Dieses unerträgliche Mädchen

Sie ist zehn Jahre alt und ihr Stock klappert fröhlich an den Zaunlatten am Gehwegrand entlang. Der lange Pferdeschwanz hüpkert vergnügt hinter ihrem Schatten her. Komm doch mal rein, ich will dir was zeigen. Im ersten Gefühl will sie die Stimme unbeachtet an sich vorbeifließen lassen, doch das wäre unhöflich. Ihre Eltern würden mit ihr schimpfen, wenn sie nicht wenigstens die alte Nachbarin grüßen würde. Wie ein Kloppstock steht diese in ihren Türpfosten und seziert sie mit ihren Blicken als sei sie ein Insekt auf einem Objektträger. Die  Nachbarin ist ihr unheimlich. Vielleicht, weil diese Frau allein lebt und nur selten Besuch erhält. Sie gehört irgend einer komischen Sekte an. Ihre Mutter erzählte, dass die Anhänger dieser Sekte glauben, dass ihnen im Jenseits  ein Arm abgehackt wird, wenn sie es nicht zu Lebzeiten schaffen, dem lieben Herrgott eine bekehrte Seele zu bringen. Zögerlich bleibt sie stehen, der Stock hängt schlaff in ihrer Hand, in ihren Haaren speichert sich zart kitzelnd heiße Sonne. Die Stimme der Nachbarin wiederholt hartnäckig ihre Einladung: Nun komm schon! Es ist etwas ganz Tolles, was ich Dir zeigen will! Sie überlegt zweifelnd hin und her. Ihre Eltern haben ihr beigebracht, nicht in fremde Wohnungen zu gehen. Dies ist eine fremde Wohnung, auch wenn es nur das Nachbarhaus ist. Froh, eine gute Ausrede für ihr Fernbleiben gefunden zu haben, antwortet sie der schmalen Silhouette im Hauseingang, dass sie nicht in fremde Wohnungen gehen dürfe. Ihre Eltern hätten ihr das total verboten. Nun komm schon, deine Eltern kennen mich doch gut. Es wird schon alles in Ordnung sein. Irgend etwas in ihr sträubt sich, in die Wohnung dieser Frau zu gehen, sie kann sich dieses Gefühl selbst nicht recht erklären. Bei einigen Menschen hat sie es einfach. Es sagt ihr, dass es besser sei, diese Menschen zu meiden. Es ist ein Angstgefühl und nun wummert es dunkel in ihr. Von der Nachbarin strahlt eine Art Kälte aus, obwohl sie versucht ihr gegenüber alle Herzlichkeit der Welt aufzubringen, fast schon in einer andienenden Weise und vielleicht ist es dieses Verstellte und im Hintergrund Lauernde, was ihr diese unerklärliche Angst einflößt.

Sie ist sich unschlüssig was sie nun tun soll, sucht nach einer Ausweichmöglichkeit, einem offenen Fluchtweg. Ich muss erst Mama um Erlaubnis fragen gehen, versucht sie eine Entschuldigung anzubringen. Doch wie still befürchtet, ist die Nachbarin auch hier beweglich wie ein Reptil und steuert entgegen, dass das, was sie ihr zeigen wolle nur wenige Minuten in Anspruch nähme. Sie ahnt dunkel, dass sie aus dieser Zwickmühle der Höflichkeiten schlecht wieder herauskommen würde. Resignierend wirft sie noch einen Blick auf ihren Braken, den sie sich im Wald gesucht hatte, lehnt ihn an den Zaun und bewegt sich widerwillig auf den Hauseingang zu, in dem die Nachbarin steht und wartet. Papa hatte sie apodiktisch angewiesen, dass sie immer sehr aufmerksam ihr gegenüber sein müsse, da sie so einsam sei und allein lebe, weil sie ihren Mann schon vor vielen Jahren, als sie selbst noch gar nicht geboren war, im Krieg verloren habe. Zu solchen Menschen müsse man lieb sein, weil sie immer traurig sind, dass sie jemanden verloren haben, bestimmte der Vater.

Sie betritt also das stille Haus und im dunklen Flurschlauch schimmert ein Bild aus Worbswede. An allen Wänden hängen die Bilder, Aquarelle und Ölbilder  in wuchtigen Barockrahmen mit goldenen Ornamentiken, bunte Blumensträuße in schlichten Rahmen und und die geduckten Häuser im Worbsweder Moor, eine Dame in einem bunten Blumenfeld, mit einem altmodischen Hut. Eine Art schwebend ferner Zauber geht von diesen Bildern aus. In der Wohnung riecht es genauso so seltsam wie sie ihre Nachbarin insgeheim empfindet. Zwar reinlich, doch dabei irgendwie muffig und schlecht gelüftet. Ein leicht fischiger Unterton schwingt in der Luft. Der Schnitt des Hauses ist identisch mit dem ihres Elternhauses. Doch bei ihren Eltern steht die Terrassentür mit den ersten Sonnenstrahlen im Februar weit offen und es duftet immer frisch nach dem Garten. Hier, nur ein Haus weiter jedoch, kommt sie sich vor wie in einer Gruft mit Bildern, die das Draußen larmoyant und verschwommen spiegeln. Die Bilder riechen komisch, der Fischgeruch geht von ihnen aus, wie ihre Nase feststellt. Auf einem hohen Regal an der Stirnseite des Wohnzimmers befindet sich ein hohes Bücherregal. Die Sitzgruppe aus eleganten cremefarbenen Möbeln steht am gleichen Platz wie bei ihren Eltern. Doch das ist auch schon alles, was die beiden Häuser außer ihrem Schnitt an Ähnlichkeit gemeinsam haben. Ansonsten unterscheidet sich dieses Haus von der Stimmung her gänzlich vom Haus ihrer Eltern. Hier ist das Leben abwesend, es ist wie gemalt. Die schweren Holzrolläden sind heruntergelassen, der Raum wird in dämmriges Halbdunkel getaucht. Sie liest die Titel der Bücher im Regal, es sind hauptsächlich Kunstbände über Malerei, Reiseberichte aus fernen Ländern und das oberste Bord belegt eine lange Reihe dicker Bücher. Ihre Nachbarin steigt auf einen kleinen Hocker und holt das dickste Buch vom obersten Regal.  Setz dich doch! wird sie nachdrücklich dazu aufgefordert, in einem der mit cremefarbenen Stoff bezogenen kleinen Sessel Platz zu nehmen. Dann wird ihr das dicke Goldbuch in den Schoß gelegt. Schau mal, kennst du das Buch? Natürlich erkennt sie es. Das ist eine Bibel und zwar eine dermaßen schwere und dicke Bibel wie sie sie noch niemals zuvor sah, außer vielleicht in der Kirche, von fern, auf dem Altar. Du darfst sie dir ansehen, wenn du willst, ermuntert sie die Nachbarin. Sie schlägt die dicke Bibel auf. Ihre Augen quellen über. Was für ein prächtiges Buch! Die biblischen Szenen sind wie in einem bunten Bilderrausch gemalt, ihr fällt dazu nur das Wort überschwänglich ein. Mit gesenktem Kopf blättert sie sich bis hin zur Kreuzigungsszene. Sie will schnell weiter, doch  ihre Nachbarin legt die Hand auf die Seite. Warte, befiehlt sie und es klingt jetzt streng und bestimmter als zuvor. Diese Szene hier ist besonders wichtig, das weißt du doch. Sie will das nicht sehen. Sie findet das Bild mit Jesus am Kreuz furchtbar grausam. Versteht nicht, warum so etwas so angebetet und verherrlicht wird. Ich kann das nicht gut anschauen, mir wird da schlecht von, sagt sie und spürt hilflos, wie ihr Magen beginnt sich in anschwellenden  Zuckungen auf und ab zu bewegen, als habe er ein Eigenleben mit schwerem Seegang entwickelt, noch während sie das rote Blut anstarrt, das aus Jesus’ Wunde für immer und ewig herausläuft.  Er starb nur für uns! raspelt in ihre Übelkeitswallungen die wie ausgetrocknet klingende Altstimme der Nachbarin was dazu führt, dass ihr noch erbärmlicher als zuvor zumute wird.Etwas regt sich in ihr, ein Trotz, ein Willen und es bricht aus ihr heraus: Das habe ich nicht gewollt! Für mich hätte er niemals sterben müssen! Ich will das nicht! Sie verkrampft ihren rechten Fuß bis er brüllt vor Schmerzen. Sie spürt wie groß ihre Wut wächst. Niemand hat das Recht einfach für mich zu sterben! platzt sie plötzlich los. Ich kann überhaupt nichts dafür, dass Jesus tot ist! Warum muss ich mir das dann ansehen?

Sie verspürt einen anarchischen und tief sitzenden Mut. Sorgfältig vermeidet sie während ihres Ausbruchs den Blickkontakt zur Nachbarin. Diese sieht etwas erschrocken aus, so dass sich beginnt zu schämen, weil sie so heftig war. Schnell fügt sie an, dass sie immer in die Kirche geht. Jesus Blut fließt weiter aus dem Bild, sie riecht den ozeanischen Trangeruch in der Zimmerluft und sehnt sich immer stärker und immer drängender nach dieser Luft da draußen, nach dem Frühling und der warmen Sonne, nach dem Wald und seinem Duft, ihr Körper fiebert nun regelrecht danach, er giert und will nicht länger hier sein. Doch die Nachbarin gibt keine Ruhe und will von ihr wissen wie oft sie in die Kirche ginge und ob sie vielleicht Lust habe, öfter mal bei ihr vorbeizukommen um die schöne Bibel anzuschauen? Sie sei in einer ganz  tollen Gemeinde und da gäbe es auch Spielangebote für kleine Mädchen wie sie eines sei.

Sie geht nicht gern in die Kirche. Sie mag das gar nicht. Dort sind immer viele Menschen auf einmal, die sie alle nicht kennt und die alle unterschiedlich riechen. Die einen nach Zwiebeln, die anderen nach Knoblauch oder Alkohol oder einfach unangenehm nach fremden Menschen. Es ist laut in der Kirche. Viele singen furchtbar falsch, das tut ihren Ohren weh. Die Predigten findet sie furchteinflößend und manchmal auch gemein, weil diese Worte ihr Angst machen wollen und sie nicht versteht warum. Ihr Kindergott ist kein Angstgott, ist nicht einmal ein Mann oder eine Frau, doch die Kirche tut so als sei es ein Mann. Doch das alles in ihr verrät sie ihrer Nachbarin nicht. Sie will vermeiden, dass sie weiterhin über dieses Thema sprechen muss, immer obskurer erscheint ihr dieses Zimmer mit seinem verblichenem Gilbtapeten, immer bedrohlicher spitzt sich diese Situation zu. Sie ahnt, wie schrecklich in dieser Bibel die Höllenbilder erst aussehen müssen, ein Panoptikum der Qualen und sie fragt sich, wie Menschen so etwas Furchtbares malen können ohne wahnsinnig zu sein. Gepresster als sie es will stößt sie hervor, dass sie nun aber schnell gehen müsse, ihre Mutter würde sich sonst Sorgen machen.

Wenn sie im Wald unterwegs ist, vergisst sie manchmal, dass ihre Mutter sich Sorgen um sie macht, verliert sie ihre Zeitpflichten. Das gibt oft tüchtig Ärger. Doch diese Situation hier ist etwas anderes. Ihre Eltern wären alles andere als einverstanden mit dem, was hier gerade geschieht, das weiß sie. Sie soll hier auf etwas vorbereitet werden und sie spürt in der Stimme ihrer Nachbarin ein Drängen gleich  etwas Sonderbarem und Getriebenen. Das verursacht ihr große Angst. Ihre Großmutter hat ihr beigebracht, dass es Menschen gibt, die den bösen Blick haben. Sie sind Seelenfänger, hat sie ihr erklärt, sie solle sich vor solchen vorsehen und gut Acht geben, weil Menschen Masken der Freundlichkeit aufsetzen und sich dahinter ein fresslustiger Dämon verbergen könne. Verstohlen beobachtet sie die Augen ihrer Nachbarin. Sie scheinen zu flackern, eine Art ungesundes Leben ist in diese Augen getreten, wie etwas, das untergründig in der Frau geschlafen hat und nun erwacht war wie ein gieriges Raubtier auf Beutesuche. Sie fühlt sich wie eine kleine Schlange unter dem Kreuz Christi. Eine Blindschleiche, etwas Harmloses, etwas, das leicht zertreten werden kann. Unter dem Buchdeckel der schweren Bibel streckt sie Zeige- und Mittelfinger zum waagerechten V gegen den bösen Blick. Heimlich, so dass die andere die Schutzgeste nicht mitbekommt. Sofort fühlt sie sich viel besser.  Behutsam klappt sie die schwere Bibel zu. Das ist eine wunderschöne Bibel, kommentiert sie höflich ihre Geste. Dann hebt sie den Wälzer hoch und reicht ihn der Nachbarin. Sofort fühlt sie sich besser. Ihre Arme leichter und freier. Beinah widerwillig nimmt die Nachbarin das Buch entgegen. Ihre Enttäuschung riecht nach alten sauren Träumen oder so wie sich vorstellt, dass kranke Seelen riechen müssen. Sie will nur noch weg. Raus aus diesem Mief angesammelter Vergangenheitsstücke, weg von dieser Abwesenheit jeden Lebens, sogar die Blumen auf dem Fensterbrett wirken hier leblos und zwischen grünen Sanseverienblättern stecken Textilblumen. Ich muss jetzt wirklich gehen, drängelt sie und steht endlich auf. Die Wände schwanken auf sie zu, ihr ist übel und klamm, ihre Knie fühlen sich weich und wabbelig an. Sie denkt an die Sonne, die da draußen warm scheint und die Vögel rufen sie. Eilig strebt sie durch den Flur mit den Ölgemälden. Sie hätte gern gefragt, ob die Nachbarin sie alle selbst gemalt hat, doch dazu müsste sie weitere Zeit mit ihr verbringen und sie ahnt, dass jede Antwort wiederum von irgendwelchen religiösen oder frommen Schattierungen gefärbt sein würde und das ist der tiefste intuitive Ursprung einer regelrechten Höllenangst in ihr. Als sie endlich in der Eingangstür steht, erleichtert die warme duftende Luft im Rücken fühlt, schon halb mit dem Fuß von der Stufe auf dem Gehweg steht, fragt sie die Nachbarin, warum sie die Terrassentür nicht öffnen würde um den fröhlichen Frühling einzulassen? Weil mich der laute Gesang der Vögel so stört, antwortet diese mit lebloser Stimme. Ich kann ihn nicht ertragen.

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33 Kommentare zu “Dieses unerträgliche Mädchen

  1. Arabella sagt:

    Wie zerstörend Glaube sein kann, erleben wir immer wieder. Er führt Menschen in eine Scheinwelt. Ich finde das dramatisch.

    • karfunkelfee sagt:

      Mich erschreckt, wenn ihr Glaube Menschen zu Getriebenen macht und vor allem, was Menschen alles zu Religionen erklären….

      • Arabella sagt:

        Mit wahrem Glauben hat dieses nichts gemein.

      • karfunkelfee sagt:

        Glauben, ach, ja…
        Ich mag dieses Wort gar nicht so gern leiden…
        Es verursacht eine Art Wunschdenken in mir und das lehne ich ab.
        Zwar habe ich etwas, das das Wort ‚Glauben‘ annähernd beschreiben könnte, doch tatsächlich ist dies auch nur ein Gefühl. Ich vertraue meinen Augen, meinen Händen. Der Wald, die Natur sind mir heiliger Geist, der Struktur und Masse wurde. Muss ich anbeten was ich glaube? Nope. Doch ich kann darauf vertrauen in meiner Unwissenheit. Zuversichtlich sein in meinen Herausforderungen und Ja sagen zum Leben. Das ist mein Glauben. Höhere Mächte, Urknall und Co. sind herzlich dazu eingeladen mich darin zu stärken und Gemeinschaft zu lehren, zu bilden. Mir ist egal wie sie sich nennen, ob sie Wissenschaftliche Namen Tragen oder Götternamen. Liebe Begleiter können sie sein oder auch warnende. Ein gutes Vertrauen in das Gelingen der Dinge ohne Anspruch auf Erfüllung gibt so manchem starken Rückhalt. Jeder findet sich seins und jeder darf auch mal zweifeln…

      • Arabella sagt:

        Ein guter Weg…

      • karfunkelfee sagt:

        …jo…das ist ein guter Weg , doch vor allem aber ist es ein friedlicher begehbarer…✨

  2. Christiane sagt:

    „Niemand hat das Recht einfach für mich zu sterben!“ Danke für diesen Satz. Damit kann so vieles (Nachdenken, Handeln) anfangen.

  3. Ich bin begeistert. Deine Kurzgeschichte ist spannend und bedrohlich, toll geschrieben. Glückwunsch!
    Beste Grüße

    • karfunkelfee sagt:

      Von so wem wie Dir, wo ich Dich so gern lese…darüber freue ich mich sehr.
      …danke…und beste Grüße zurück✨

      • Sag mal die Sekte, deren Mitgliedern „im Jenseits ein Arm abgehackt wird, wenn sie es nicht zu Lebzeiten schaffen, dem lieben Herrgott eine bekehrte Seele zu bringen“, hast du dir doch ausgedacht, oder?

      • karfunkelfee sagt:

        …es wurde meiner Mutter so erzählt von einem Mitglied, doch ohne Möglichkeit, das genauer zu überprüfen. Bei der Vielzahl religöser Abspaltungen halte ich es durchaus für möglich, dass eine dieser Sekten mit solchen perfiden Drohungen ihre Mitglieder beieinander hält. Doch ich werde nachschauen, vielleicht werde ich fündig, dann melde ich mich nochmal…

  4. Ulli sagt:

    Mir ist ganz schummerig beim Lesen geworden und dann dieser Mut des Mädchens, zu sagen, dass niemand für sie sterben muss, dass sie das nicht will und ganz ehrlich, ich auch nicht und was aus all dem geworden ist, das wissen wir ja leider zur Genüge. ich bin regelrecht froh, dass das Mädchen wieder hinaus kam, weg aus all dem Mief, der Übergriffigkeit und den verstopften Ohren, die Vogelsang nicht ertragen-
    und doch danke ich dir für diese Geschichte, weil sie gerade eben genau so passieren könnte!
    Herzensgrüsse sende ich dir, liebe Fee
    Ulli

    • karfunkelfee sagt:

      Sie erzählt von einer Traurigkeit, die vergessen hat wie Leben sein kann…und so etwas ist sehr schlimm. Und sie erzählt aber auch von dem Mut, gegen die Übertragung einer Schuld anzugehen. Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, gemahnt Herr von Goethe. Wie empfindlich müssen Ohren werden bis sie Draußenvögel unerträglich beginnen zu finden?
      Herzensgrüße auch zu Dir✨

      • Ulli sagt:

        Dazu fällt mir eine Situation aus der Meditationshalle ein, als sich nach einer Runde Stillem Sitzen Menschen über den Gesang der Vögel beschwerten…

      • karfunkelfee sagt:

        .ja, diese Zeitgenossen sollten hier in meiner lärmigen Wohnwabe mal zu meditieren versuchen. …Da wird die kontemplatiefe Balance von Babygeschrei zerhackt dass die Gläser nur so scheppern. Ich könnte meine Küche als Meditationsschachtel mit Dunstabzugsgetöse für den sportlichen Meditierenden zeitweise untervermieten….das bewerbe und verhökere ich dann für viel Kohle als ‚Meditationsprofil für Forterleuchtete’…
        Meditieren Sie sich zwitscherfit! Der Frühling droht!
        Er droht auch Ihre Ruhe mit lärmigen Vögrln zu erschüttern!
        Wappnen Sie sich rechtzeitig!
        Coole Marktidee, hm…?

      • Ulli sagt:

        🙂 ich gacker 🙂

      • karfunkelfee sagt:

        …guuut….das wollt ich so gern! 🙂

        Die Meditativen in Ehren.
        Ich mach das regelmäßig…

      • Ulli sagt:

        ich auch, egal was drumrum ist 😉

  5. Art of Arkis sagt:

    Wenn es jenen gut tut, die für sich glauben, da es sinnstiftend für sie ist, und ohne andere Menschen zu Missionieren oder gar zu Verfolgen, finde ich das gut so. Gerne wird verwechselt, dass der/das Angebetete, der Anbeter ist, und nicht umgekehrt. Auch Größe und Menge, wird mit Qualität verwechselt, was breiter wird, wird meist seichter, nicht tiefer, und es ist die Tiefe, an der sich Qualität misst, und was sie ausmacht. Translation allein genügt nicht, wenn keine Transformation stattfindet. Ich finde, dies kommt in deinem Text zum Ausdruck oder besser gesagt, es ist dies, was ich, wenn auch nur quer, herauslese. Lieben Gruß.

    • karfunkelfee sagt:

      Du liest das schon richtig heraus, denke ich. Jeder muss für sich seine eigene Form seines Spirits finden. Und ja, es ist Tiefe, die Qualität dreidimensional macht und am besten in Dichtform. Es geht um eine Übersetzung, es geht um die Verweigerung der Anbetung des gewaltsamen Todes, um nichts Geringeres als die Ablehnung der Gewalt schlechthin. Die Gefahr, sich in religiösen Dogmen für sich selbst zu entschuldigen, ist groß. Doch noch größer ist die Angst, mit der Dogmen Menschen zerquälen und sie manipulieren. Das…alles und noch einiges mehr verbirgt sich im Text. Das ist der Nachhall einer Dokumentation über Karl den Großen in drei Teilen, die ich gestern ansah. Mit Wegkucken bei Blut und Gemetzel…
      Lieben Gruß✨

  6. Clara HH sagt:

    Die Geschichte ist ja wie ein Krimi von Sebastian Fitz so spannend. Ich erwartete, dass dem Mädchen von der Alten was angetan wird.
    Fataler Glaube war schon immer von Übel.
    Das Mädchen hätte mal auf sein anfängliches Bauchgefühl hören sollen – wir wir alle das auch immer tun sollten.
    Ich hoffe, dass kein Kind in eine solche oder noch viel schlimmere Situation kommt.
    Liebe Grüße zu dir von mir

    • karfunkelfee sagt:

      Diese Frau ist einsam. Sie ist eine Kulturfrau. Warum also tut sie nicht das Naheliegendste und verlockt das Mädchen lieber zum Malen als zum Beten. Warum…erzählt sie der Kleinen nicht von ihren Reisen?
      DAS ist doch die eigentliche Dramatik! Statt sich zu interessieren sendet die ununterbrochen auf der Erleuchtungsfrequenz und erdrückt die zarte Pflanze, die für beide Menschen vielleicht eine schöne Freundschaft hätte werden können? Doch dazu ist diese Frau zu versteinert. Sie sieht die Lebendigkeit des Kindes und weiß nicht wie sie sie festhalten kann. Da sie selbst zum Festhalten ihren Glauben braucht wie eine künstliche Lunge, übersieht sie, dass das Kind auch ohne Hilfe leben und atmen kann.
      Es ist eine sehr traurige Geschichte. Doch so ist das Leben…
      Sebastian Fitz…hm…den kenn ich wieder nicht…
      Ich wünsche Kindern den Mut ehrlich und wehrhaft zu sein, wenn etwas sie zu überfordern oder ihnen zu schaden droht. Höflichkeit hat Grenzen.
      Liebgrüße zu Dir mit Müdefüßen, war zwei Stunden im ‚Berch‘ wandern…

  7. bruni8wortbehagen sagt:

    Wow, was für ein Text, liebe Fee!

    Wie gut hast Du die Kleine herausplatzen lassen. Ich hoffte, ich hätte es auch gekonnt, denn ich denke so wie dieses kleines Mädchen. Ich sage es auch heute noch und stehe dazu!
    Ich mag keines der Kruzifixe und sind sie noch so berühmt, weil der Schnitzer bekannt ist. Ich mag sie nicht, diese Zurschaustellung ungerechten Leides! Und wenns tausendmal nur eine Metapher sein sollte… Es empfinde es als falsch und es wird sich nie ändern.

    Liebe Grüße von mir

    • karfunkelfee sagt:

      Ich mag dieses Kreuz nur als Rune Gebo und da ist das ein X und steht nicht für Gewalt und Qualen, sondern Partnerschaft und Liebe. So viel zu den ‚pösen‘ Heiden…
      Das andere, das Sonnenkreuz, stand vor rund 14000 für Glück und Erfolg, wird als ‚Rad des Lebens‘ in Indien verehrt. Erst Herr Hitler verdrehte es zu seinem Zweck als ein Symbol für Gewalt. Das Kreuz an sich sind zwei verbundene Streben. Zusammenhalt. Es wird Zeit, Herrn Jesus auf Staatskosten abzuhängen. Ich finde, er hat genug gelitten…

      Liebe Grüße zu Dir✨

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