Karsamstag (Le roi est mort -Vive le roi)

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Eine goldene Regel aus dem Shodokan-Karate: Spannung und Entspannung – alles.
Im richtigen Moment. Denke nicht ans Siegen. Denke daran, wie du nicht verlierst.
Mundu: Karate beginnt und endet mit Respekt.

(ich praktiziere selbst kein Karate, interessiere mich jedoch schon immer  für Kampfsport und die Philosophie dahinter, wende diese Regeln im menschlichen Miteinander gern für mich an, denn sie helfen mir in ihrer Klarheit, gut und respektvoll mit Menschen und Differenzen umzugehen).

Liebe Blogfreunde.

Heute ist Karsamstag. Noch immer ist meine Stimmung eher ernst und nachdenklich. Ostersonntag ist erst morgen.Die Karwoche beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit und dem Tod. Ostern ist das Fest der Transformation.
Noch einmal ein Beispiel zu einem bewegenden Thema in der stillen Hoffnung, dass es dem Verständnis dienlich sein möge in irgend einer guten Weise. Es ist mir sehr wichtig, das dabei zu sagen. Es gibt hier so viele Menschen im blogland, die ich inzwischen sehr mag. Sie sind völlig unterschiedlich und doch verbunden in einem guten Geist, darum lese ich so gern bei Euch, darum sind einige von Euch meine persönlichen besonderen Freunde. Es ist schön, dass es euch so gibt. Danke…

…also…
Ich lernte in meinen Berufsjahren das Mobbing am eigenen Leibe kennen und zwar in Reinstform bis hin zum Arbeitsplatzverlust und daraus resultierender schwererer Krankheit. Es war eine bittere und schmerzhafte Erfahrung, die ich niemandem wünsche. Iniatiatorin war eine Person, die dafür sorgte, dass ich in Misskredit geriet, obwohl ich Zeugen hatte, die meine Integrität bestätigten. Es war eine sehr schlau eingefädelte Intrige. Ich hatte keine Chance. Es ging um ihre Verliebtheit zu ihrem Chef, die sie mir gestand, obwohl ich das überhaupt nicht von ihr wissen wollte. Es war mir äußerst unangenehm es erfahren zu müssen. Ich musste mit diesem Chef arbeiten! Darüber will ich nicht so etwas Persönliches wissen…
Was ich erst später von einem Kollegen erfuhr, war, dass sie mich als Rivalin empfand. Sie war zu diesem Zeitpunkt schon lange Jahre in dieser Firma tätig, ich erst seit einem Jahr. Sie hatte bislang immer allein mit den Männern gearbeitet, nun kam ich mit meinem Export dazu. Das gefiel ihr nicht. Ich arbeitete gern in dieser Firma. Manchmal dachte ich, dass es besser gewesen wäre, ich hätte irgendwie versucht, diese Person vors Arbeitsgericht zu schleifen um mein Recht zu bekommen. Doch die Firma verhielt sich mir gegenüber überaus großzügig und der Personalchef gestand mir, dass er es besser wüsste, auch das, dass ich diffamiert worden sei, doch er nichts daran ändern könne an dieser Entscheidung, mich als Unruhefaktor einfach zu beseitigen. Ich hatte so eine Riesenwut in mir und ganz verrauchen wird diese nie, denn mir geschah ein großes Unrecht…
Doch ich habe mich damit arrangiert und bin letztendlich stärker geworden, gewachsen daran. Heute würde ich so eine Person anders an den Hörnern packen und direkt mit ihr in den Clinch gehen, es austragen, vor der Tür, direktes und ehrliches Wort, face to face. Das habe ich mich damals, als ich so viel jünger war jedoch noch nicht getraut und vertraute auch nicht meiner rhetorischen Stärke. Auch war ich verletzt, denn ich hatte dieser Kollegin nie etwas zuleide getan oder bös über sie gesprochen.

Diese Kriege machen krank, lernte ich,….innerlich wie äußerlich, sie können Menschen und Leben zerstören.
Sie sind genauso gewalttätig wie Kriege, die mit Gewehren und Panzern ausgetragen werden und sie lassen Menschen einfach auf der Strecke liegen…

Heute bin ich der Meinung, es ist gut, dass ich es nicht auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen ließ. Ich war schon krank genug geworden durch das alles und konzentrierte mich lieber auf einen neuen und besseren Arbeitsplatz, den ich dann auch fand. Ich habe dieser Person bei meinem Abgang mit dem Karton in der Hand die Meinung gegeigt, doch sie hat nur wissend dazu gelächelt, genau wissend, dass sie gewonnen hatte und ich nur versuchte, mein Gesicht zu wahren.
Ist solchen Menschen bewusst, was sie anrichten können? Sind sie so skrupellos, dass ihnen das egal ist, wenn sie einen anderen aus Eitelkeit, Unsicherheit oder Angst heraus zerstören, diskreditieren? Wo bleibt dabei die Mitmenschlichkeit?

Ich habe mir damals vorgenommen, nicht so sein zu wollen wie diese Kollegin.
Wenn sie so ist, kann ich auch so sein, so eine Denke…
Das brauch ich nicht. Ich nehme lieber die andere Seite.
Was nicht bedeutet, dass ich freiwillig das Feld räumen würde, wenn mir wer ans Schienbein tritt. Weit gefehlt. Ich würde die Konfrontation suchen und mir eine gute Streitkultur auf die Fahnen schreiben. Sie gehört zum Leben dazu.
Doch Rivalitäten finde ich überflüssig, dafür will ich mal nicht zu jung sondern mittlerweile zu alt sein.

Ich wünsche Euch einen sonnigen Samstag.
Ostern ist das Fest der Wiederauferstehung.

Le roi est mort.
Vive le roi..

Liebe Grüße
von der Karfunkelfee