Die Blasphemie der Schwäche

 

 

Wäre es naturgewollt, dass Frauen sich verschleiern, wäre die Sonne mit schwarzen Tüchern verhüllt, weil es jemandem gefiele, dass sie ihm gehöre. Wäre es vorgesehen, dass einer Frau weniger Bildung zustünde als einem Mann, wäre das Höhere, das was Menschen Religionen nennen, geschlechtlich zuzuordnen. Unterjochte sich ein Glaube den Traditionen menschenüberlieferter Grundsätze, wäre es kein freie Glaube mehr, sondern ein gemeinschaftliches Lebenskonzept mit einer übergeordneten Gewalt, an die die Schuld, ihre Sühne und die Verantwortung delegiert wird.

Sich eine übergeordnete Gewalt zur Seite zu stellen um seine menschlichen Schwächen und die Unfähigkeit der Triebkontrolle dadurch zu entschuldigen, dass man das Objekt seiner Begierden allen Blicken entzieht außer dem eigenen, entbehrt den Willen zur Selbstkritik im Widerstand gegen sich selbst. Somit dient die religiöse Erklärung zur Notwendigkeit, Frauen auch zu ihrem eigenen Schutz zu verschleiern der Bequemlichkeit sich seiner Schwäche nicht aussetzen zu wollen und der Bereitschaft, andere für die Durchsetzung dieses Willens in ihrer Freiheit zu kasteien und zu beengen. Es ist die Blasphemie der Schwäche, den Glauben zur Schutzgelderpressung zu zwingen. Der Preis für die Unversehrtheit an Körper, Geist und verkorkster Moral ist das schwarze Tuch vor dem Gesicht. Eine wahre Opfergabe für das Paradies, in dem Frauen keine Schleier benötigen, weil sie die Schwäche der Männer nicht zu fürchten hätten, weil ihr Gott dort keine standesrechtlichen Unterschiede in Jäger und Beute aufteilt und weil sie dort den Verführungen nicht auflauern, sondern begegnen und sich, bei allem Respekt ,eine unverhüllte Wahl erlauben dürfen.

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16 Kommentare zu “Die Blasphemie der Schwäche

  1. Lis sagt:

    …gefällt mir sehr!!!

  2. Arabella sagt:

    Keine Religion verlangt das, nur ein Teil der „Ausüber“ derer, die glauben, ebendiese nach ihrem eigenen Gutdünken verstümmeln zu dürfen.

    Sonnige Grüße

  3. kowkla123 sagt:

    gut geschrieben, wünsche einen super guten Tag

  4. Flowermaid sagt:

    … dem mag ich nichts hinzufügen… stark formuliert!!!

  5. Auf den Punkt, meine Liebe! Diese Worte als Hiebe in den Nacken derer, die anderen denselbigen verbiegen wollen. Sie wissen um meine Friedlichkeit, doch manchmal kocht das Blut über…

    Ich grüße zugetan übern Kamm und sende Herzensgrüße.

    • karfunkelfee sagt:

      So soll es sein. Dieser diskriminierende Duckzwang in den Religionen und ihren Kirchen macht mich jibbelig…
      …Herzensgrüße zu Ihnen…heute mal Funken stiebend…

  6. Clara HH sagt:

    Leider sind ja auch die christlichen Religionen sehr maskulin – dass die katholische Kirche jetzt wenigstens Ministrantinnen zulässt, ist ja schon ein großer Fortschritt. Ich hoffe sehr, dass sie es nicht deswegen gemacht haben, um auch Mädchen im „Verführungspool“ zu haben. – Bei den Evangelen sind ja schon länger Pastorinnen zugelassen.
    Liebe Grüße zu dir!

    • karfunkelfee sagt:

      Dieser Text spricht diskriminierende Dogmen aller Religionen an. Die Christen sind seit gut fünfzig Jahren vom Kopftuch ab. Doch es gehörte, außer seinem praktischen Nutzen bei z.B. der Feldarbeit auch mit zur Würde der Frau. Den christlichen Kirchen laufen die Leute weg, das ist schon lange bekannt. Wenn sie ihre Schäfchen behalten wollen, müssen sie liberaler werden und die alten überholten Glaubenssätze im Sinn eines modernen Verständnisses reformieren. Ansätze dazu sind in dem was du darüber schreibst, erkennbar. Liebe Grüße auch zu Dir!

  7. Ulli sagt:

    Chapeau, liebe Fee, Chapeau, so wunderbar geschrieben und auf den Punkt gebracht!
    Ich grüsse sehr herzlich
    Ulli

    • karfunkelfee sagt:

      Danke, liebe Ulli, Deine Worte nehme ich mit in Schlaf und Traum. Sollen sie dort weitere Ideen und Worte treiben und sich freuen.
      Herzliche Grüße zurück von der Fee ✨

  8. Die Sonne mit einer Burka verhüllt…
    Ihre Schönheit in Sack und Asche…

    Sollte sich eine Frau verhüllen WOLLEN, soll sie es tun, wird es ihr aufgezwungen, ist es immer sehr falsch.
    Religion sollte doch das sein, was Hoffnung bringt und Helles zeigt.
    Zu viel Falsches liegt im krampfhaften Verhüllen, so viele Zwänge spiegeln sich darin.
    Unter die Haube gekommen sagen wir heute noch manchmal, wenn auch sehr selten und es erinnert mich an alte Gepflogenheiten. Die Kopfbedeckungen zeigten den Status der Frau an. Aber da fand ich es sehr schön und sehr gut. Da hatte es seinen Sinn.
    Es war aber auch eine sehr andere Zeit.

    Dieses Kopftuchverhüllerei scheint mir ohne wirklichen und guten Sinn.

    Eine Religion, die Männer bevorzugt, wäre immer falsch und ist dann auch keine! Sie wäre nur Hohn.
    Im Koran gibt es, so viel ich weiß, keine einzige Stelle, die auf das Verhüllen der Frau hinweist.

    Herzliche Grüße an Dich, liebe Fee

  9. karfunkelfee sagt:

    Kopftücher sind zweifellos praktisch. Sie wurden und werden bei der Arbeit auf Hof und Feld getragen, schützen den Kopf, können auch ein Schleier sein, wenn, ja…wenn eine Frau das so wünscht. Dann kann ein Kopftuch alles sein dürfen, keine Frage. Doch jede Kleiderordnung, die andere dazu zwingt gegen ihren Willen Teile von sich selbst zu verhüllen und dies auf so subtile wie skrupellose Weise einzufordern wie geschehen in der Manipulation spiritueller Schriften, ist Dogma, ist Willkür, ist ein Akt der Gewalt an anderen. Und es ist eine Abwertung, Herabwürdigung, Diskriminierung. Ich schaue mir gern Kirchen an, weil ich mich für Architektur interessiere und weil ich manche dieser Orte mag. Wenn ich eine Kirche betrete, achte ich im Sommer darauf, einen Schal oder eine Jacke mitzunehmen, wenn es draußen heiß ist. Nicht, weil es in Kirchen kühl ist. Auch nicht, weil es sich „so gehört“. Sondern weil ich mich beschämt fühle an einem geistlichen oder heiligen Ort unbedeckt zu sein, wenn ich die Möglichkeit habe, für eine Bedeckung zu sorgen. Solche Stätten nehme ich ernst, sie haben für mich etwas Ernstes und Würdiges, so wie auch die Moschee, die ich einmal besichtigen konnte. Doch wie ich das für mich entscheide zu handhaben ist meine Sache und niemand redet mir da hinein. Ich bin so frei, wählen zu können.

    Alles, was ich jetzt noch sagen würde, würde sich schon wieder innerlich zu einer Faust ballen wollen und ich will nicht mehr herumschimpfen. Das habe ich getan, mir Luft gemacht.
    Letztens am Bahnhof eine Frau mit Burka. Nur Sehschlitze. Mehrere Kleinkinder haben sich vor diesem großen schwarzen Vogel ordentlich erschreckt und rannten schreiend zu ihren Eltern.

    Danke für Deinen wie immer tief in Text und Thematik vertieften Kommentar, ich stimme Dir zu.

    Liebe Grüße von der Fee

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