Waldhallen

Bei 1 Grad plus auf dem Mountie wird es frisch. Eine Stunde Tour de Natur. Erste halbe Stunde bergan schwitzen. Zweite halbe Stunde bergrunter frieren. Trotz fünf (!) Pellen übereinander. Doch es hat sich gelohnt. 

Eine Stunde lang bis auf einen Wanderer keine Menschenseele. Der Wald ist ganz still heute. Der Habicht unterwegs. Seltsame Zeichen im Wald. Ein siebenzackiger Stern. Seltsame Symbole oben auf dem Kamm in den Sand des Weges geritzt. Die Bäume leuchten, meine Reifen rascheln leise über den dicken Laubteppich. Stiller November, Wind kontemplativ zurückhaltend. Bestenfalls Gesäusel. Beginnt bergab in den Ohren zu pfeifen und zu johlen.

Ich könnte immer weiterfahren. Mein Mountie-Geist ist ein solider Gefährte, verlässlich sogar an rutschigen Steigungen. Ich vertraue ihm gern. Bergrunter will er immer schneller als ich. Sonst ist er aber (fast) folgsam. 

Es hat oben auf dem Kamm zwei Bäume umgerissen, weiter unten im Wald lag noch einer quer. Entwurzelte Bäume würde ich gern wieder einbuddeln können…

19 thoughts on “Waldhallen

  1. Flowermaid sagt:

    … Herbst im Wald ist der Stoff aus dem Märchen entstehen… Liebe Kaltohrengrüßes an dich Fee!

  2. Welch stimmungsvolle Radtour, liebe Fee, mir im Text so lieb wie im Bild. Da wäre ich gerne mitgekommen, obwohl ich vielleicht zu langsam für deinen immer aufs Tempo drückenden Mountie-Geist wäre.

    • karfunkelfee sagt:

      Ach, Jules, ich bin langsam unterwegs und auf Begleiter nehme ich gern Rücksicht. Außerdem bremse ich für Schmetterlinge. Diese Tour ist meine kleine Runde. Oben auf den Kamm rauf, dann eine Weile auf dem Hermannsweg, durch den Markengrund zurück mit ein paar Um- und Schleichwegen. Das sind ungefähr fünfzehn bis zwanzig Kilometerchen. Sehr gut zu schaffen und zwischendurch mal Landschaft staunen geht dabei auch noch. Aber kalt war es! Ohne Ohrenwärmer nicht zu empfehlen und mit normaler Bereifung eine Rutschpartie. Ich fahre mit Treckerreifen, fettes Profil. Die kommen mit dem Gelände hier klar…

      Die Geister wollen immer schnell, kommt wohl weil sie so flüchtig sind. Der Renner drängelt noch viel schlimmer als das Mountie. Nächstes Jahr wieder…:)

  3. Arabella sagt:

    Ein feiner Ort für eine Fee.

  4. Clara HH sagt:

    Fee, du musst deine Schokolade nicht schmollend einpacken – ehe ich mich schlagen ließe, würde ich gern ein grrrrrrrrroßes Stück davon essen.
    Du musst mit dem Geist immer 100 m hoch und wieder hinunter fahren – da kommen schwitzen und frieren schneller hintereinander🙂
    Dein Terrain sieht ja wirklich abenteuerlich aus – aber so eine blutjunge Frau muss sich eben auf dem Mountain Bike austoben, verstehe ich.
    Gut’s Nächtle wünscht dir Clara
    Der Supermond ist nicht zu sehen!

    • karfunkelfee sagt:

      Liebe C., der Weg geht so…erst rauf rauf rauf und nochmal rauf. Und dann, wenn Du grad denkst: oben? Dann geht es erst mal so richtig rauf…und dann so richtig runter und dann auf dem Kammweg rauf und runter, alle hundert Meter. (Das ist Gipfelhopping!) Und dann geht es runter. Entweder geradeaus-rauf-rauf-runter oder runter runter runter oder runter rauf-links-Bogen-runter und dann nochmal runter. Da ist dann der Bach. Ach…
      Du magst Nougat-Schoki?🤗
      Das Terrain ist abenteuerlich. Hält das ungefähr mittig in die Jahre gekommene Blut jung.
      Unser Supermond glimmt wie ein verreckendes Irrlicht.
      Schlafschön…✨

  5. finbarsgift sagt:

    Schön, dass du wieder die Natur erfährst!
    Herzliche Herbstgrüße vom Lu

    • karfunkelfee sagt:

      Ja, „erfahren“ trifft es à point…
      Hier regnet es Dackel und Hunde….
      Matschige Spritzwassergrüße von der novembergeplagten Fee

      • finbarsgift sagt:

        Hier auch! Und es windet wie blöd: Lieblingswetter!!

      • karfunkelfee sagt:

        Wetter für Musik und überhaupt Kunst. Lesen, schreiben…. Mit den Fingern schnipsen und wie ein Kind für einen Moment lang fest daran glauben, dass Zeitreisen in den Frühling möglich sind. Nächste Station März bitte…und Literatur in Trikottaschenformat. Pocket Poems wie die von Jack Kerouac oder die Duineser Elegien von Rilke oder Shakespeare-Sonette oder…
        Alles Lightweights im Taschenbuchformat.
        Nur Beaudelaire…
        ist immer noch zu schwer…;)

        Hier bläst es auch.
        Zeit zeitstromzutreiben.
        Ich schreibe Dir gleich was Schönes, das wird Dir Spaß machen zu lesen.
        Ich hüpfte gestern wie ein Flummi vor lauter Aufregung.
        Dieses WE wird arbeitsintensiv wie das letzte.
        Die schönste Arbeit der Welt.
        Acht Jahre Zeitstromtreiben, Lu…💃✨

      • finbarsgift sagt:

        Ja, liebe Fee, in der Tat, die schönste Arbeit der Welt!
        Viel Spaß und Erfolg und Freude am WE beim Zeitstromtreiben und -schreiben…
        Herzlich, Lu *Daumen drück*

      • karfunkelfee sagt:

        Ich dank Dir sehr, Lu…✨

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