Abc-Etüden: wer will das verstehen?

Liebe blogfreunde,

Inzwischen pünktlich wie die Soße auf den Sonntagsbraten kommen Woche um Woche die Einladungen zu den ABC-Etüden, angstiftet, behaucht und ins Leben feinillustriert bewohlwortet von Ludwig Zeidler Ich beteilige mich fast immer, doch nicht immer mache ich es publik. Red Skies over Paradise schenkte dieses Mal die Worte und es waren Initialen, die mich auf Anhieb zündeten. Vor allem, weil Christiane feixte, was uns wohl zu „hermetisch“ einfiele. Das wiederum kitzelte meinen Schalk wach und den brauchen wir in diesen Tagen. Es kam auch ein ernster Text heraus, gut, auch vielleicht sogar ein schöner und poetischer. Hach, ja, dieser Frühling ist schon herrlich poetisch, in jeder Blüte steckt ein Traum vom Leben. Wie verführerisch darüber zu schreiben oder sich endlos im Regen auszulassen wie eine Speckgriebe in der heißen Pfanne. Träumewetter und dabei doch um uns herum so vieles, das ganz andere Gedankenlawinen Freitritt, denn eine Schreckensbotschaft übertrumpft die nächste. Die Botschaft hinter meinem kleinen bösen Dialog könnte ernster gar nicht sein. Ich lachte unter Tränen als ich es schrieb.

Frohe Pfingsten,

Eure Karfunkelfee

Wer will das verstehen?

Er (Wohnzimmer)- mehrere Meter Flur – Sie (Küche)

Er: …Schatzi, ich hab Brand wie tausend Turbanträger, hol mir doch gefälligst mal ne Pulle Bier aus dem Kühlschrank und bring sie mir und die Puschen auch gleich mit, stehen im Flur…

Sie: …was erzählst du da von brandschatzen in der Natur und wer hat wen wo gebrandschatzt? Ich kriege die vermaledeite Kühlschranktür nicht auf, das ist viel wichtiger, der klemmt hermeneutisch oder wie das Dingswort heißt und da liegt doch dein Bier drin, gleich hinter dem Fisch….

Er: …hä, was faselst du da von einem neuen Tisch, sag bloß, du willst schon wieder etwas Neues kaufen? Der alte ist doch noch gut genug? Nun mach schon endlich hinne und hol mir das verdammte Bier, sonst muss ich mich wieder vergessen…

Sie: …hermetisch oder so hieß das, glaube ich. Das hat letztens der Stefan Steigert oder wie der heißt im Fernsehen gesagt, Gewalt sei eine hermetische Lösung, ganz genau wie unser Kühlschrank, Schnuffelwuffel, der ist auch eine hermeneutisch verklemmte Lösung, denn er klemmt echt sowas von und ich kriege immer noch die Tür nicht auf, jetzt komm doch mal endlich und tu was, Mann, statt weiter philosophierend im Sessel zu verfetten!

Er: Olle, mach hinne, sonst kriegst du von meiner Faust Besuch und dann wird’s aber haarig für dich!

Sie: Was hast du gesagt, mein kleiner Stinksack, jetzt willst du plötzlich einen Kellerdurchbruch? Das ist aber eine schöne Idee. Ich geh dann schon mal nach nebenan und mach mich schön für dich, im Fernsehen kommt sowieso nix Gescheites…

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