noch einmal intensiv

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50 Liebes-Sonette für Frey’ja

Numero 11

blühen, verwelken, vergehen, verwehen

ist in allem

alles feuer kaltet
irgendwann aus
gefühle überaltern
der tod der theorie
herrscht im haus

wer versteht
für sich
die blutige glut
immer wieder
neu zu schüren
treu wie wichtig sich bedenkt
immer wieder
neu
zu verführen
liedert selbst im ableben gut

singt sogar noch
dem tod
sein geschenk
sei es auch noch so
mickrig zittrig bangtief
aus dem bauch
in dem es vorher
frei und ruhig schlief

bleibt es doch
lebens abschiedsdank
noch einmal intensiv

15 thoughts on “noch einmal intensiv

  1. Arabella sagt:

    Wichtig finde ich, den Tod nicht tot zu schweigen. Er ist großer Teil des Lebens.

  2. singt sogar noch
    dem tod
    sein geschenk

    Es ist das größte und heiligste Geschenk, das wir haben.

    • karfunkelfee sagt:

      liebe und tod. beides braucht reifezeit…

      • Nein, das sehe ich anders! Der Tod kommt manchmal sehr plötzlich und verändert das Leben der anderen gewaltig. Die Bewältigung dessen, braucht Zeit…

      • karfunkelfee sagt:

        nein, wir reden nicht aneinander vorbei, ich weiß und verstehe, was Du hier meinst. Ich will den tod nicht allein stellen. erst unsere liebe macht ihn überhaupt erträglich. und trauer ist sorgfältige friedensarbeit, die getan werden muss. besonders, wenn ein tod unverhofft in eine große tiefe liebe, in ein leben hineinbricht. um dies zu lindern tragen andere menschen gut mit. und es braucht heilzeit bis zum wiederaufstehenkönnen und weitergehenkönnen. es ist die tiefste wunde. es zeugt von großer stärke, sie zu überleben und sich und anderen gut zu bleiben.

  3. finbarsgift sagt:

    Traurig,
    aber wahr…

  4. Ulli sagt:

    Dem Tod so begegnen zu können braucht viel Auseinandersetzung mit ihm während des Lebens und kein Totschweigen … ich mag den Gesang sehr und füge mein grosses Gelächter hinzu …
    liebe Grüsse
    Ulli

    • karfunkelfee sagt:

      Mit seinen Toten lachen zu können erfordert eine Liebe, die über den Tod hinaus wächst.
      Ich lache mit Dir.
      Es hält uns gesund und es steckt an…
      Liebe Grüße,
      Stefanie

      • Ulli sagt:

        Es bezieht sich mehr auf einen eigenen Wunsch, dass an meinem Ende das grosse Gelächter wohnt …

      • karfunkelfee sagt:

        das Traurigsein ist ebenfalls wichtig, es muss gelebt werden. Doch dann gilt es einen Heilweg zu betreten, der so schmerzvoll ist und viel Zeit und Geduld erfordert…
        wenn das ziel erreicht ist, das wissen im herzen, dass die toten eben nicht ganz gehen, sondern immer bleiben und irgendwie verwunden werden kann, dass man sie nicht mehr berühren und sehen kann auf herkömmlich vertraute weise, dann erst fällt das lachen leichter – sogar unter tränen, sogar wenn diese nie versiegen, ist das lachen der größte Ausdruck der Liebe und der Achtung, die wir unseren Toten noch erweisen können. So verstehe ich den lateinischen Ausspruch: De mortuis nihil nisi bene – über die Toten nur Gutes, ihrer Menschlichkeit im Leben eingedenk.
        Dienstagsgrüße zu Dir…jetzt mach ich den Verschwindibus…hab einen guten Tag…:)

  5. autopict sagt:

    Passend dazu:
    Hermann Hesse – Stufen

    Stufen

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen,
    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

    (Quelle: http://www.lyrikwelt.de/gedichte/hesseg1.htm)

    So sehr ich mit Hermann auf Kriegsfuß stehe, so sehr mag ich das.

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