Wie der helle Tag

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Dort unten muss dringend aufgeräumt werden. Seit drei Jahren schon türmt sich im Keller der Berg Sachen, die von den Kindern heruntergebracht wurden, weil du dich davor drücktest wo und wie es nur möglich war. Doch von Tag zu Tag bedrängt es dich mehr, dort endlich anzufangen Ordnung zu schaffen und die alten unbrauchbaren Dinge auszusortieren, endlich zu entsorgen oder zu verschenken. Dieser Tag ist ein guter Tag um zu beginnen. Draußen scheint die Sonne, es ist schönes Wetter. Der helle Tag bildet einen hellen Kontrast zu der Dunkelheit, dem schummrigen Licht, der Enge, in der du arbeiten musst. Du gehst hinunter in den Keller dieses Mehrfamilienhauses, das dich mit seinem Keller so massiv an etwas lange Zurückliegendes erinnert, das sich nicht großartig unterscheidet von dem Mehrfamilienhaus, in dem du zuvor wohntest mit dieser Art von Keller. In den vier Jahren, die du dort in dem anderen Haus wohntest, Doch in jenem anderen Keller dieses anderen Hauses, in dem du zuvor wohntest, gab es kleine vergitterte Fenster durch die das helle Tageslicht fiel und das war der eigentliche und gravierende Unterschied zu dem Höhlensystem aus stockdunklen engen Betongängen mit Bretterverhauen, in dem nun dein jetziger Keller untergebracht ist.

Heute ist ein guter Tag um zu beginnen sagst du dir, nimmst dir ein scharfes kleines Messer mit um die leeren Kartons, die du entsorgen willst, so zu zerschneiden, dass du sie flach zusammengefaltet und aufgestapelt in den großen Altpapiercontainer legen kannst. Du bewaffnest dich mit Tüten und mit jeder Menge Mut, um diese Aktion endlich in Angriff zu nehmen, komme was da wolle. Du fühlst dich mutig und stark, so, als könne dir dies alles nichts anhaben, obwohl du weißt, dass dies eine mühsam erarbeitete Kondition ist, die du gepflegt hast an vielen Tagen, an denen du immer wieder mal Abstecher in den Keller machtest, um alte Dinge wegzuwerfen oder zu suchen und jedes Mal dauerte es etwas länger, bis die Beklemmung dich erfasste und du schnell wieder nach oben gelaufen bist, zum Licht, in den hellen Tag hinauf, mit schlagendem Herzen und mit weichen Knien.
Jetzt gehst du die vielen Treppen hinunter, bis du unten vor der Tür zum Keller stehst. Der automatische Lichtschalter an der Wand wird dir alle fünf Minuten das Licht im Gang ausknipsen, so dass es wieder stockdunkel um dich herum ist, doch für alle Fälle hast du eine Taschenlampe dabei und in deinem zwei Meter im Quadrat messenden Bretterverschlag aus rohen Latten und hervorquellendem weißem Isolierungsmaterial ist ein schwaches elektrisches Licht in Form einer Glühbirne angebracht, das eingeschaltet bleiben wird, egal, wie lange du dort unten sein wirst. Man könnte sagen, dass du dich wirklich gut vorbereitet hast, denn du kennst dich, bist wie eine Bulldogge: hast du erst einmal damit begonnen zu arbeiten, dich festgebissen an und in dem was du tust, möchtest du weiter und weiter und immer weitermachen, bis die Arbeit getan ist. Du bist guter Dinge als du unten im Vorkeller die schwere feuerfeste Tür zu dem dahinter liegenden verzweigten Gängelabyrinth aufdrückst und dir das staubtrockene muffige Schwarz der Kellerdunkelheit entgegenquillt. Die Luft ist schwer von Staub, die Dunkelheit hat eine schlecht atembare Konsistenz. Es ist eine Dunkelheit mit einer Substanz wie ein dunkler Traum.

Überall in diesen Kellergängen befinden sich kleine dunkle Nischen und Mauervorsprünge. In kurzem Abstand hintereinander folgen die durchnummerierten Bretterverschläge, in denen sich die Habseligkeiten der anderen Mieter befinden. Die Gänge verzweigen sich, biegen ab oder führen geradeaus weiter in die Dunkelheit. An der Decke laufen dicke Heizungs- und Wasserrohre entlang, machen Geräusche, gluckern oder blubbern. Auf dem dicken Rohr in der Mitte des Ganges prangt in blutroten Buchstaben das Wort „Sex“, wie eine Drohung, wie etwas, das in die Dunkelheit eines Kellers wie diesen hier zu gehören scheint. An einem anderen Rohr steht in krakeligen Buchstaben: Ich hasse Weiber! und das ist es, was dir schwer, immer wieder schwer zu schaffen macht, wenn du dich diesen beiden Aussagen entgegenstellen musst in der Gewissheit, dass sie manchmal wahr sein können.

Du betätigst den automatischen Kippschalter, das Dunkel wird in dämmriges Licht getaucht und du gehst ein Stück weit in den Gang hinein, biegst dann links ab in den nächsten Gang bis fast am Ende, bis hin zum Bretterverschlag mit der Nummer 23. Das ist dein kleiner dir zugewiesener Raum für alles, was nicht mehr benötigt wird oder zu viel Platz wegnimmt um oben in der Wohnung bleiben zu können. Du steckst den kleinen Schlüssel in das Vorhängeschloss, öffnest die Tür und schiebst das alte Fahrrad auf den Gang. Dann beginnst du zu räumen, zu schieben, Säcke zu sichten und hinaus auf den Gang zu stellen. Eine Viertelstunde später bist du in deine Arbeit vertieft und hast zwei Säcke mit alter Kleidung aussortiert und zum Waschen vorbereitet. Du möchtest sie gern verschenken. Du hast alte Kartons auseinander geschnitten unter Zuhilfenahme deines kleinen scharfen Messers und du hast sie fein säuberlich zu einem Stapel aufgeschichtet, den du gleich zum Altpapiercontainer nach draußen bringen willst. Du arbeitest still im Gang vor dich hin, ohne auch nur ein einziges Mal den Blick zu dem Geschmiere am Heizungsrohr aufzurichten oder zu den anderen nummerierten Bretterverschlägen die den Nachbarn gehören. Das Licht ging in der Zwischenzeit dreimal aus und dreimal warst du darauf vorbereitet und hast rechtzeitig auf den Schalter gedrückt, der das Licht wieder einschaltet. Doch beim vierten Mal warst du nachlässig. Deine Taschenlampe liegt auf einem Karton in deinem kleinen Kellerraum, der zu winzig ist, um dort arbeiten zu können. Aus deinem kleinen Kellerraum drang das funzelige und schwache Licht der Glühbirne nur sehr spärlich durch die Tür. Sie ist inzwischen leise zugefallen und du hast es nicht bemerkt. Das automatische Licht im Gang schaltet sich plötzlich ab und diese Kellerschwärze überfällt dich überraschend, du hast nicht damit gerechnet, nicht gut Acht gegeben und du bist mit einem Mal völlig orientierungslos in dieser Schwärze um dich herum.

Die Luft im Keller ist stickig und warm, ein Gemisch aus dem Mief alten abgelagertem Mülls, Staub, Öl sowie einem vagen Hauch von Waschmittel aus irgendeinem der anderen Gänge und Räume. Du siehst deine Hand vor Augen nicht, so dunkel ist es um dich herum. Dein Herz beginnt heftig zu schlagen und zu pochen, der kalte Schweiß bricht dir aus. Dir wird übel, es überfällt dich schlagartig und du gehst in die Knie, weil dich deine Beine nicht mehr richtig tragen wollen, schwach sind, in sich zusammen knicken wie Streichhölzer, obwohl du muskelbepackte Beine hast, starke Beine, die eigentlich deinen Körper mit Leichtigkeit durch sämtliche Kellerdunkelheiten dieser Welt tragen können. Du versuchst die Übelkeit zu bekämpfen, um dich nicht übergeben zu müssen und der kalte Schweiß bricht dir aus. Dein Verstand betet derweil Mantras: Atme! Atme! Ein und Aus. Hier ist niemand, sagt deine Verstandesstimme im Kopf. Niemand ist hier, du bist ganz allein. Dir kann überhaupt nichts geschehen, es ist völlig unlogischer Unsinn, dass dir jetzt übel wird und schwindelig und sich alles um dich zu drehen beginnt, selbst das um dich zu drehen, was du nicht einmal sehen kannst. Atme ein und aus und wieder ein und suche endlich diesen verfickten Lichtschalter, den du außer Acht gelassen hast. Eine andere Stimme im Kopf kreischt los: Es ist allein deine Schuld, du schwache Missgeburt! Du bist schuld, dass das alles geschehen konnte, du allein! Du jämmerliche elende Versagerin, du Lusche! Hier sitzt du, kotzt dich gleich voll und alles nur, weil du zu dämlich bist, einen blöden Lichtschalter im Auge zu behalten!

Du würgst und spürst, wie dein Magen sich in deinem zitternden Körper wieder und wieder hebt und senkt. Es ist wie Achterbahn fahren. Du umkrampfst das Messer in deiner Hand wie einen Rettungsanker und die Stimme in deinem Kopf schreit erneut: Schneid dich bloß nicht, du armseliges Stück Scheiße, am Ende bist sogar so dämlich, dich mit dem Messer zu verletzen und dann hast du den Salat und es geht dir noch beschissener als so schon!
Du atmest, wie du es dir beigebracht hast vor langen, langen Jahren, lange bevor du ahntest, dass du selbst einmal genau so einen Keller besitzen würdest wie du ihn fürchtest und nicht wusstest, dass du dich diesem Keller irgendwann einmal würdest stellen müssen, so oder so. Diesem Keller, den man von innen abschließen, verriegeln kann, so dass es kein Entkommen mehr daraus gibt. Dein Hals fühlt sich jetzt wund und geschwollen an, das Schlucken fällt dir schwer und deine Hand fährt hinauf zu deiner Kehle um zu fühlen, ob dort vielleicht ein Messer sitzt, keines von der Sorte, wie du es gerade in der Hand hältst, sondern eines von diesen Springmessern aus Edelstahl, bei denen man auf einen Knopf drückt, so dass die Klinge herausgeschossen kommt. Du lauscht in die Dunkelheit, ob dort eine Stimme etwas flüstert, dass sie dir die Kehle durchschneiden wird, wenn du nicht still bist und nicht stillhältst. Du fühlst mit einem Mal wieder Schmerzen und du spürst wie du besinnungslos werden willst, dein Geist nach oben fliehen will und aus deinem Körper heraus, während in dir die Stimmen alle durcheinander zu schreien begonnen haben und der Verstand leise und ruhig versucht, die Oberhand zu gewinnen. Du denkst, dass du Angst hast und dass diese Angst unbegründet ist, weil dort unten niemand ist und nur das Licht ausgegangen ist, mehr nicht. Du klammerst dich an deinem Geist fest und bittest ihn inständig bei dir zu bleiben, nicht fortzugehen, du versprichst ihm, jetzt sofort durch die Wellen der Übelkeit und des Schwindels und des Herzrasens hindurch diesen verdammten Lichtschalter zu suchen und das Licht einfach einzuschalten, dann sei alles sofort wieder gut und in Ordnung.

Langsam, mit zitternden Knien stehst du auf, soweit es die Wellen der dich überflutenden Übelkeit zulassen und tastest nach dem Lichtschalter. Erst findest du ihn nicht, deine Finger gleiten suchend und tastend über den rauen Beton der Wand, ertasten das rohe Holz der Latten, erfühlen das grobkörnige Isolierungsmaterial, weiche zarte Spinnweben, berühren dann ein Vorhängeschloss. Deine Hand ist feucht und zittert, du musst dich anstrengen, damit du nicht einfach ohnmächtig wirst in diesem ganzen tiefen Schwarz um dich herum. Deine Hand sucht weiter, wünscht sich inständig den kleinen Kippschalter zu finden, braucht scheinbar Stunden oder noch länger, Zeit spielt in diesem Vakuum des ohnmächtigen Momentes keinerlei Rolle mehr. Die Dimensionen haben sich längst in etwas Unbegreifliches verzerrt, das deiner Wahrnehmung und deiner Begrifflichkeit der Welt in allem was sie ist entzogen ist und ihr widerspricht. Du denkst an Draußen, an die Sonne und das Tageslicht und daran, dass es Tag ist, doch das war es damals auch, nur dort nicht, wo du warst und dort wo er war. Der Tag ist nur ein vermeintlicher Schutz vor einer Nacht wie sie in manchen Kellern vorherrschen kann, einer ewig währenden Nacht, die nur ab und zu einmal durchbrochen wird, wenn jemand hinuntergeht und sie mit kurzfristigem Licht durchbricht. Durch die Substanz der Dunkelheit, die durch deine Finger rinnt, während du nun noch verzweifelter weitersuchst und bereits beginnst zu glauben, es gäbe diesen verdammten Lichtschalter überhaupt nicht, er habe sich irgendwie durch eine Hinterhältigkeit des Schicksals in Luft aufgelöst, ertastest du schließlich das Ding endlich doch noch und betätigst ihn zwanzigmal nacheinander. Mit einem Klacken legt er sich um und leuchtet den Gang wieder aus. Nichts hat sich inzwischen verändert. Nicht die Wäschewanne hinter dir, nicht die säuberlich gestapelten Kartons zu deinen Füßen und auch nicht das Fahrrad, das immer noch hinter dir steht, weil du es hinausgeschoben hast. Die Tür zu deinem Kellerraum hat sich vollends geschlossen, darum drang kein Licht mehr nach draußen, als die automatische Gangbeleuchtung sich nach fünf Minuten abschaltete. Siehst du? sagt dein Verstand leise im Kopf und hört sich an wie eine sehr vernünftige und ordnungsliebende Stimme. Siehst du? Es ist alles gut und niemand ist hier und nichts hat sich verändert. Doch, widersprichst du der Stimme in deinem Kopf. Ich. Ich habe mich verändert in dieser Zeit und du weißt das.

Dann schaust du auf deine Uhr und beeilst dich, immer noch auf wackligen Knien, das Papier in die Altpapiertonne zu bringen. Als du zurückkehrst betätigst du zur Sicherheit gleich mehrmals nacheinander den automatischen LIchtschalter, obwohl du genau weißt, dass das überhaupt nichts bringt und das Licht deswegen auch nicht länger anbleiben wird, doch du tust es trotzdem. Weil es dir Sicherheit gibt. Dann schiebst du das Fahrrad wieder in deinen kleinen Bretterverschlag zurück und willst ihn abschließen. Kaum bekommst du den winzigen Schlüssel in das Vorhängeschloss, er rutscht immer wieder heraus oder das Schloss dreht sich weg und du fluchst gotteslästerlich und versuchst es erneut und denkst, dass dies nur Besoffenen passiert und dass du gerade einen höllischen Trip hinter dir hast, ganz ohne Alkohol, doch trotzdem mit einem gehörigen Kater. Irgendwie gelingt es dir endlich dieses Schloss abzuschließen und du drückst schnell noch einmal vorsichtshalber auf den Kippschalter für die Gangbeleuchtung, bevor du dir im Laufschritt die mit alten aussortierten Sachen vollgelegte Wäschewanne auf die Arme lädst und den Gang entlangflüchtest um zur Tür zu gelangen.
Du trägst die Wanne bis ganz nach oben in deine Wohnung und lässt sie einfach im Flur stehen. Dann gehst du auf deinen blühenden Balkon und atmest tief ein und aus.
Es kommt dir so vor, als hättest du keine halbe Stunde im Keller verbracht, sondern einen ganzen Tag und du denkst, dass du morgen wieder in diesen Keller gehen wirst um weiterzuarbeiten, jeden verdammten Tag und jeden verdammten Tag ein wenig länger diese Dunkelheit aushalten wirst von der du weißt, dass sie dir nichts mehr anhaben kann, weil du sie inzwischen zu gut kennst und auch das, was in ihr wohnt und zuhause ist. Während du einatmest und die Blumen riechst, den Duft des frisch geschnittenen Grases unten auf der Wiese, denkst du über Ausdauer nach und daran, dass es Dinge gibt, die einfach getan werden müssen und dass es gilt, sich seinen Vergangenheiten zu stellen, wie sie auch gewesen sein mögen. Jeden verdammten Tag ein wenig beherzter und weiter und immer ein wenig mehr. Solange, bis sie ihren Schrecken vollends verloren haben in den Weiten der Nacht, die in der Seele genauso zu Hause ist wie der helle Tag.

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10 thoughts on “Wie der helle Tag

  1. Arabella sagt:

    Ich arbeite dran…

  2. wildgans sagt:

    Das jahrelange Sichdrücken hat Gründe, wie es nun zutage tritt – ich an deiner Stelle würde es delegieren und nicht als Kraftprobe gegen mich und meine guten Gründe nehmen, echt!

    • karfunkelfee sagt:

      Sichdrücken hat manchmal gute Gründe, ja. Und irgendwann zwingt das Leben Dich, indem es Dich immer wieder mit dem konfrontiert, was Du fürchtest, sich diesen Gründen zu stellen. Diese Herausforderung nehme ich an und jedes Stück Freiheit, das ich mir weiter erarbeite, ist meine Freiheit. Ich lasse mich nicht zwingen. Nicht von noch so guten Gründen oder von Befangenheiten, die mich einengen und begrenzen wollen. So betrachte ich es als Herausforderung. Niemand hat das Recht mich einzusperren, nicht mal ich selbst.😉

      • wildgans sagt:

        Für eine Befreiung plädiere ich allemal. Nur der Weg dahin…
        Für mich wären die Wege in den Keller und Aufenthalte dort mit Licht-an-aus und so nichts anderes wie eine Art Re-Traumatisierung, in die ich mich freiwillig nicht begeben würde, ich schlimmes Tier🙂
        Nun ja, ich sehe es anders.
        Wie du es erklärst, kann ich nur wünschen, dass du über deine tapferen Wege ans erklärte Ziel kommst!

      • karfunkelfee sagt:

        Jeder muss seinen besten Weg finden und bei jedem sieht dieser Weg anders aus. Solange ich am Ende das Gefühl habe, es ist richtig und war gut, ist es auch gut. Und das beinhaltet genauso auf die innere Stimme zu hören, die abrät und stattdessen etwas anderes vorschlägt. Was zählt, ist für mich: in Bewegung bleiben, weitergehen und es in Angriff nehmen, egal wie. Damit es mich nicht bestimmt oder durch mich wirkt oder mich hemmt, in dem, was ich will. Angst hatte ich lange genug und lange genug ließ ich zu, dass Angst mir das Licht ausknipste. Ich dachte, ich bräuchte wen, der mir helfen kann, zur Seite steht, whatever…
        Doch mittlerweile weiß ich, dass diese Arbeit ein einsamer Job ist. Fein, wen zu haben, der manchmal begleitet, doch wenn das nicht so ist oder sein kann , wird die Arbeit eben allein getan. Macht mich nur stärker und Unabhängigkeit ist einfach ein geiles Gefühl.
        Danke. Für alle Deine guten Wünsche. Ich nehme sie mit in den Keller zum Schattenboxen…😊✨

  3. bruni8wortbehagen sagt:

    Du hast Dich herausgearbeitet, hast Dich den bekannten Überängsten gestellt, bist durchs Dunkel wieder ins Licht getreten.
    Es war anstrengend und hat Dir wackelige Beine und einen dumpfen Kopfschhmerz beschert, aber Du hast es gepackt und Du wirst es weiter packen und nicht mehr nachlassen. Das fühle ich aus allen Deinen Zeilen heraus.
    Da ist etwas in Dir, das Kraft schöpfen konnte, das Dir hilft, den geistigen Streß zu überwinden, das die Panik zurückdrängt. Manchmal mit weniger und dann wieder mit guten Erfolg.
    Geschafft hast Du es und das ist die Hauptsache, liebe Fee. Du hast Dich erkannt und das ist das, was wichtig ist.
    Lebenslanges Drücken ist nicht mehr erforderlich. Es wird immer der Punkt kommen, an dem Du sagen kannst, JETZT mache ich und Du tust es tatsächlich.

    Herzliche Grüße von Bruni

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Poetenfreundin,
      Ich habe tatsächlich lange darüber nachgedacht, so offen über das zu schreiben, was mich manchmal in Angst und Schrecken versetzt, das aufbrach und etwas freisetzte, das so lange Jahre verschüttet in mir war und mich dennoch hemmte und quälte, mich unfrei machte. Als dann die Flashbacks kamen, alles aufbrach, endgültig, nicht mehr zu stoppen war, fiel ich erst einmal in eine Lähmung. Seit letztem Jahr verlässt mich dieses Lähmende nun und es ist, als sei etwas in mir endlich erstarkt. Es fühlt sich wild, ungebändigt, selbstverständlich und sehr frei an und ich weiß jetzt, dass es ein Teil von mir ist, den andere längst in mir erkannten, noch lange bevor ich selbst in der Lage war, es erkennen zu können. Ich wurde begleitet von fähigen Leuten und unterstützt von Freunden, die daran glaubten , dass es zu schaffen sei, aus dieser Zwangsjacke der Angst freizukommen.
      Ich bin diesen Menschen unendlich dankbar, auch meiner Familie, meinen Eltern und Kindern, meinem Bruder, die mit mir durch sehr dunkle Jahre gingen.
      Durch den Sport kann ich mich austoben und ich wünsche mir, dass das Schreiben, das mir immer schon als stille kreative Quelle der Kraft zur Verfügung stand, sich weiter entwickelt und in dem Maß an Sicherheit gewinnt, wie ich sie selbst mehr und mehr gewinnen will,
      Diese Geschichte kann Menschen, die unter PTSD und Panikattacken sowie Teilamnesien leiden aufzeigen, dass ein Freiwerden, wenn nicht sogar gänzliche Heilung jederzeit erstrebenswert ist, um die Qualität des Lebens in einer gesunden Weise genießen zu können.
      Es ist kein leichter Weg, es gibt Einbrüche, Rückschläge und auch immer wieder Niederlagen und doch werden die Schritte weitergegangen, einen um den anderen.
      Ich danke Dir sehr für Deinen gedankenvollen und klugen Kommentar.
      Das kannst Du einfach, Empathie ist eine wunderbare Gabe, die Dir in die Wiege gelegt wurde, zusammen mit Deinem Sprach- und Schreibtalent.
      Ganz herzliche Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir,

      Stefanie✨

  4. Deutschlands bekannteste Kriminalschriftstellerin (wer ist das eigentlich, gibt es eine?) könnte diese Geschichte nicht spannender und packender (be)schreiben – nicht alles konnte ich nachfühlen, aber die Erinnerung an die Fischerinsel kam sofort zurück – dort waren auch diese unsäglichen Lattenverschläge – ich habe mich schon gefürchtet, wenn der Fahrstuhl in dieser Etage angehalten hat.
    Ein Tipp für den Lichtschalter: Ich klemme immer eine kleine Münze so ein, dass sie den Schalter im Ein-Zustand blockiert. In meiner Garage, wo das Licht durch Bewegungsmelder angeht, funktioniert das wunderbar.
    Zum Glück habe ich jetzt und im nächsten Haus erfreuliche Keller mit einem Hauch oder sogar mit richtigem Tageslicht – und nachts würde ich eh nicht in den Keller gehen.
    Und tschüss – ich fahr jetzt in die Wohnung, ich will wissen, was der Handwerksmensch fertig gestellt hat.

    • karfunkelfee sagt:

      Danke für den Tipp!!!
      Und für alle anderen Gedanken und Worte.
      Spannende Geschichten sind immer wert erzählt zu werden. Vor allem, wenn sie gut ausgehen.😉✨
      Ganz liebe Grüß…

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