In übermäßig Grün Verwehen

  
Waldes dichtgelaubte Wege, Nachmittag treibt in das Moos, in das große Gras will legen, in der Blumen lieben Schoß. 

Pfütze wird von Schritten nass, bleibt im Wind stumm lauschend stehen. Vögel hängen in den Bäumen. In übermäßig Grün Verwehen.
  
Bewegter Wunsch in graue Stille, Wille legt in Trost sich nackt. Sommer löst sich von den Flammen. Zweiter Aufzug, letzter Akt.
Verrücktes Kind lässt Kreisel sausen in des Waldes Bühnenleere. Bis das Nichts gespalten ist. Flauseleicht wiegt Ton und Schwere. Abend legt die Sonne ab auf Garderobe Horizont. Blick webt Regen, Füße traben, eilig Richtung Wolkenfront.
Knietief zirpen lange Halme, Heimchen übt den Abschiedsgruß. Eine schwalbenweiße Feder schwebt in Nebelstaub den Schluss.
  

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19 Kommentare zu “In übermäßig Grün Verwehen

  1. MARANXA sagt:

    Liebe Stefanie,
    diese Zeilen zu lesen, dazu anmutvollen Bilder, war mir ein sonntagabendlicher Genuss 🙂
    Danke, und <3liche Grüsse, Xaver

  2. Arabella sagt:

    Ich kann es riechen und spüren…alles was die Freiheit des offenen Himmels schenkt.
    Einer Fee würdige Worte…💫

  3. sehr gerne gelesen. lg, polaroidkamera 🙂

  4. wildgans sagt:

    Das Springkraut auf dem ersten Foto ist für unsere Natur „böse“, es erstickt das Bodenleben. Und sieht, wie manches Elend, wunderschön aus!
    Ansonsten „schillert“ dieser Eintrag herrlich in meinen Trübmontag!

    • karfunkelfee sagt:

      Du hast völlig Recht, Sonja! Ich ließ mich hinreißen von der Rosapracht und dem Bienengesumm darin. Das ‚kleine‘ gelbblühende Springkraut wuchs bei uns schon immer und es wuchert längst nicht so und ‚erdrückt‘ alles andere, wie das ‚große‘ rosablühende Springkraut, das seit ungefähr 20 Jahren immer mehr Wald und Bachufer bevölkert und zu einer richtigen Plage wird. Es sieht schön aus, ja. Doch andere Pflanzen haben dagegen keine Chance…
      Fein, dass die Poesie Deine Montagstristesse durchschillern konnte. Es bleibt nicht trüb. Der Spätsommer kommt…✨

  5. finbarsgift sagt:

    es ist schön
    wieder hier zu lesen
    grüne gedanken
    herrliche bilder
    da fühle ich mich
    gleich wieder heimisch 🙂

  6. autopict sagt:

    Der Wald setzt Energien frei. Mein ich mal.
    Schönen Abend.

  7. bruni8wortbehagen sagt:

    *Blick webt Regen, Füße traben, eilig Richtung Wolkenfront.*

    ein Text, wie ich ihn mag. Lyrisch, magisch, berührend, leicht gewebt und durch Feenhände belebt

    Liebe Grüße in die Nacht von Bruni

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Bruni,
      Würdest Du mir glauben, dass, so leicht der Textstoff gewebt ist , es dennoch einer von einer eher schweren Haptik ist? Er soll so sein, dass er leicht ist und dabei so dicht gewebt, dass er gut gegen Kälte wärmt. Du weißt ja- ich bin eine schlimme Frostbeule und wenn manch andere noch kurzärmelige Hemden tragen, wickele ich mich schon in die (atmungsaktive) Daunenjacke und schnattere immer noch.
      Deine Worte haben mich schon aus diesem Grund sehr gefreut, weil mir dann meine Spinnerei gelang und tut, was sie tun soll: einen Temperatur-Ausgleich schaffen, ein Wohlfühlklima.
      Jedes Gramm, das Körper und Seele mit sich herumschleppen müssen, zählt dabei.
      Nichts hat mir derart gezeigt wie wichtig das sein kann, wie der besondere Sport, dem ich ‚verfallen‘ bin. 🚴✌️
      Danke für Dein Hiersein✨
      Liebe Morgengrüße

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Schweres in Leichtes einzuweben ist eine Kunst, liebe Fee, Du beherrschst sie gut. Die besondere Haptik lese ich immer heraus, dann ist sie nicht mehr im Text u. es liest sich leichter *lächel*

        Ich weiß ums Frieren und sich dann Genieren (wenigstens ging es mir schon so), weil man/frau sich winterlich kleidet, obwohl andere sich noch sehr leichtbekleidet zeigen 🙂

        Hast Du Dich auf dem Rennrad zu leicht bekleidet, zeigt es sich am Bergabwärtsfahren sehr deutlich u. nicht nur dort…
        Pass also gut auf die Frostbeule auf.

        LG von mir

      • karfunkelfee sagt:

        Liebe Poetenfreundin…ich sag nur: Thermotrikot, keine 100 Gramm, innen Fleece, beblümte lange Ärmelchen…ein Rennradlertraum!
        Ich friere ungerner als ich schwitze, große Temperaturschwankungen bereiten mir physische Schmerzen, wohingegen ich bei anderen Verletzungen recht ‚hart im Nehmen‘ bin. Doch Frieren…das ist das Schlimmste und am allerschlimmsten ist es, auf dem Renner zu sitzen und zu schwitzen und dabei erbärmlich zu frieren. Und das geht! Ich habe es kaum für möglich gehalten…darum packe ich mich im Zweifelsfall lieber wärmer ein, getreu der Devise: Lieber schwitzen als frieren und Ausziehen geht immer…
        Für Rennradler gibt es fantastische Kleidung…Armlinge, Beinlinge, Knielinge und Füßlinge. Thermo-Unterwäsche und herrlich federleichte Windstoppersachen. Ich staune immer wieder und wenn es zu kalt wird zum Draußenherumradeln, gehe ich dieses Jahr zum ‚Spinning‘. Allein das Wort ist schon wie gemacht für eine Spinnerin, wie ich eine bin.😎
        Du siehst…ich pass auf…und die anderen?
        Och, Bruni, die sollen machen, was sie wollen und wenn sie mich komisch ankucken wollen, lach ich drüber.
        Schließlich muss jeder selbst wissen was er für sich und sein Wohlergehen braucht, Herdentrieb ist mir wesensfremd, ich bin eher eine Querstromtreiberin und habe mich damit abgefunden, dass es so ist.
        Ich wünsche Dir einen schönen Spätsommertag✨

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