Es ist viel mehr als das

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Eine Art Ruhelosigkeit schleicht sich ein. Schwer zu beschreiben, es ist als würde das Denken an sich sublimiert durch die Triebhaftigkeit sich an alles Gegenwärtige vollkommen zu verschenken. Das Erste ist das Begehren. Das Zweite sich zu verwehren. Dann sich zu verleugnen und dies für Selbsttreue zu halten. Dann dieses Gefühl zu wünschen, heute keinen Weg zweimal zu gehen. Zu suchen nach immer neuen Schleichpfaden mit dem Ziel, das Vertraute und Bekannte zu umgehen.
Zugunsten neuer Erfahrungen, zu Lasten des Alten. Es ist schwer, das Unvertraute im Wissen um das Unumgängliche ökonomisch zu verwalten.

Hinzu kommt die Leere. Sie scheint sich mit der Ruhelosigkeit zu verbünden. Auf dem Kopf lastet eine Schwere, unfähig das Tieferliegende vollständig zu ergründen. Verneinend fallen Gewissheiten trudelnd von Bäumen. Sie wollten wahr scheinen, versprechen der Realität zu sein, erklären den Symbolgehalt nachtschweißgetränkter Träume.

Am Ende schweigender Unerklärlichkeiten, schimmert diffuses Licht. Kein Ursprung ersichtlich. Es wärmt. Manchmal. Die Hände. Nimmt das Herausgesickerte auf und filtert es bis es übrig bleibt zwischen den Grenzen unüberwindbarer Wände. Gibt das Versprochene auf, bis es Geschichte schreibt. Es treibt aus alten neue Strukturen. Es kennt keine Endlichkeit.

Wert bemisst sich im Unwägbaren, bewegt sich zwischen treibenden Elementen. Unhörbar kann eine Frequenz sein, eine Schwingung, ein Ton. Spürbar das , was sie hinterlässt. Ein Stereo-Gefühl im Monolog kontemplativer Fragen. Wissen und sein Widerschein im Zwielicht von Euphorie und Tristesse im nackten Akt von Kraft, das Innere wie einen vollen Krug gelassen auf dem Kopf zu tragen.

Die unsterbliche Seele kennt in ihrem Sein nicht ihr endliches Maß. Sie singt wie die Wale unübersetzbare Choräle, sucht nach Bewusstsein wie Wachstum das Gras.
Sie ist Gefühl, sie sagt: Nun wähle!
Fühlt die Zeit sich an wie zu leben.
Es ist viel mehr als das.

—-

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7 Kommentare zu “Es ist viel mehr als das

  1. Arabella sagt:

    Besser konnte der Abend nicht enden.
    Danke

  2. finbarsgift sagt:

    Ein beeindruckendes Prosapoem,
    in bester Baudelaire-Tradition…

    fünf Abschnitte,
    mit Abschnitt drei als Höhepunkt
    und der perfekten Coda im
    fünften Abschnitt, gekonnt!

    Herzliche Herbstgrüße vom
    Es-ist-viel-mehr-als-das-Lu

    • karfunkelfee sagt:

      Die Fünf ist neben der Sieben meine absolute Lieblingszahl. Wohl eher unbewusst bestimmt sie oft Texte, fließt in Werten und Gedanken. Die Fünf ist meine Zahl in Rot. Power, Lust und Glut. Heißes Blut.
      Dein Kommentar ist beeindruckend und verflixt…’Coda‘ musste ich echt nachschlagen, doch den Baudelaire verinnerlichte ich anscheinend inzwischen. Ein Lieblingsdichter…
      Danke Dir…
      …und noch viel mehr als das!
      Liebe herbstliche Grüße zurück und bleib gesund bei dem schnoddrigen Fisselwetter…✨

  3. wederwill sagt:

    Liebe Fee, einen ganz herzlichen Gruß möchte ich dir senden, endlich hatte ich mal wieder Zeit zum Lesen und Stöbern.
    Eine schöne restliche Herbstwoche wünsche ich dir und viel Herbstsonne (und wenig schnoddrigen Fisselwetter 🙂 )

    Herzlichst,
    Marlis

    • karfunkelfee sagt:

      Dass Du stöberlesen warst, habe ich bemerkt…danke für die Sternchen….ich freu mich…😊
      Schnoddrig ist das Wetter hier auch…also wünschen wir uns Sonne…
      Herzliche Grüße zurück…🌞✨

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