Auf den Stufen

  

 Ich lernte, übte
gedemütigt
arbeitete ich
reumütig knieend
vor dem
undankbarsten
aller Wünsche
in verhaltenen Akkorden
zum Erhalt
neuer Gedanken

den niedergedrückten Mai
begehrte ich
egriffen von
vergänglichem Rausch
musste ich Regen
dann Tropfen werden
während Hoffnungen
haltlos ertranken

heulte das Radio
von Nebel zart zerdrückt
konnte ich Himmel
heute nicht erkennen
mein Haus
durchsiebt
von fremden Stimmen

war im Gekröse
der Häuserschluchten
schlecht erhellter
Treppenfluchten
auf Stufen
stolpernd
nur zu schwimmen

nahm ich dennoch
zwei auf einmal
zerrissen zerbissen
das Herz
die heiße Kraft
im bloßen Willen
kennt weder
Maß noch Schmerz

——

36 thoughts on “Auf den Stufen

  1. wildgans sagt:

    Das klingt nach langen, nicht geschriebenen Büchern!
    Das Foto vermittelt unbeschreibliche Kälte, finde ich!

  2. Flowermaid sagt:

    … auch wenn es nicht so aussieht geht es aufwärts… es sind kraftvolle Zeilen!
    LG Rita

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe Rita, Dein Name bedeutet ‚Perle‘ . Wie schön ist das denn?
      Ich neige dazu, wenn es aufwärts geht und ich mich sehr anstrengen muss, die Zähne zu fletschen.
      Mein Name bedeutet ‚Blumen im Haar‘. Das ist vielleicht was, oder? Doch weil Du so kraftvoll antwortest und daran glaubst, dass ein Schein trügen kann, stelle Dir heute eine weiße Amaryllis in meinem Haar vor. Die trage ich für Dich. Um meinen sanften Willen zu demonstrieren.
      LG,
      Stefanie✨

  3. Clara HH sagt:

    Ich Pragmatikerin sage zu dem Foto: Es ist ein ganz normales Treppenhaus in einem Haus mit vielen Etagen, es ist sauber, was man in Berlin selten zu einem Treppenhaus sagen kann. Es hat für mich eine Funktion und von daher hat es für mich weder Wärme noch Kälte, sondern schlicht und ergreifend nur Stufen.
    Ich mag deine Texte – die erzählenden mehr als die in Lyrikform, aus mir wird nie eine Poetin.
    Heute war ich zu einem ganz wunderbaren Konzert, ich war so begeistert wie schon lange nicht mehr.
    Liebe Gutenachtgrüße von mir

    • karfunkelfee sagt:

      Ich putze dieses Treppenhaus im Wechsel mit meinen Nachbarn, darum ist es sauber…
      Es ist potthässlich und ich empfinde es wie Sonja als kalt, doch das Haus ist auch potthässlich und ich versuche nicht, aus diesem miesen Wohnbunker ein individuelles Domizil zu machen. Das sähe aus wie gewollt und nicht gekonnt…
      Meine Wohnung ist mir persönlich genug.😉
      Was für ein Konzert war es denn…??
      Liebe verjazzte und soulige Abendgrüße zu Dir…✨

      • Clara HH sagt:

        Es nannte sich Gospelkonzert. Es waren einfach ganz, ganz tolle Stimmen – und ausnahmsweise ging mir der Sopran nicht auf den Nerv. Vielleicht erfährst du bald mehr dazu🙂

      • karfunkelfee sagt:

        Gospel…mhmmm…das mag ich sehr!
        Erzählst mir bei Gelegenheit…✨

      • Clara HH sagt:

        Der Chor bestand aus 30 Leuten, 20 weibliche Stimmen und 10 männliche. Vom Alter her waren sie ziemlich gemischt. Fast jeder hatte mal einen Solopart und alle hatten so wunderschöne Stimmen. – Und dann war ein Schwarzer dabei – als der seine zwei Lieder sang, schniefte es ziemlich in der Kirche, sooooooooo schön war es.

      • karfunkelfee sagt:

        Das glaube ich! Ich kann es mir vorstellen…danke Dir!✨

      • karfunkelfee sagt:

        For you.
        Und hoffentlich anhörbar. Wir sprechen ja grad von großen Stimmen:

      • Clara HH sagt:

        Meine liebe Fee, das ist ganz lieb von dir, mir das Video einstellen – aber am Computer habe ich trotz mehrerer Kopfhörerversuche noch kein gutes Tonwidergabeergebnis erreichen können. Momentan betreibe ich einen Funkkopfhörer – ich höre natürlich was damit, aber es ist nicht schön.
        Irgendwann will ich mir für den Fernseher einen neuen kaufen (zum ins Ohr stecken, nicht Ohrmuscheln) – und dann könnte ich diesen Sennheiser am Computer anschließen. Das wäre sicher noch die beste Lösung – aber ich muss erst noch ein wenig Geld „schaufeln“.
        Deswegen gebe ich auch fast nie einen Kommentar zu einem Video ab.

      • karfunkelfee sagt:

        Hab ich mir schon gedacht, dass Du mit dem Video nicht so viel anfangen kannst, war ein Versuch.😊

      • Clara HH sagt:

        Manchmal war ich belustigt, manchmal aber auch verärgert, wenn der Ohrenarzt zu mir sagte: „Frau H., ihre Ohren sind 20 Jahre älter als sie!“ – Darauf ich: „Dann müssten sie schon tot sein, denn so lange will ich gar nicht leben.“
        Doch nach wie vor denke ich, dass es Schlimmeres gibt. – Beim Zahnarzt musste ich einen Anamnesebogen ausfüllen – und nach diesem war ich kerngesund, weil ich nicht ein einziges Kreuz machen musste. – Er meinte, bei so einer strotzgesunden Frau würden sich die Implantate lohnen – auf jeden Fall für seine Kasse🙂

      • karfunkelfee sagt:

        Clara, jeder hat irgendwo seine Schwachstellen. Bei Dir sind es halt die Ohren. Ich muss zum Beispiel auf meine Atemwege und die Gelenke gut Acht geben und mache das auch. Du erscheinst mir so topfit und Dein unverwüstlicher Humor, gepaart mit Herz und Hirn rundet das alles wunderbar ab! Es ist nicht leicht zu akzeptieren, etwas nicht gut funktionieren will. Mein linker Arm ist bandagiert- ich habe zu sportwütig Gewichte gestemmt, jetzt meckert die Muskulatur und der Orthopäde auch. Mal wieder…weil ich (mal wieder)…unvorsichtig und zu heißblütig und ungeduldig war.
        Wer stark sein will muss leiden.
        Pfff…😎
        Ich lerne immer mehr und besser wie mein Körper funktioniert.
        Er zeigt mir schon wo der Hammer hängt und ich bin ihm dankbar dafür.
        Hab doch nur diesen einen…
        Glaube Deinem Arzt, wenn er Dir mäßige Gesundheit wünscht.
        Er muss ja von etwas leben…😉

  4. Tausend sagt:

    Ich musste es ein paar Mal lesen und habe höchstens eine Ahnung von dem Lebensgefühl, das aus den Zeilen spricht.
    Der Schmerz steht am Ende allein und hat keinen Reim. Das verstehe ich, auch wenn das übrige mir fremd erscheint.

    • karfunkelfee sagt:

      Es ist ein immer mal wiederkehrendes Gefühl und es wäre traurig, wenn es das Leben bestimmen würde. Auf Schmerz reimt sich manchmal Herz, er macht Terz und ansonsten gebe ich Dir recht: ist er einfach ungefällig, gemein, will ein Signal sein, bis man sich einen Reim drauf machen kann.
      Fremd erscheint oft nur, was nicht zugeordnet werden kann, lernt man es näher kennen, fühlt es sich gleich vertrauter an…
      Liebe Tausend, ich danke Dir für Deinen Kommentar, fein, Dich bei mir zu lesen!

      • Tausend sagt:

        Ich meinte mit dem fehlenden Reim nicht das Wort, sondern den Ausdruck in Deinem Gedicht. Ich habe gelesen Gedanken – ertranken – Stimmen – schwimmen – Schmerz. Ich suche das Fremde (nicht nur aber vor allem in der Literatur). Zuordnen kann ich selten etwas, auch im „wirklichen Leben“ nicht. Alles setzt sich ganz langsam aus unendlich vielen Scherben zusammen. Das ist oft verwirrend und braucht viel Geduld, aber es ist eine Art die Welt zu sehen. Lyrik kommt dieser Art zu sehen und verstehen zu lernen sehr entgegen. Sie sagt noch etwas anderes als das Offensichtliche, und diese Scherben schimmern besonders schön im Licht.

      • karfunkelfee sagt:

        Ich weiß, was Du meintest. Meine gereimte Spielerei ist oberflächlich, doch darunter verbirgt sich lauter ungereimtes Verstehen dessen, was Du fühltest beim Lesen und weiterführend, ungereimten Schmerz zu hinterfragen, um ihm als Freund begegnen zu können, denn er ist einer, wenn auch manchmal ein äußerst unangenehmer. Anscheinend geht es Dir wie mir: ich ordne nicht zu, ich sortiere unendlich viele Scherben mit viel Geduld zu einer Welt, damit ich sie besser sehen kann. Deinen letzten Satz mag ich sehr, er ist Malerei und Musik, genau wie ich Lyrik als bebilderte Musik sowohl wahrnehme als auch selbst schreibe. Manchmal ist sie mir so fremdartig und exotisch wie japanische Koto-Musik, ein Pollock-Bild oder so vertraut wie ein Lennon-Song, ein Monet. Manchmal bleibt Lyrik mir unzugänglich oder ich brauche um sie erfühlen zu können lange wie für eine komplizierte Komposition oder ein Bild, das sich mir nicht gleich erschließt und manchmal werden diese Gedichte dann sogar Lieblingsgedichte, weil ich sie mir solange erarbeitet habe, bis sie zu einem Teil meiner Welt wurden. Einige Gedichte von Jack Kerouac sind so welche oder von Bukowski.
        Danke Dir! Auch für Deine Erklärung, die selbst schon Lyrik ist.
        Viele liebe Grüße…von der Fee ✨

      • Tausend sagt:

        Mit Lyrik und der Art, mit ihr vertraut zu werden, geht es mir ähnlich. Offenbar sind wir da verwandte Geister. Ich würd gern mehr Lyrik von Dir lesen.

      • karfunkelfee sagt:

        Darüber freue ich mich sehr…also so richtig…nicht, dass ich mich unrichtig freuen könnte (verrenn ich mich hier grad in was Komisches?)…
        Ich mag Deinen Humor sehr, denn anscheinend sind wir nicht nur verwandte Geister, sondern auch beide ähnlich verrückt.
        Lyrik und Lachen beginnt beides mit einem L wie: liebenswert, Lesen, Literatur, Laune, Lust und Leben.
        Alles L-Wörter…
        Mein Blog ist vollgestopft mit Lyrik (und dem anderen L-Zeug auch…)
        Los!
        Ich denke jetzt über ein paar D-Wörter nach.
        Drauflos, da!
        Danke…✨🌹

      • Tausend sagt:

        https://www.youtube.com/watch?v=fOKcG-B3VkA Verrücktheit for president.🙂 Ich werde bei Gelegenheit mal in Deinem Blog stöbern.

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