alma’s ros

starkfrequentes gleichstromrauschen
wasser mäßig
rinnt vom dach  dunkel

es donnert          der baum da

weint sich in düstergrau hinab

in strömen

auch das
trübe
fensterlicht  sprich –

tränen sind der reine tau der seele
in der gosse vergangener liebe.

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erntedank

Liebe blogfreunde, 

heute inspirierte mich ein Austausch mit Arabella.

Danke. 

Gruß von der Karfunkelfee

 

50 Liebes-Sonette für Freyja

Numero 6

 

manche dinge verschwinden

in den strudeln der zeit.

besser,

sich nicht zu sehr an sie zu binden.

das leben hält das neue bereit

für eine weile darin freude zu finden.

 

das weitergeben der freude

leuchtet aus der erinnerung

im lichten geleit der vergangenheit

weit in zukunft hinein.

 

wie kann zukunft sein?

 

am morgenhimmel noch von nacht

glüht

übrig gelassen ein nebelstreif dämmer

so fern schon kaum zu fassen

mehr zu ahnen denn zu wissen

eher schon zu losgelassen

mehr zu danken

denn zu missen

 

des altgeliebten

trauter schein

—-

Dein Raum

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Dieser Raum,
der immer noch deiner ist,
den ich immer noch unverändert ließ,
was ist er?

Ein Raum mit deinen Echos.
Sie wärmen nicht mein Herz.
Sie halten nicht meine Hände.
Dein Raum ist begrenzt –
er hat Wände.

Inspirationsquelle zum Gedicht von Janine Wagner und Lis‘ immer wieder gehaltreichem Blog, hier:

https://liska11.wordpress.com/2015/01/30/du-sagtest/#comments
Danke, Lis.

Mondenaustritt

(unterstützende Quelle, u.a.: http://anthrowiki.at/Atlantis)

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Es war nicht die ganze Wurzel, es war, als fehlte etwas, ein wichtiger elementarer Teil, eine Art versunkenes atlantisches Wissen, das einmal dagewesen war, in der Eiszeit, nun zwar noch existent, doch versunken in einem Ozean aus Rätseln und den Tränen der Vernunft, wohin nur mit dem großen Geistkopf? Dem entkörperlichten Teil davon, der den Geschmack von Meerwasser erkennt, bevor er es trinkt?
Er war nicht überrascht, als er ertrank im vertrauten Tiefen.

Diese Stelle juckte immer wieder mal am Meeresgrund, wie eine alte Narbe am Knie von einem Straßensturz, in diese Rollsplit eingewachsen war, der beim Darüberstreichen unerreichbar geworden, körnig unter den Fingern rieb.
Damals galt es, die Haut der falsch vernarbten Welt gewaltsam wieder aufzupolken, mit einer abgeflammten Nähnadel und Steinchen für Steinchen aus dem rohen widerspenstigen Fleisch zu pulen, das laut heulte:
War ich nicht brav?
Bin ich nicht unbewusst doch lebendig wider alles bessere Wissen?

Es waren die Wasserechos in den melancholischen Walgesängen mitten in der Nacht, die mich wieder an Atlantis und die Narbe am Knie denken ließen.
Sie ist inzwischen gut verheilt.
Der Schmerz, Wahrheit um Wissen, Mosaiksteinchen für Fuge nahtlos aneinanderzufügen zum ganzen diffizilen Bild, bis es so hoch auflöst, dass es erkennbar, berührbar, an feuerglänzenden Wänden einer Stadt inmitten eines Eiszeitmeeres wird, lebt als Botschaft dahinter weiter in meinem Atlantis.

Mr. Tambourine Man

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Mister Tambourine Man ist so aktuell wie das Trübetassenwetter draußen.
Das Leben liebt, lebt, lernt sich weiter, Fehler um Fehler, Traum um Traum, singt dem schwarzen Morgenkaffee ein aufmerksames Requiem und das weiße linnene Tischtuch ist von der Großmutter, die Kaffeeflecken vergangener Tafeln sind an den Rändern noch leicht gelblich verwischt zu sehen, sie sind gesellige Erinnerung, in den unauswaschbaren Rückständen geliebter Jahre.

Die Friedhöfe schlafen leise atmend unter der schweren Wintererde,
Die Wege sind bedeckt von schwarzen nassen Krumen, die die Amseln aus den geharkten Beeten rissen, auf ihrer hektischen Suche nach Würmern.
Regenklang vermischt sich mit dem Salz der Hoffnung, noch dieses Jahr das Meer wiederzusehen und bis zum Grund hineinzutauchen, das heiße Blut in Salzwasser zu sieden, bis es gut ist.

Im Spiegel

Liebe Blogleser,

In den letzten Tagen durfte ich sehr kluge Beiträge von Frau Knobloch und Candy Bukowski lesen. Es geht um Herzensentscheidungen und Werte.
Aus dem Kommentar, den ich Frau Knobloch schrieb, da uns alle ein ähnliches Thema umzutreiben scheint, wenn auch mit unterschiedlichen Geschichten dahinter, entstand ein eigenständiger Text.

Frau Knobloch und Candy, es wäre mir eine Freude, wenn ich an dieser Stelle zu Euch hinlinkwinken dürfte- darf ich?
Eure Texte, die Kommentare dazu haben in mir tiefen Eindruck hinterlassen. Ein volles Maß Lebenserfahrung gibt es hier zu entdecken in den vielzähligen Berichten und Gedanken.

http://bittemito.wordpress.com/2014/10/26/ja-oder-ja/

http://candybukowski.com/2014/10/27/think-about-werte/comment-page-1/#comment-3043

Herzliche Grüße
von der Karfunkelfee

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Im Spiegel

Wann immer ich versuchte, mein Herz in den Kopf zu zwingen, scheiterte ich, wann immer ich dachte, ich könne das Tempo, in dem mein Herz zu heilen versucht, vorantreiben, verursachte ich Leid, mir und anderen. Wann immer ich versuchte, mir woanders als in meinem Bauch Absolution für meine Gewissensentscheidungen, meine Moral und meine Selbstzweifel zu holen, bekam ich statt mehr Kraft mehr Variationen eines spekulativen illusionären Themas, doch es machte mich schwerer und nicht leichter, wie ich erhoffte.

Ich dachte, ich könne mich irgendwie schützen vor den Entscheidungen anderer und blieb für mich.
Die Herzensentscheidungen treffen die anderen, die davon betroffen sind, aktiv mit, bewusst und unbewusst, durch ihr Verhalten, das Gesprochene und das, was in ihrem Schweigen verbleibt.

Wir sind Resonanzkörper, Spiegelwesen.
Unsere Gefühle verschleiern manchmal das, was wir nicht gern wahrnehmen wollen und unser Kopf denkt, er hätte alles mit dem Verstand in der Hand.

Wir fühlen ‚Nein‘ und denken dabei ‚Ja‘. Wir fallen aus dem scheinbar vertrauten ‚Wir‘ in das fremdere distanziertere und perspektivisch sich umschauende ‚Du-und-Du‘ zurück. Der ständig hoffende Verstand will Brücken schlagen und kämpft mit der Gewissheit des Herzens, die uns doch schon so lange immer wieder in Zweifeln hinterfragen wollte, auf die zu hören, es so schwer fällt, weil die Erkenntnis schon lange schwarz die Spiegel verhängte und das Erkennen im anderen Augenpaar ein Blick wurde, der nur noch den Schatten der Bewegung aus dem Seitenblick wahrnahm.

Unser Auge ist nicht in der Lage ein wahrhaft scharfes Bild von dem was wir sehen, an das Gehirn weiterzuleiten. Um ein Bild zu erhalten, muss unser Gehirn Details aus früher gespeicherten erinnerten Bildern und Eindrücken zu Hilfe nehmen. So funktioniert unser Sehen.

Warum sollte dies bei der Seele anders sein? Auch sie greift zurück auf die Erinnerungen, um ein schärferes Bild zu zeichnen.

Darum sind wir angewiesen auf unsere Erinnerungen. Sie dienen der Orientierung. Andere funktionieren genauso und was wissen wir wirklich über sie, die anderen?

Was, lassen sie uns sehen? Wie tief muss Vertrauen reichen, damit das Herz, sich selbst annehmen kann, auch wenn es verlassen wird?

Wir sind Spiegelwesen, Resonanzkörper und wir folgen unserer inneren Führung, der unsere Werte voranstehen, die die Richtung vorgeben für den zukünftigen Straßenverlauf.

Wir suchen bei anderen Ähnlichkeit, Synchronschwingungen, weil sie uns in uns selbst stärken, motivieren und glücklich machen wie Kinder, die angenommen und geliebt werden, in dem wie sie sind und für das, was sie sind, lange bevor sie gelernt haben, sich selbst im Spiegel zu erkennen und dabei tatsächlich zu denken, sie sähen ein ganzes Bild von sich.