Vollmond in der Quadratur eines Kreises – Ein Großstadtgeheul

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Liebe Blogfreunde,

Ich ließ mich inspirieren von Bauhaus und von drei Blogfreunden und danke ihnen für ihre Beiträge, die mich weiterdachten. Vieles, was ich in letzter Zeit las von Plagiaten, von geschlossenen und privatisierten Blogs, macht mich sehr traurig…

Diese Traurigkeit floss mit ein in den Text. Dauernd, andauernd rumort mir Erich Fried im Kopf herum. Gott sprach zu den Steinen: Ihr müsst menschlicher werden. Die Steine antworteten: Wir sind noch nicht hart genug.

Ich kann wenig zu allem sagen, ich folge nur ein paar Eurer Blogs sehr regelmäßig, weil ich es nicht schaffe so viel zu lesen. Doch ich schaue immer wieder sporadisch bei Euch vorbei und las in den vergangenen Tagen auch wieder sehr schöne und lohnenswerte Lyrik und Texte. Danke für Eure Beiträge, die mich so oft inspirieren zu Eigenem mit Eurem zusammen. Auch für die aufklärenden Beiträge bedanke ich mich. Auch, wenn sie manchmal traurig sind oder sich eine menschliche Enttäuschung in mir breit machen will. Diese gestatte ich mir nicht. Es widerspricht meiner Haltung, mich nicht täuschen lassen zu wollen. Das Hirn dieweilen wünscht sich Konstruktives, Authentizität, Lösungsorientiertes im Dienst der  Liebe zur Kunst und Poesie.

Darum heute pure Bauhaus-Poesie für Euch. Ein Großstadtgeheul. Die Welt hat’s mal wieder nötig. 

Liebe Grüße,

Eure Karfunkelfee

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https://tintenblut.wordpress.com/2016/07/18/ein-schlechtes-gedicht-das-sich-die-hochwertworter-zuruckholen-will-aber-doch-nur-mit-dem-kitsch-spielt-den-andere-hinterlassen-haben-und-dabei-ubersieht-dass-die-welt-voll-von-diesem-kitsch-ist/

Salva Venia – Chuzpe und Plagiate

https://lovelyritaflowermaid.wordpress.com/2016/07/17/kleine-grosstadt/

https://leselebenszeichen.wordpress.com/

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Der Vollmond verspricht jeden weiteren Aufwand wert;
alle meine Worte will er
er mit dem Schaum einer kommenden Morgenröte verkitschen.

Spöttisches
sickert in meine Gedanken ein.
Ich finde ein paar vom letzten Lichtschauer zurück gebliebene Großstadtblüten im Asphalt
im dreckigen Rinnstein
liegen sie
leuchten wie verletzliche weiße Sterne.

Es spottet sich schlecht in traurigen Stimmungen;
zu viele Tränen sind in Myriaden gefallen wie alle Märtyrer auf einmal,
wie alle Opfer von Glaubensangelegenheiten zusammen.
Zurück bleibt dieser Wunsch nach unverstellter Menschlichkeit.

Wie in Benzin getaucht ist sie,  wie sich helle Wolken in schattigen Pfützen spiegeln, könnte sie aber auch sein. Auf der Straße liegt immer noch die alte Kindermütze im Dreck; ich suche irgend einen Sinn und finde keinen mehr.All das Geliebte ruht schwer und unbeweglich in den unmöglichsten Ecken. Es ist scheu, es ist traurig, es will sich so gern verstecken. Dabei gehört es mit zum Ganzen dazu. Ich wünsche nichts Geringeres als die Quadratur des Vollmondkreises. Ich suche die Bekannten in den Unbekannten nicht-linearer Gleichungen.

Tief in der Finsternis verschläft das unaussprechliche Weise immer noch, es speist das Herz mit Nacht, es hat gut über das Lichtferne nachgedacht. Der Himmel so klar heute wie ein Wächter und ich höre zum hundertsten Mal Who killed Mr. Moonlight von Bauhaus, bis mich der Song ganz durchdringt,
auslöscht wie Regenwasser die Stadtlichter. Alles maßlos ohne einen einzigen wirklichen Menschen.
Eine blaue Sirene singt mir das Lied vom Tod auf der Autobahn.
Ich hingegen heule den Vollmond an,
weil er jeden weiteren Aufwand wert ist.
Der Schäferhund vom Hof tief im Wald antwortet leise,
er klingt untröstlich und einsam.
Ich stehle dem Verlassenen ein paar regennasse transparente Blütensterne mit ausgebrochenen umgeknickten Zacken, mit lauter menschlichen Macken und lege sie behutsam auf ausgetrocknete Augen, damit sie sich erinnern wie Tränen schmecken, damit sie wieder salzig weinen können.

6 thoughts on “Vollmond in der Quadratur eines Kreises – Ein Großstadtgeheul

  1. Ulli sagt:

    „Das Hirn dieweilen wünscht sich Konstruktives, Authentizität, Lösungsorientiertes im Dienst der Liebe zur Kunst und Poesie.“ und das Herz auch – wunderbare Bauhauspoesie, danke

    • karfunkelfee sagt:

      …sehr gern, Ulli…ist Wünschepoesie. Ich liebe Bauhaus…sowohl Gropius als auch seine Barden…danke Dir für Deine Worte. Mir fielen meine nicht leicht, ich balanciere gefühlt mit meinen Worten auf hauchdünnem Eis. Und das Wasser darunter ist eisig kalt…

      • Ulli sagt:

        das habe ich gespürt und es ist eben die andere Seite von hell, sonnig und warm- der Tanz ist eben nicht immer nur ein leichter- gerade lausche ich dem von dir eingestelltem Bauhaussong- jaaaa – musikalisch schwingen wir wirklich nah, schön ist das!
        herzlichst Ulli

      • karfunkelfee sagt:

        …ach, fein Ulli…das ist etwas Tröstliches zu wissen inmitten Untröstlichkeiten…✨

  2. Flowermaid sagt:

    … diese Untröstlichkeit wird in jeder Zeile veratmet, aber nie ohne Hoffnung… sehr kraftvoll ausgedrückt Fee!!!

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