A Strange kind of Love – Peter Murphy

Advertisements

Das alte Spiel

  
 Das alte Spiel:

jeden Morgen aufstehen

um das Zurückgebliebene

vor sich zu haben

in beiläufigen Fragen

beißender Schweiß

 

nach innen rinnend

 

ein Mundvoll Stille

in  der prophezeienden

nachstotternden Welt

hängt aufgespannt

die Seele

in der Abendröte

 

unwissend

 

wie lange noch

bis die alten Massengräber

eingeebnet sind

die Steine verschwunden

zwischen den unbewohnbaren

Erkenntnissen

selbsternannter Befreier.

 

Sieben Meilen Schweigen

zwischen erkalteten Tannen

im Lärm der Straße

noch immer

unermesslich

die Entwürdigung

 

unter dem 

entblößten Vollmond

 

wird niemand

von den Atemübungen

auf den Steilstufen

erfahren

eingeritzt

verblasste Namenszüge

wie jemand

im Vorübergehen

liebte

—-

  

Totenstunden

IMG_5408.JPG

Der Kahn ist voll Lügen,

er droht zu sinken

Versprechen fliehen

sich bekennend im Wind

was gestern noch voll und wert gewesen

ist heute stumm und blind

entzweit das Vaterland

zu viele Leichen an Freundes Strand.

Rettungsboote überbemannt

von fremden Zweifeln überrannt

*

Die Erde voll von kaltem Sturm

Parteipolitik im Elfenbeinturm

was noch wählen noch glauben?

Verantwortung verrät sich

an zu fette Trauben

verschachert sich im Waffenhandel

verbirgt hinter hohen Worten

fremdenfeindlich Tat und Schande

*

Kühl der nüchterne Abschied im Morgen

unvertraut jedes zweite Gesicht

Mündungsfeuer in der Städte Sorgen

die Augen der besten Kinder bricht

Die europäische Waffe spricht

nicht von erhobenen Händen,

blutbesudelt das Selbstmitleid

fabriziert in eigenen Wänden

*

Traurig der Sturz der Totenstunden

in die gemeine Allgegenwärtigkeit

Groß die Trauer der Gesunden,

in dem was sie hinterblieben

im Mahlstrom der zukünftigen Zeit

wollten sie doch nur lieben!

*

Keiner wird hier stehenbleiben

die letzten Worte sind ungesprochen

niemand ist in der Lage zu beschreiben

wie viele Herzen gebrochen

jeder wähnt sich als Mensch mit Gemüt

betrachtet mit Argwohn was ihm noch blüht

diesseits und jenseits der Grenzen

Alle Prognosen sind von der Hetze

bis jetze zum Sterben heillos verfrüht

*

Tage der Rückkehr

beschieden im Wandern

doch nicht nach freiem Entschluss

vertrieben die Hoffnung

auf Frieden im Andern

im Lauf steckt zu viel Verdruss

Untaten entkommen auf schnellen Füßen

entbieten willigen Fahnengruß

Frieden will im Kleinkrieg sich büßen

mit  allem Gutwill sei jetzt Schluss!

*

Unruhig beobachtend Ankömmlinge

eifernd befragt, nichts vergessend

Verzeihen ist bis auf morgen vertagt

das eigene Schicksal kennt kein Ermessen.

Das Fleisch schlägt auf in asphaltenen Straßen

vor Wunden schreit laut die Nacht:

Nur im in die Fresse schlagen

zeigt sich die wirkliche Macht!

In der Willkür gerechter Gefühle

schlägt sich die letzte Schlacht

*

Wenn du bekriegst und wenn du besiegst

so sollst du traurig gehen

was du geliebt und was du gelitten

wirst du nicht wiedersehen