Das alte Spiel

  
 Das alte Spiel:

jeden Morgen aufstehen

um das Zurückgebliebene

vor sich zu haben

in beiläufigen Fragen

beißender Schweiß

 

nach innen rinnend

 

ein Mundvoll Stille

in  der prophezeienden

nachstotternden Welt

hängt aufgespannt

die Seele

in der Abendröte

 

unwissend

 

wie lange noch

bis die alten Massengräber

eingeebnet sind

die Steine verschwunden

zwischen den unbewohnbaren

Erkenntnissen

selbsternannter Befreier.

 

Sieben Meilen Schweigen

zwischen erkalteten Tannen

im Lärm der Straße

noch immer

unermesslich

die Entwürdigung

 

unter dem 

entblößten Vollmond

 

wird niemand

von den Atemübungen

auf den Steilstufen

erfahren

eingeritzt

verblasste Namenszüge

wie jemand

im Vorübergehen

liebte

—-

  

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20 Kommentare zu “Das alte Spiel

  1. Ulli sagt:

    das habe ich sehr gerne dreimal gelesen …

  2. Doch gegen allen Anschein
    hatte keiner der Befreier,
    Steinwegräumer und
    Grabeinebner,
    Der Wartenden
    Und Träumer
    Macht über den einen Athemzug,
    Der in einer Gegenwart geschah,
    Die sich nicht in Stein einritzen lässt.

    Und es ist noch die Frage,
    Ob wirklich niemand von diesen Athemübungen erfährt oder ob sogar der ein oder andere Vorübergehende davon ein wenig mitbeathmet wird.

    Gruß von Michael, durchathmend

  3. maribey sagt:

    Nachdem ich die Karfunkelfee auf anderen, mir lieben Seiten, mehrmals gelesen habe, bin ich der Spur gerne gefolgt. Liebe Grüße, Marion

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Marion,
      Wie schön, dass meine Kommentarspur, die ich bei meinen Blogfreunden hinterlassen habe, Dich zu mir führte.
      Du bist herzlich willkommen und ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen, Hören, Schauen und Stöbern in meinem Blog.
      Viele liebe Grüße von der Karfunkelfee✨

  4. Das alte Spiel – wie oft denke ich das, wenn ich morgens aufwache. Das alte und einzige Spiel. Oder haben wir eine Regel noch nicht begriffen? Ich spiele gerne. Manchmal bin ich müde und würde gerne eine Runde aussetzen. Das alte Spiel ist jedesmal auch das neue Spiel. Zum Glück. Aber wie ist das: Wenn man ein Spiel verloren hat – gilt das für immer?

    • karfunkelfee sagt:

      Du stellst so kluge Fragen…
      Wenn man ein Spiel verloren hat, muss das nicht heißen, dass man selbst die Regeln nicht begriffen hat. Es könnte doch genausogut sein, dass die Mitspieler sie nicht richtig begriffen haben…?
      Wenn man ein Spiel verloren hat und müde ist, ist Erholung wichtig.
      Und dann könnte es vielleicht sinnvoll sein, Mitspieler zu finden, die die Regeln kennen und zur Not, falls etwas unklar ist, diese erklären könnten mittels Kommunikation und die nicht mit Messern Namen in Steine ritzen und tatsächlich glauben, sie hätten damit das Spiel bereits gewonnen…ohne sich dabei die Frage zu stellen, ob es bei diesem Spiel überhaupt ums Gewinnen oder Verlieren geht und nicht viel eher darum, miteinander so zu spielen, dass der einzige Zweck dieses Spiels die Freude am gemeinsamen Spiel ist.

  5. finbarsgift sagt:

    …auch ein altes Spiel kann immer wieder ganz neu sein und vollkommen anders zauberhaft…

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