aber wer sagen kann, dass er ein „zu schwach, um voll zu geben“ erlebt, der weiß auch. dass von innen heraus voll zu geben ungeliehenes Licht ohne Außerhalb ist.
    Großartiges Vollmondgedicht, ich wollte dich nicht wiederholen, sondern versuchen zu sagen, wie ich’s gelesen habe.

    Gruß von Michael

    • karfunkelfee sagt:

      Du hast ganz eigene Worte gefunden. Um voll und ganz geben zu können, bedarf es der Kraft, aus sich selbst heraus strahlen zu können. Der volle Mond leiht sich von der strahlenden Sonne das Licht. Und diese – stört das nicht. Hätte nur jeder den Mut sich Licht zu leihen und dieses voll und ganz zu geben. Es machte manches gemeinsamer und vieles reicher in diesem Leben.
      Ganz herzlichen Dank für Deinen großartigen Kommentar. Er fühlte wie ich es meinte in eigenen Worten, poetisch und klar.
      Viele Grüße von Stefanie✨

  3. lettercastle sagt:

    Sehr schön…
    Liebe Grüße,
    Lettercastle

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