Winterlicht

Nackt drängt sich nichts mehr hin verlieren zu wollen, Sinn zu opfern und zu schlachten, fürchten Bilder, schrecken plumpe Machten. Wie soll dieser Kampf enden? Geteert, gefedert hängt Schuld aus, wohlfeil der Moral dünkler Geringschätzung, eine jede noch um eine Herbsterfahrung töter. Seichte Welt hetzt umnachtet heuristisch viel versprechenden Lichtern hinterher.
Es späht, es naht.
Alles Annahme.
Geduld ist ein tiefes blaues Meer.

Im Prunk der Gutgläubigkeit stehen noch immer längst überholte Klischees, bejammern das hohe Niveau ihrer Verluste. Drachenblut macht verletzlich, das Kreuz ist immer ein Vernichtungsmal gewesen. Der Welt geschieht ein weiteres Blau. Trostlos bahren sich die Trümmer vormals Reicherer, jetzt Ärmerer auf. Schnell ein Halleluja getwittert, Anwesenheit dringend erwünscht.
Bis zur nächsten Nabelschau.

Liest sich wie Kaffeesatz Korn an Korn, folgt unbewusst zufälligen Prinzipien vorgeblicher Strukturen. Keine Wäsche spannt zwischen Jahren.
Schmaler Rauch in der Erinnerung Fluren, die vergangenen Bacchanale. Sie blößen Antarktikas wilde Nomaden gleißend unter einer stürmischen Sonne. Sich Fremde lagern nah beieinander. Ihre Haut leuchtend im Vollzug warmer Verblendung, die Gesichter voller Sterne. Salben sich in den Totmeeren der Lösungszwänge mit Bittersalzen zu Schaumgeborenen.

Blasses Winterlicht treibt Hamamelisblüten aus Gräbern wie delphischen Frieden. Doch, es liegen Blumen auf ihnen, die Lebenden bringen sie, sie wurden auf frischer Tat ertappt! Nur wahrhaft einsame Geister sind Zeugen. Dieweil die Lust zu leben dem Tod das Sterben immer noch nicht vergab, begleiten pythische Lieder den Wunsch nach Dialog. Sie streiten gerade wett im Hohlklang der Verluste.
Sie klingen noch nicht analog.

In den Feuerzwang tanzender Schatten legt sich müde verbrauchter Atem nieder. Der Opferkrug zerbrach zuletzt im stundenweisen Tausch von Nächten gegen abgeliebte Tage, die Augen stumpf vom Dauer-Takt, dem vielen Leben. Lippen schweigen Meere an, die Schultern hängen von der langen Last der Reise. Im Vertrauen liegt das Verneinen von Antipoden mit Zähnen und Klauen.
Im genaueren Hinschauen.

Das Winterbild noch namenlose Vision. Aus loht der Blick des Wanderers im Ozean vergeblichen Wollens.
Das kleine Wegeglück ist allerdings erwartungsfrei.
Es darf lieben bleiben weil es so schlecht lügen kann wie ein Wald zum Wachsen Bäume braucht.
Das Geheimnis eines Erkennens liegt im Vertrauen darauf, den anderen nicht alltäglich neu erraten zu müssen um sich finden zu können und in der Gewissheit, dass Vertrauen Sympathie in seinen Taten adelt.
Es braucht kein Beschreiben.
Es reicht, das Gegengewicht eines fremden Traums ohne Zeitmaß aufsprechen zu wollen und sich immer wieder neu darin zu bescheiden.
Dem Verlassen folgt Bleiben.

——

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17 Kommentare zu “Winterlicht

  1. finbarsgift sagt:

    Wow, liebe Poetin, was für ein intensiver Geniestreich!

    Großartig neue Bildwelten…
    Liebe Morgengrüße vom Lu

    • karfunkelfee sagt:

      Danke, Lu…Dein Kommi versüßt mir hier grad meinen eher grauverwinterten Nebelmorgen…das Jahr neigt sich so bedenklich gen Ende, dass mir mein Kaffee aus der Tasse zu laufen droht……
      Liebe Morgengrüße zu Dir✨

      • finbarsgift sagt:

        Bitter, aber wahr, Fee…

        Vielleicht hilft ja, die Kaffeetasse etwas weniger schief zu halten?!

        Hier herrscht wundervoller Sonnenschein 💥

        Liebe Wintergrüße vom Lu

      • karfunkelfee sagt:

        Mein Schwerkraftempfinden ist noch durch den Besuch bei den Antipoden kwasi auf den Kopf gestellt. Verkehrte Welt!
        Hier nebelt es noch vor sich hin.
        Noch nix Sonnenschein…
        Heut Nachmittag brauch ich den.
        Fee goes Lippisches Landesmuseum. Elementarwesenwissen auffrischen. In Kunst und Bildung machen, stöbern in alten Sachen und sooo…🤗

      • finbarsgift sagt:

        …klingt gut!
        Kunst hilft immer, egal in welcher Schieflage…

        Bin am späten Nachmittag in der Ausstellung von Astrid in Rutesheimer Rathaus, freu mich schon drauf! 🙂

      • karfunkelfee sagt:

        Kunst ist immer gute Balance gegen Schieflagen aller möglichen Art…

        Astrid Bergmann…??

      • finbarsgift sagt:

        So ist es…
        Hier ein Eindruck von der letzten Ausstellung, die ich von ihr besucht habe:

        https://finbarsgift.wordpress.com/2015/10/25/gemaelde-ausstellung-astrid-bergmann/

      • karfunkelfee sagt:

        Sie ist…👌✨
        Ich wünsche Dir erbauliches Bilderlustwandeln und Kunstgenuss bis in die Spitzen!

      • finbarsgift sagt:

        Ja, das ist sie *lächel*

        Herzlichen Dank!
        Dir auch später dann 🙂

      • finbarsgift sagt:

        …your welcome 🌟

      • karfunkelfee sagt:

        Das Museum war tolltolltoll! Bildhübsche Steinzeitjungfern (leider nur rekonstruiert), olle Knochen und Rauchopfer to-go! Ein jungsteinzeitlicher Faltaltar, der totale Knaller, sag ich Dir! Was dem Muselmann sein Gebetsteppich, ist der Jungsteinzeit ihr Faltaltar zum schnellen Beten und vor allem: Rauchopfern!
        Ein Beil hätten wir auch scharfschleifen können, dauerte aber zu lange. Da waren die Jungsteinzeitler nicht ganz so fortschrittlich wie mit ihrem ausgesprochen visionären Sakralartefakt für eilende Waldläufer mit wenig Zeit, viel Spiritualität und dafür ordentlich Zunder. Abends Erwin Grosche. DAS Antifalten- Patentrezept gegen eingerostete Gesichtsmuskeln zum Lachen. Die Paderborner benutzen angeblich nur drei statt 17 und man hat aber 26. Ahnst Du wie ich gerade aussehe?
        Da würde selbst Erwin Grosche lachen müssen. Ich benutze 30 zum Lächeln und keins zum Schlafen.
        Aber ich bin ja auch eine Feeee🤗
        Herzlichen Morgengruß

      • finbarsgift sagt:

        Wow, liebe Fee, das klingt ja tolltolltoll!!! Herzlichen Dank für diese wahrhaft interessanten Informationen 🙂
        Herzliche Mittagssonnengrüße vom Lu

      • karfunkelfee sagt:

        Der Faltaltar ist ein visionäres Zukunftsprodukt, findest Du nicht? So ein Ding gehört in jeden Haushalt, der rauchopfert gegen Abgase und Feinstaub.
        Nachdenkliche Grüße zurück (mit wunderbarer Sonne!)🌞

      • finbarsgift sagt:

        Genau *schmunzel* am besten auch immer einen unterwegs gefaltet dabei haben…
        Hier strahlt sie auch vom tiefblauen Himmel!

  2. Wow, ein toller Text. Vielen Dank dafür!

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