später heißt es steine schlürfen

für n.

ich muss dir schlimmes berichten
kann nur schreiben
bist weit weg

über what’s app dein konzertbild
viele arme bewahrt
aus kürzlichen tagen
in deinen augen
tausend fragen ohne antwort

what the fuck
ist digitaler kommunikationszweck
nur noch worte kalter wärme
tieftrauerschwarzes silbengedärme

ja, sterben ist dreck
(und ja,
sein freitod war scheiße…)

schreib dein leid raus
vergiss meinetwegen

wer ich bin
wie ich heiße

du weinst…

nichts mehr
wie es ist
scheint du warst da
klar

im glanz strahlender bühnenlichter
lauter seelenverwandte gesichter
um dich herum alles
heldenhaft bleibt

selbst wenn sich kindheit
zweckentfremdet und entleibt
verstehe das drama

wäre ich nur da
wärest du nur da
wäre nähe keine illusion

in gehetzten sätzen
hinter maximalinterpunktionen
die einsame tränen darstellen sollen
aus dir heraus auf mein display rollen

wäre wäre…
eine konjunktion.

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10 Kommentare zu “später heißt es steine schlürfen

  1. Flowermaid sagt:

    … alles geben von sich, im Moment, zehrt… Liebe ist kein Fensterkitt…

  2. Clara HH sagt:

    Vor Jahren war ich in einer Trauergruppe – da waren zwei Frauen, die jemand durch Suizid verloren hatten. Damals wie heute gebe ich dem Suizid unter bestimmten Umständen seine Berechtigung – nicht wie die katholische Kirche, die ihn voll und ganz verdammt. Doch für die Angehörigen ist es bestimmt sehr, sehr schwer zu verarbeiten.
    Ich wünsche keinem, dass ihm das passiert.
    Drück dich von mir

    • karfunkelfee sagt:

      Jeder Mensch will leben. Wer das nicht will, der ist sehr krank oder unglaublich einsam und verzweifelt. Was die katholische Kirche denkt, ist vorsintflutlich und widerspricht in allem der Entwicklung einer bewusst Liebe leben wollenden Gemeinschaft. Verdammnis ist ein Bibelwort und keins der praktikablen, die Erfolg fördernd wären in einem gesamtfriedlichen Kontext. Darum verdamme ich die verdammte Verdammnis auch in alle Ewigkeit.
      Mir erschließt sich nicht wirklich wie ein ganzer kompletter Mensch in ein Press-Wort wie ‚Depression‘ passen soll.
      Isch drück disch dolle❣️

      • Clara HH sagt:

        Entschuldige, aber ich glaube nicht, dass jeder Mensch immer leben möchte, weiterleben möchte – dem widersprechen viele, viele Erfahrungen aus meiner Berufszeit als Physiotherapeutin. Und es muss nicht immer eine Depression dahinter stecken. – Nur (leider) können sich Leute mit einem Bruch in der Halswirbelsäule und 4 unbeweglichen Extremitäten nicht das Leben nehmen. – Ich finde manchmal, es ist einfach zu hart, am Leben bleiben zu müssen.
        Du musst das nicht veröffentlichen, wenn du nicht willst.

      • karfunkelfee sagt:

        Doch! Weil wir einander hier miss verstehen. Ich rede vom ungeformten Leben, das noch geprägt wird. Nicht immer steht Depression hinter Freitod, ich bin nicht engstirnig oder undifferenziert genug um so denken zu wollen. Ein schwer kranker Mensch hat wenig Qualität vom Leben. Wer wollte das wohl verleugnen, denkst Du echt, ich?
        Wär schon irgendwie schade.
        Peng, Enter!

      • Clara HH sagt:

        Nein, liebe Stefanie, das denke ich nicht von dir dass du engstirnig bist oder irgendwas anderes. Aber ich denke, dass man nicht uralt sein muss oder todkrank, um nicht mehr weiterleben zu können oder zu wollen.
        Nicht hinter jedem Freitod steht eine Depression. Es kann nach meiner Meinung auch viele andere Gründe geben. Vielleicht fehlt der Sinn des Lebens oder die Einsamkeit ist einfach zu groß, die Gründe können so vielfältig sein.
        Jetzt muss ich in die Bibliothek. Der Koffer ist mehr oder weniger gepackt, sodass es morgen in aller Ruhe losgehen kann.
        Und Tschüss von mir

      • karfunkelfee sagt:

        Dann habe ich mich in meinem ersten Kommi nicht klar genug ausgedrückt, das kann passieren und Kommunikation ist was Hintertückisches, darum muss immer alles auf den Tisch. Du redest mir mit Deiner Ansicht in eine sperrangelweit offene Tür- das seh ich genau so. Zum Freitod: so hart es auch sein mag- diese Entscheidung verantwortet jeder Mensch für sich. Und wie Du sagst, sind die Gründe für diese Entscheidung so einzigartig und komplex wie der Organismus, der sie trifft…
        Pass auf Dich auf!

      • Clara HH sagt:

        Mache ich, nämlich auf mich aufpassen. Und dieses Mal nehme ich auch mein Smartphone mit. Denn wenn ich mich irgendwohin bewegen will, dann kann mich nur mein Handy wieder zurückführen. Und tschüss

      • karfunkelfee sagt:

        …das machst Du schon. Dieses Dschie-pie-äss ist schon was Feines…😉✨

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