Uwe Schramm: Bild trifft Wort

Liebe blogfreunde,

Heute freue ich mich, den Offenbacher Fotokünstler, Uwe Schramm, bei mir im blog zu Gast zu haben. Er zeigt mit seiner konzeptionellen Fotokunst  in der scheinbaren Alltäglichkeit und Wirklichkeit bekannter und vertrauter Dinge ihr fremdes Unbekanntes.

Der kleine Schritt aus der Wirklichkeit hinaus, führt in Wirklichkeit zu ihr hin.

Lieben Gruß von der Karfunkelfee

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Ohne Titel

Liebe geht durch die Blume.

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Verwunschener Advent 2

Liebe blogfreunde,

Auch der zweite Advent in der Natur war ein verwunschener.
Der Frost hatte die Landschaft in eine Kristallwelt verwandelt, in
gefrorenem Gras funkelten Eisdiamanten. Die Bäume glitzerten
weiß überpuderzuckert, still und starr ruhte der Wald auch ohne Schnee.

Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen zweiten Advent und wünsche Euch nun viel Spaß mit meinen adventösen Impressionen aus der Senne, der größten zusammenhängenden Heidelandschaft Nordrhein-Westfalens.

Eure Karfunkelfee

 

Waldhallen

Bei 1 Grad plus auf dem Mountie wird es frisch. Eine Stunde Tour de Natur. Erste halbe Stunde bergan schwitzen. Zweite halbe Stunde bergrunter frieren. Trotz fünf (!) Pellen übereinander. Doch es hat sich gelohnt. 

Eine Stunde lang bis auf einen Wanderer keine Menschenseele. Der Wald ist ganz still heute. Der Habicht unterwegs. Seltsame Zeichen im Wald. Ein siebenzackiger Stern. Seltsame Symbole oben auf dem Kamm in den Sand des Weges geritzt. Die Bäume leuchten, meine Reifen rascheln leise über den dicken Laubteppich. Stiller November, Wind kontemplativ zurückhaltend. Bestenfalls Gesäusel. Beginnt bergab in den Ohren zu pfeifen und zu johlen.

Ich könnte immer weiterfahren. Mein Mountie-Geist ist ein solider Gefährte, verlässlich sogar an rutschigen Steigungen. Ich vertraue ihm gern. Bergrunter will er immer schneller als ich. Sonst ist er aber (fast) folgsam. 

Es hat oben auf dem Kamm zwei Bäume umgerissen, weiter unten im Wald lag noch einer quer. Entwurzelte Bäume würde ich gern wieder einbuddeln können…

Heute Nacht

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Heute Nacht
bliebe ich
in eurer Nähe
wenn es später
rummst und kracht
wäre es schön
wenn ich euch sähe
in die Arme nähme
euch ein frohes neues Jahr sagte
das nach Zuversicht
nach Neubeginn fragte
sich noch über nichts beklagte
reinweiß unbeschritten
wie frisch
gefallener Schnee.
So sollte es sein
in dieser Nacht,
wenn ich
euch sähe.

Guten Rutsch!

Neujahrsgrüße und eine Wanderung

Eine bildhafte Wanderung in die Kindheit, ohne Worte.
Viel Spaß beim Anschauen der Bilder aus dem Teutoburger Wald:

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In eigener Sache:
In der Zeit zwischen den Jahren, noch vor den Inventuren scheint alles zu schweigen.
Die Bäuche sind noch voll, der Geist ist übersättigt vom Glamour der Gefühle und der Winter fand sich zwischenzeitlich doch noch ein.

Die Zwischenzeit zwischen den Jahren ist die Zeit des Rückblickes, der Erinnerungen, der Bilanzen.
Draußen ist es heute Morgen dunkel , weiß und nur vom Gekratze der Schneeschieber gestörte Stille. Die Autobahn rauscht schwerfällig gedämpft auf Winterreifen, nervtötend dissonant wie immer.
Doch im Wald hört man davon nix.
Nur ein leises Rauschen, Richtung Oerlinghausen immer leiser werdend.
Freie Zeit, die ich nutzen werde, um die alten Vorsätze neu zu formulieren und mir Gedanken über die schwarzen Texte zu machen, die Bestandteile eines Buchprojektes sind, das sehr langsam wächst, verschlungen wie Korkenzieherhaselnuss, es ist die Zeit gekommen, daran weiterzuarbeiten.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch.
Wir lesen uns im Neuen Jahr wieder.
Ach, so: ich lese Euch weiter, Ihr wisst ja, Feen kommen und gehen manchmal still, heimlich und leise immer wieder, auf ihre Feenweise und manchmal Kommentieren sie, weils so gut gefiel und hinterlassen singend eins ihrer seltsamen Lieder.

Liebe Grüße
von der
Karfunkelfee

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Nachtschattenpoesie

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Impressionen
in sich überschwingenden
Interferenzen
die Emotionen
zur Synthese der Dinge
in Poesie hinbewegen.

Note Gelb ist eine lachende Blume
changierend in Nuancen
im Bild, das zu einer
Symphonie in Farben
versammelter Töne zerfließt.
Zeitklangmusik.

Eine Skulptur,
die schneeweiße
steinerne Kälte ausstrahlt
ein Schmetterling
dessen Flügelschlag
berauschend zarte
Bilder malt
in unvergleichlicher Art und Weise
gewaltig wie der Donner
leise hinter dem Berg
beinahe verhallt
Erinnerung ist Schall.

Eine alte Ruine
die den Mut der Trümmerfrauen
immer noch Lügen straft
der Mond
der sein verhaltenes Licht
in Gesichter schüttet
in den unruhigen Begegnungen.

Eisregen
wie die Umarmung
von gefrorenem Gras auf Winterwiesen
in den Schatten
deren Köpfe
tausendzitatelang
immer nur die Wahrheit sagten
in alten Melodien klagten
vorwärtsrollend wie ein Zug
von Karnevalswagen
aus gelbstichigen Sepiatagen
zwischen uralten
steinharten Kamellen
süß erinnert
die ausgebissenen Zähne
im Weichzeichnerlicht der Kindheit.

Eine stolze Katze will dem
Menschenwesen
im tiefgrün gründigen Augenblick
seine Zukunft lesen
alte Besen kehren so neu
wie gut man sie pflegt
nicht beißt, was man liebevoll
hütet und hegt
in stillen Stunden
wenn sich endlich
Nachtschatten
auf die ruhelose Seele legt.