Bitte trotzdem lächeln!

  

Bei einem Angriff der Taliban in Afghanistan, Kandahar starben 61 Menschen, lese ich, sehe dazu Bilder im Kopf, ohne grausame Darstellungen aus den Nachrichten dafür zu benötigen. Darunter Frauen und Kinder. Immer feste auf die Schwachen. Habt Ihr prima gemacht, liebe Taliban! Echt super, Ihr könnt so stolz auf Euch sein! Kinder und Frauen schlachten. Dafür reißt Euch Allah Eure beturbanten von Macht, Gier und Korruption verblendeten Köpfe mit den langen schwarzen Bärten ab, wünscht sich leise heimlich ein Teil dessen, was genauso unterentwickelt und evolutionär rückständig auf dem letzten Baum des Neandertals hockt wie Ihr schwarzen Affen, bevor ich mich wieder zur Räson der Vernunft rufe und stumm weiterlese: Indien, Russland und Malaysia sind die größten Klimasünder, das reiche Saudi-Arabien bezeichnet sich selbst als Entwicklungsland. Ah, ja. Saudi-Arabien ist also ein Entwicklungsland, alles klar! Ja, bewusstseinsmäßig könnte das hinhauen, denke ich. Da fehlen eindeutig 500 Jahre Religions- und Entwicklungsgeschichte, oder meint Ihr das etwa anders? Doch wohl etwa nicht in finanzieller Hinsicht, oder etwa doch? Wer soll das glauben, liebe Öl-Scheichs, liebe Groß-Industrielle, liebe Wüsten-Knieger? Es geht im O-Ton weiter: Von den Industrieländern kamen noch keine finanziellen Zusicherungen auf finanzielle Unterstützung, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Nö, warum auch? Es reicht ja auch völlig, zu diskutieren und mit Überstunden im Debattiersaal herumzuprotzen. Morgens dann erst mal eine lange heiße Dusche und jede Menge Haarspray, bevor es im warmen Auto zur nächsten Debatte geht. Wie wäre es mit Fahrgemeinschaften mit den russischen, den malaysischen und den indischen Abgeordneten der Delegationen? Um Zeichen des guten Willens zu zeigen? Ich schüttele den Kopf: Das wird doch wahrscheinlich wieder nix! Much ado about nothing…Ich bleibe dran und surfe nach Peking: Dort wurde just die höchste Smog-Alarmstufe aufgehoben: jetzt ersticken die Leute nur noch beinahe im Smog auf den Straßen, wenn sie sich aus dem Haus trauen. Na, das ist doch mal was Positives! sagt der Zyniker und fragt sich gerade, wie sich China beim Klimaschutzgipfel äußert. Währenddessen machen sich die ersten deutschen Tornados auf den Weg in den Krieg nach Syrien. Mir wird steinschwer zumute im Herzen. Vor ein paar Tagen habe ich eine virtuelle Petition unterschrieben, dass ich mich von diesem Kriegseinsatz distanziere. Ja, ich mag die Franzosen, auch wenn sie gerade eine rechte Partei nach oben gekickt haben. Es ist ein rebellisches Volk, das war es schon immer. Doch Deutschland zu zwingen, sich mit Frankreich für diesen Krieg in Syrien zu solidarisieren? Solidarisiert sich Frankreich auch in der Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien mit Deutschland? Wo bleibt denn da die Solidarität unter den europäischen Freunden? Hilfe, wir können nicht mehr, Frankreich! Macht die Grenzen auf! Die Leute des Landes, das wir gerade endgültig zum Teufel jagen und noch kaputter bomben als es vorher schon war, wissen nämlich nicht mehr wohin! Klick: Bitte trotzdem lächeln!

Wie jeden Morgen feuern mir die Nachrichten Schlagzeilen um den Kopf. Vielleicht komme ich doch noch dahin, dass ich mich auf politische Gedichte oder Texte fokussiere, wie ich sie überall in den Blogs lese. Ich traue mir den fundierten gut recherchierten textlichen Tiefgang nicht zu, eine ambitionierte Ansicht so zu vertreten, dass sie alle mögliche Blickwinkel mit einbezieht und sachlich begründet. Im Laufe des Tages werde ich immer mal wieder Artikel lesen, Radio hören, wesenlose Stimmen in mehr oder wenigen wichtigen Worten zur Lage der Welt.

Ließe ich dies alles zu nah an mich heran, säße ich nur noch in Notlandeposition mit dem Kopf zwischen den Knien in der Ecke und heulte wie eine Sturmsirene im Dauerbetrieb. Alarmstufe Rot, passt gerade genau zur Weihnachtszeit, die setzt Tannengrün als Hoffnungsaspekt dagegen und beblinkert dies alles bunt und glitzernd mit dem Konsumterror in den Kaufhäusern. Die Preise werden heruntergeschrien in Rabattaktionen, als seien die zu verscheuernden Artikel ihren Preis nicht wert. Fragt man sich doch, ob das Zeug bei solchen Dumping-Preisen noch sein Geld wert ist, oder? Doch die Leute kaufen trotzdem wie verrückt. Geiz ist ja so geil.

Ich meide die City in der Vorweihnachtszeit. Die hektische Stimmung der mit Einkaufstüten um sich rammenden Leute macht mir immer wieder Angst. Ich ertappe mich, wie ich mich beobachte: ob mein Körper Dellen davongetragen hat, ob meine Füße platt sind, weil mir so und so viele Ellenbogen in die Seiten gerammt wurden, weil mir so und so viele Füße auf meine latschten. Keine Zeit für eine Entschuldigung findet sich in den verkniffenen gestressten Gesichtern dieser Ellenbogengesellschaft. Ich kenne meine Stadt schon lange nicht mehr wieder. Will am liebsten weg…

Sollte ich noch was zum Dauerthema Flüchtlinge sagen? Auch hier wünsche ich mir Differenzierung. Auf der einen Seite erfahre ich von herumpöbelnden Flüchtlingen, die unzufrieden mit dem servierten Gemüseeintopf sind, so dass sie ehrenamtliche Helfer anschreien, sie hätten ein Recht auf tägliches Fleisch auf den Tellern. Da wird von handfesten Keilereien berichtet und dass Flüchtlinge die Tafeln stürmen, den Sozialhilfeempfängern und Obdachlosen ihr Essen nun auch noch wegnähmen. Da sehe ich junge ausländische Männer, wie sie abends vor lauter Verachtung gegen Schaufensterscheiben pinkeln und abends grölend und kiffend den kleinen Park vermüllen. Kiffen ist teuer, woher haben sie die Kohle dafür, sich Drogen zu kaufen? Au weia, liebes Vaterland denke ich, alle Menschen werden Brüder, oder doch eher: willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein? Wo sind wir denn jetzt gerade bitte?
Die asylsuchenden Leute, die sich bemühen unsere Sprache zu lernen, die dankbar sind, dass ihnen geholfen wird, dass sie Aufnahme bei uns finden sehe ich auf der Straße in dicken Winterklamotten. Es wurde viel Kleidung gespendet, zu viel. Die Spendenannahmestellen wissen nicht mehr wohin damit. Jetzt können die spendenwütigen Leutz wieder zu KIK gehen und sich T-Shirts kaufen, die von unterbezahlten Arbeitskräften unter unmenschlichen Bedingungen in Bangladesh genäht werden. Hurra, es lebe der Konsum!
22 Länder der europäischen Union verweigern sich, die Grenzen sind dicht, lese ich in der Wirtschaftswoche. Nur sechs Länder der europäischen Union nehmen Asylsuchende auf. Fast sechzig Prozent der Flüchtlinge gehen nach Deutschland oder Ungarn. Frankreich, Großbritannien und Italien verweigern. Sie gehören zu den wichtigsten Volkswirtschaften der europäischen Union. Ein gemeinsames Asylrecht haben wir nicht, lese ich in der Wirtschaftswoche, es fehlt. Genauso wie eine Liste sicherer Herkunftsstaaten und gemeinsamer Auffanglager. Jeder bleibt sich selbst der nächste. Ein Hoch auf die Solidarität!

Jetzt geht die Sonne gerade auf, ich stehe auf dem Balkon in ihrem Feuer und versuche, Ordnung in den vor Nachrichten wie ein wütender Hornissenschwarm schwirrenden Chaoskopf zu bringen, mich zu retten vor den ganzen Stichen und dem Gefühl der Machtlosigkeit noch nicht konkret genug werden zu können, nicht fundiert genug, nur eine, die Schlagzeilen spuckt und nicht einmal eine dieser unglaublich gefestigten Meinungen vertritt, die andere sich gestatten zu haben.

Im kleinen bürgerlichen Leben gestatte ich mir Zweifel zu haben, Angst zu haben und unsicher zu sein, ohne jemanden zu verurteilen. Ich manage die Kinder, die Schule, die berufliche Arbeit so wie sonst auch und hänge an die Türen der Nachbarn eine Tüte mit einer Weihnachtskarte, Schokolade und einem guten Pfefferminztee. Weil sie so nett sind und immer die Pakete annehmen, wenn ich mal nicht zuhause bin. Pflege eine gute Nachbarschaft, so gut es mir eben möglich ist in der Toleranz einer fremden Mentalität, die oft auch laut und lärmend daherkommt. Das liegt natürlich auch an den äußerst dünnen Wänden dieses Wohnbunkers in dem ich mit meiner Kleinfamilie hause. Von durchschlafenen Nächten kann ich nur träumen. Um zwei Uhr morgens höre ich die Kinder unter mir immer noch wie eine Herde Elefanten durch die Wohnung toben. Höre, wie sich unten mehrere Leute, ich weiß nicht wie viele lautstark unterhalten. Man versteht beinahe jedes Wort. Meine Tochter steht in der Tür, kann nicht schlafen, muss früh um sechse aufstehen, zur Schule. Sie jammert. Ich kann wenig tun, habe die Nachbarn schon gebeten leiser zu sein. Sie lächelten freundlich, zuckten bedauernd mit den Schultern und sagten in schlechtem Englisch, sie sprächen leider kein Deutsch und verstünden mich nicht.
Ich bedankte mich höflich auf Arabisch. Bitte kann ich auch sagen und noch ein paar andere arabische Worte. Ich sollte vielleicht einen Arabischkurs besuchen und die Sprache lernen. Dann könnte ich meinen Nachbarn unter mir viel besser erklären, warum man kleine Hunde nicht in Winternächten auf den Balkon aussperrt und nachts ab 22.00 Uhr in Deutschland Nachtruhe herrscht. Amal ist die Hoffnung. Diese stirbt bekanntlich zuletzt. Klick: Bitte trotzdem lächeln.

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55 thoughts on “Bitte trotzdem lächeln!

  1. Arabella sagt:

    Ich schenke dir gern mein freundlichstes Lächeln.:-)

    Was soll ich zu all dem sagen meine liebe Fee…
    Nachrichten höre, lese…ich lang schon nicht mehr morgens, ich brauche einen guten Start in den Tag.
    Herzlichst grüße ich dich…

    • karfunkelfee sagt:

      Die Nachrichten gehören für mich mit zum morgendlichen Kaffee. Ich will schon wissen, ja. Manches vertiefe ich auch, wobei mir allerdings stets die Frage stelle, ob das was ich da lese den Fakten entspricht. Ich lese also unter Vorbehalt. Danach muss ich die Klappe herunterlassen und bin froh, dass die Artikel die ich zu schreiben habe, keine politischen sein müssen. Gestartet bin ich nach einer schlechten lauten Nacht nicht gut, wie auch? Es wird trotzdem gelächelt, denn die Menschen die dafür etwas können juckt es nicht oder sie verstehen mich nicht und die anderen können nix für meine Befindlichkeiten.
      Herzliche Lächelgrüße auch zu Dir. Dieser strahlende Morgen ist ein schöner und verdient angelächelt zu werden.
      😊✨

  2. Du bestätigst nahezu alle meine Teile meiner Meinung und die Erfahrungen aus der Großstadt, was Flüchtlinge betrifft. Lass dich jetzt nicht beschimpfen.

    Solange die größten Umweltsünder der Welt nicht einlenken, werden wir selbst mit 100% Fahrradverkehr die Welt nicht retten. Was wir an CO2 produzieren, ist mit Verlaub gesaft, Peanuts in globaler Sichtweise. Diese deutsche Denke ist einfach grotesk.

    Ach ja, ich kaufe nicht bei KIK und auch nicht bei Primark.

    • karfunkelfee sagt:

      Ich habe keine Angst vor Schimpfe. Wer sich aus dem Fenster lehnt, muss damit rechnen, dass er mit dem Kopf im Wind hängt.
      Was ist die deutsche Denke? Ich höre so viele verschiedene Meinungen. Ich sprach mit Flüchtlingen, die einfach froh waren, dass sie noch lebten, sie sind genauso Teil des Bildes wie diejenigen, die glauben, Deutschland sei eine Art anarchistisches Schlaraffenland, in dem alles erlaubt ist. Oder denjenigen, die nicht einmal so weit denken und einfach nur da sind und leben ohne sich Gedanken zu machen, dass hier einiges anders ist als in ihrem Land. Und die Deutschen? Sind mir manchmal zu einseitig, zu absolut. Kann ich nicht sein, will ich nicht, selbst auf die Gefahr hin, meinungslos bleiben zu müssen. Miteinander leben lernen, das ist meine Meinung. Wenn mich was stört, keine Ruhe geben, sondern hinweisen, immer wieder, solange, bis sich vielleicht was ändert. Auch den Nachbarn. Englisch können sie ja. Prima: ich auch!
      Mit den Selbstgefälligkeiten der Umweltsünder fange ich gar nicht erst an, sonst entwickele ich noch eine Art Parolendenken und das will ich nicht. Stattdessen fahre ich so viel Fahrrad wie ich kann. Weil es bockt, weil es fit hält und obendrein gut für die Umwelt ist. Doch ich bin zuwenig Gutmensch, dass ich sagen würde: ich fahre Fahrrad für die Umwelt.
      Immer wenn ich bei Schietwetter unterwegs bin und klatschnass werde, wünsche ich mir ein kleines Auto. Meinetwegen sehr gern auch ein Elektroauto, oder eins, das ökologisch voll korrekt mit Wasser fährt. Da bin ich dann ja doch wieder Gutmensch, ist auch gut so. Egal kann ja jeder…
      Meine Klamotten kaufe ich bis auf Unterwäsche samt und sonders gebraucht. Was ich nicht mehr trage, verkaufe oder verschenke ich.
      Keine KIK-Sachen. Bei dem was ich trage, hoffe ich stets, dass kein Kind dafür schuften musste, doch wissen kann ich es auch nicht…
      Selten, dass ich solche Sachen wie heute mal schreibe. Peter von Literaturfrey empfahl mir Christoph Sieber anzuschauen. Dieser Kabarettist gefiel mir. Es muss Menschen geben, die sozialkritisch Flagge zeigen, auf Missstände hinweisen. Ich zähle mich nicht zu denen, die das wirklich gut können.
      Aber üben kann ich und mir Luft machen kann ich auch. Als ich Heute Morgen von den 61 Toten in Kandahar las, platzte mir der Kragen…

  3. Ulli sagt:

    Ja, da sind sie die wütenden gefühle zu allem was gerade Welt heisst. Auch ich schüttel immer wieder den Kopf, wie gerade vorhin, als der Liebste im Radio gehört hatte, dass die Deutschen 22MILLIONEN Euro für Weihnachtslichter und Deko in diesem Jahr ausgegeben haben, aber wir haben ja kein Geld und schon gar nicht für Flüchtlinge oder andere soziale Brennfelder. Es lebe der kapitalismus in seiner höchsten Form, mich gruselt es.
    Aber dir schenke ich ein Lächeln, weil du schreibst, was du denkst! Danke dir dafür und grüsse dich herzlich
    Ulli

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Ulli, die einzige Möglichkeit, sich vor dem uns umgebenden Wahnsinn der Welt irgendwie zu schützen, ist es, ihn sich auf Abstand zu halten. Ich regte mich heute Morgen über Kandahars tote Frauen und Kinder auf, es ist eine traurige Wut. Ich kann es nicht ändern, dass niemand das von Erdbeben völlig zerstörte und verarmte Nepal wieder aufbaut…ich kann es nicht ändern, dass Menschen dem Terror zum Opfer fallen…auch ich gehöre zu den Menschen, die Weihnachten anderen Menschen kleine Päckchen packen, mit Süßigkeiten, Weihnachtskarten und Bastelsachen. Was, wenn ich dieses Geld Flüchtlingen spenden würde…? Okay, gut, das habe ich auch gemacht, ja. Doch diesen Fragen muss ich mich stellen, oder? Der Verantwortung kann ich mich auch nicht entziehen. Andererseits beschenke ich die Menschen die ich liebe und mag so gern, es macht mir so viel Freude, ist auch ein Dank, dass es sie für mich gibt. Und da wäge ich eben ab und gestehe mir diesen Konsum im kleinen Rahmen zu. Ich denke, es geht um Maßlosigkeit, um Überzeichnung um Übersättigung, während auf der anderen Seite die totale Armut steht. Mein Wort des Tages: krass
      Nicht in Superlativen zu denken und zu handeln und den Absolutismus in die schwarzweiße Ecke zu stellen wo er hingehört, ist ein guter Weg in die richtige Richtung.
      Ich danke Dir für Dein Lächeln und grüße Dich herzlich zurück…✨

  4. safasadjida sagt:

    Du hast das sehr schön in Worte gefasst, karfunkelfee. Ich klatsche immer nur Beifall vor lauter Zustimmung.

  5. Flowermaid sagt:

    Das Blumenmädchen nennt dass sich Verbal auskotzen auf hohem Niveau… sie mag`s…

  6. bruni8wortbehagen sagt:

    *lach*, habe die letzten Kommis gelesen…

    Den Text habe ich auch gelesen, liebe Fee, oh ja, und erkannt, wie es aus Dir herausfloss.
    Es ist ja auch zu viel, um alles einzusperren, da muß einiges an Emotionen heraus in Worteform und dann gibt es ein kleines Weilchen Erleichterung, bis es sich wieder ansammelte und wieder einen Schwall von Worten finden muß, um nicht an allem Falschen und Ekel zu ersticken.

    Seien wir ehrlich, es ist nicht einfach, mit so vielen für uns so sehr anderen Menschen zusammenzuleben, sie z. Teil dicht in unserer Nähe zu haben. Die andere Lebensweise ist nicht so schnell zu verstehen und fehlt da von beiden Seiten der gute Wille, dann ist es auch um´s gute Miteinander zu schnell geschehen.

    Nun wird uns Toleranz anverlangt und wir dürfen auch lamentieren nach Herzens Lust, damit uns Frustiges nicht die Seele belastet und wir frei bleiben für gute Gedanken, die in all dem wirren Trubel um uns herum bei uns ankommen wollen. um sich dann den ANDEREN zu vermitteln.
    Vermutlich könnten wir alle von einander lernen, wenn sich jeder bemüht und darum sollten wir uns immer bemühen.

    Die Tornados begleite ich mit großem Unbehagen und als ich gestern die Truppe dieser Männer sah, die nun wohl schon angekommen sind (ich weiß gar nicht, wie weit es genau ist u. wie schnell ein Tornado fliegt), dann HOFFE ich von ganzem Herzen, daß alle in absehbarer Zeit wieder wohlbehalten zuhause ankommen werden und daß es gelingt, alle diese schrecklichen Waffen nicht einzusetzen, denn sie bewirken nur Mord, Verderben und stürzen Menschen wieder in neues Leid… Welch ein illusorischer und naiver Gedanke, aber ich habe ihn immer noch)
    Nichts Gutes können sie anrichten. Ganz und gar nichts Gutes, da kann ich es drehen wie ich will.

    Herzliche Grüße
    von Bruni an Dich, liebe Fee

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Bruni, auch wenn diese Tornados bislang nur den „symbolischen“ Einsatzauftrag von Luftaufnahmen haben, um damit die Kampfjets der anderen Länder zu unterstützen, die Ziele besser anvisieren zu können, besteht das Risiko, dass sie abgeschossen werden, weil sie tief über dem Boden fliegen. Ich wünsche mir ebenso, dass diese Soldaten, die jetzt im türkischen Incirlik im Süden der Türkei stationiert werden, heil wieder zurückkehren werden. Gestatten wir uns positive illusorische und naive Gedanken, die anderen haben sie auch, nur in gänzlich anderer Hinsicht…
      denn die Folgen dieses Einsatzes sind jetzt noch nicht absehbar.
      Du sprichst von Toleranz und darin stimmen wir überein. Nichts ist gewonnen, auf starren Haltungen oder Ansichten zu bestehen, doch der gute Wille muss von allen Seiten kommen. Ansonsten gerät man schnell in die Position der Verballhornung des alten Sprichworts: Der Klügere gibt solange nach, bis er der Dümmere ist.
      Hinweisen auf Achtsamkeit ist wichtig und auch nicht hinzunehmen, wenn diese von der anderen Seite nicht erfolgt. Ich grüße Dich sehr herzlich zurück, Deine Fee✨

  7. finbarsgift sagt:

    Ein flotter, rasanter Eintrag!

    Worte und Inhalte, die mich auch schon eine Weile beschäftigen, liebe Fee, die ich mir nun aber absolut sparen kann,

    denn eindringlicher, ironischer, perfekter könnte ich es auch nicht!

    Ein Meisterwerk des kritischen Journalismus!!

    Dir einen schönen Tag wünsche, liebe Herbstgrüße vom Lu,

    dir ein herzliches Dankeschön dafür mitteilend ✨💫🌠

    • karfunkelfee sagt:

      Na, Du bist mir einer…
      ich muss über Journalismus noch so viel lernen und manche Artikel machen mich stumm, weil sie dermaßen gut sind. An ihnen lerne ich. Und doch…ist es nur subjektiv, kein Handwerk von der Pike auf studiert. Ich wollte so gern Journalismus und Germanistik studieren – war mein Jugendtraum. Ich ziehe den Hut vor sorgfältig recherchierten sachlichen Artikeln, die dennoch menschlich tiefgründig sind. Ich kann nur autodidaktisch versuchen, aus ihnen weiterzulernen. Meine Meßlatte hängt in einem realistischen Bereich, damit ich nicht verzweifele an all dem, was ich eben nicht kann und dies auch weiß…
      Ich danke Dir Freund.
      Dein Zuspruch motiviert mich immer sehr, das weißt Du…
      In den Grenzen dessen was ich bin, versuche ich zu wachsen in das was ich gern wäre und dankbar zu sein in dem, was ich erreichen kann.
      Sei ganz lieb gegrüßt…✨

      • finbarsgift sagt:

        Mann/frau sollte sich nicht immer nur mit den absoluten Überfliegern der Kunst messen!

        Das kann einem den Alltag vermiesen und die Lust am schriftlichen Herumfliegen…

        Du machst das schon richtig, auch ohne ein Studium der genannten Fächerkombi!

        Liebe Grüße zur Nacht vom Lu

      • karfunkelfee sagt:

        Du…beflügelst mich darin, nicht einzuknicken!
        Es wird immer Bessere geben. Ich kann sehr gut damit leben.
        Wichtig sind die Menschen, die an Dich glauben.
        In der Spannweite des Könnens und Wollens sind sie unbeirrbare Quanten auf einem Vektorstrahl.
        Victor de Broglie beschrieb es in der dualen Welle.
        Ich lese schon wieder Mathematik. …☺️
        Ich kann einfach nicht von ihr lassen…obwohl ich es besser weiß…
        Ich bin schlimm.✨, ach was für ein ach, …Enzensberger…der reimt nicht….auf ….
        Sch….
        …ön sind die Zahlen….
        Ich geh jetzt schlafen, Freund.
        Danke…Dir…✨

      • finbarsgift sagt:

        …schön zu lesen, dass ich nicht die einzige Person weit und breit im riesigen WP-All bin, die hin und wieder der Königin der Wissenschaften frönt…

        Joviale Zahlengrüße an dich von mir ✨💫🌠

      • karfunkelfee sagt:

        Jaaa, Du kannst rechnen, Du bist ja auch ein Mathematikus. Ich kann es zwar nicht, das heißt jedoch nicht, dass Mathematik mich nicht immer wieder aufs Neue fasziniert.Gerade das, was mir schwer fällt zu begreifen, möchte ich immer wieder versuchen. Ich finde überall Poesie in den Wissenschaften. Darum lese ich immer wieder gern wissenschaftliche Erklärungen und Artikel…sogar dann, wenn ich sie nicht verstehe, weil sie schwierig sind. Manchmal kann es dann schön sein, jemanden fragen zu können, der es anschaulich erklärt. Ich mag Stephen Hawking…und Michael König (der kleine Quantentempel)…Ranga Yogeshwar…😊✨
        Quarksige Grüße zu Dir…

      • finbarsgift sagt:

        Ich schätze diese Personen auch sehr! Vor allem den Ranga, ich glaube, dem würde ich alles glauben *g*

      • karfunkelfee sagt:

        Ja, der ist toll…😊👍

      • finbarsgift sagt:

        …und sehr sympathisch!!

      • karfunkelfee sagt:

        …aber sowas von…!

  8. bruni8wortbehagen sagt:

    nein, Intoleranz oder Unkenntnis müssen wir immer offen begegnen.
    Ein Freund stammt aus Syrien und andere Verwandte stammen aus der Türkei. Da erlebe ich diese ANDEREN schon lange und verstehe vielleicht deshalb keinerlei *dumme* Ängste.

    Die berechtigten gibt es, ganz klar, und da müssen wir uns gut informieren, um keine voreiligen und auch mitunter falschen Schlüsse zu ziehen.

    Lieber Grüße zu Dir

  9. Wir sind im Moment wie aufgestaute Flüsse, meine liebe Fee. Es regnet und regnet Schlechtigkeit in uns hinein und manchmal bricht ein mühsam bis dato gehaltener Damm und ergießt sich. Mit diesem Strom drohen auch die Kleinglückskiesel ausgespült zu werden. Passen Sie gut auf Ihre auf, sie bilden das eigentliche Lebensflußbett…

    Heute übernimmt wieder der gute Regen die notwendigen Gießarbeiten im bonfortionösen Hinterhof für mich. Ich quere ihn dankbar lächelnd, während andere ihre Schirme schimpfend ausschütteln. Einen Schönststrauß und Scharfsüßtee später lächeln sie mit mir.
    Im Kleinen, nur im Kleinen, das ist mein Mantra derzeit, das Große würde mich im Strome ersaufen lassen.

    Ich möchte Sie einen Moment sanft halten, Sie arme Immermüde. Ich tue es mit warmwohlen Gedanken an Sie Funkelscheuschöne.
    Herzlichst, die Ihre.

    • karfunkelfee sagt:

      Ich muss Ihnen ein Like geben, auch wenn Sie auf die kleinen Sternchen keinen großen Wert legen, Sie Immerfleißige, Sie sind, obwohl Sie so viel tun, dabei immer noch in der Lage, anderen durch Wortschlachten hindurch das Herz zu halten und über die Seele zu streicheln. Nur zu gern lasse ich mich von Ihnen wieder hochziehen, ich liege mitunter platter und flügellahmer an die Erde gedrückt als ich es zugeben mag, Sie wissen das genau, meine Liebe und dieser Regen heute kommt mir ganz quer-doch was will ich über ihn schimpfen? Darum wird er auch nicht weniger. Ich knacke mir jetzt eine Ihrer Zaubernüsse. Bin sparsam damit. Ihre Worte hier waren schon wie ein erfüllter Wunsch nach Trosteinheiten. Ich ahne den Reichtum im kleinen Berg der Nüsse auf der alten antiken Anrichte. Sie werden heute wieder von Kerzen belichtert werden.
      Ich bin in Gedanken so oft bei Ihnen in Ihrem blumigen Reich oder dem Haus am Ende des Weges. Ankommorte für Vagabundierende wie mich.
      Danke…
      Liebgrüße, beherzte, zugewandte, rötlich glimmende,
      von Ihrer Karfunkeligen
      (so müde, ja…)✨

      • Das Floratelier verlassend behandmurmele ich gleich die eine meinige Walnuss in der rechten Wolljackentasche. Und denke dabei intensiv an Sie. Am Knapp angekommen schaue ich auf die Funkeley und sende Warmglimmherzgrüße nochmals.
        Möge Ihr Schlaf endlich gesegnet sein, vielleicht die Lärmmieter darum bitten? Ich werde Ramsi fragen, wie man „Segen“ schreibt…
        Von hier nur Ruhewünsche, immer die Ihre.

      • karfunkelfee sagt:

        Das sagen Sie zu einer brennenden Frau. Ich fühle Sie so schön. Die Ruhe ist eine Walnusschale in der bewegten See. Sie wird hin- und hergeworfen von den Wellen. Und doch…geht die nicht unter, sie kommt immer wieder hoch. Sie wird begleitet von Meereswesen. Die heben ihre großen Rücken hoch und tragen das leichte Ding, als sei es nichts. Die springen vorher und brechen in die höchsten Wellenwände. Weil sie es können. Das kleine Mensch in seiner Walnusshälfte navigiert sternenlos im Chaos. Ohne Bezugspunkte. Es vertraut dem, was es nicht sehen, sondern nur unter sich und vor sich fühlen kann. Nachtblind von der Müdigkeit bleibt das stumme Vertrauen in die Flauten der Ruhe zwischen Stürmen.
        Der Segen des Schlafes liegt in der Entspannung einer Welle…
        Und…ab…
        Entschleunigte Grüße und Dank,
        Ihre Karfunkelige✨

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