nehrungen

50 Liebes-Sonette für Frey’ja
Numero 18

ein kreuzstrahl gewitterblitzlust
im donner drummelt die flugschwinge
langwieweit
im windschreiten
einleer
füllt ganzmeerig in lichtlichkeiten
in neinsein
dochtet altzeitmief mit lautbeworbenem neuzeuch

schubflügelei ist dieswohn im besten sinn…
wie schön das?

wie höhefrönt in atemlosen schwichtungen
in allnachttagträumen
der zeitfall des kleinwarmen
unsättlich
stäubt umsamt korn an korn
nahaftig…

winzigstwichtige in starkstromscherben
zündelzüngeln
wider um wider
klarläugen obschein
in fehlfarbene wildwunden wahlnarben
rechnerisch wie belegbrotige zahlensammelstellen

verwahrtragen

den krumenrest in stummfelssaft zerfließen ihn zu vergehgoren und schlürfschlingen
bis zum blindwurmigen neigefortsatz mundmagersüchtige in geigengier

inbesehen
verstehen um verwendbarwerte
wiegwägt sich schwingvoll
ruhraunend flehtrachtet friedlieb sonderlos
bekittet das brüchigholz sich in reinrahm

sanftsondert zeitfreien hagerosig und bannhüllt ein seligsüß
in heilsangsamtenes

rotweichkniet einsamschleicht im dadringleiten schwingt lang wie weitbreiten
überhand
ein eisig hell
allwegfahren den still zwischenzeilzeisenden über erahnbares
wie wolkenweise wie weitwehriebig

blautäubt ein superneonschrei baucht in schwerblütigbläuernen dufthyazinthen im supermarkt,
sie dochten alle, dochten nur drei
wollwohnend wie blumige muskelviecher
freimaulend

resten aurorige blühnasen saumseelige
trugen bliebliebst
das schwärig schwundnahte in geilen preisen
weilwohlig minifein sittet
so fortwärts weilig
weil…

ein samsam limmernd streifsand im ganzmondmeer in die offendunklichten nehrungen des dochtwindes hinüberschwebt….



rein sein mit dir

50 Liebes-Sonette für Freyja


Numero 16

sie erleuchtet das alte geheimnis 
löst sich im schwung in wellen
genießt sie hemmungslos
gießt sich helllicht
in tiefen aus 
zieht in deinen lenden

legt deine hände
in münderlippen saugt sie auf
gibt ihr ganz weinvoll prickelnd 
in höhen heilen
ihre harmonien 
spendet sie sich 
in neuem leben
trägt es flammend auf
die nackte heiße haut auf
ist sie
wie rein sein mit dir 

Waldhallen

Bei 1 Grad plus auf dem Mountie wird es frisch. Eine Stunde Tour de Natur. Erste halbe Stunde bergan schwitzen. Zweite halbe Stunde bergrunter frieren. Trotz fünf (!) Pellen übereinander. Doch es hat sich gelohnt. 

Eine Stunde lang bis auf einen Wanderer keine Menschenseele. Der Wald ist ganz still heute. Der Habicht unterwegs. Seltsame Zeichen im Wald. Ein siebenzackiger Stern. Seltsame Symbole oben auf dem Kamm in den Sand des Weges geritzt. Die Bäume leuchten, meine Reifen rascheln leise über den dicken Laubteppich. Stiller November, Wind kontemplativ zurückhaltend. Bestenfalls Gesäusel. Beginnt bergab in den Ohren zu pfeifen und zu johlen.

Ich könnte immer weiterfahren. Mein Mountie-Geist ist ein solider Gefährte, verlässlich sogar an rutschigen Steigungen. Ich vertraue ihm gern. Bergrunter will er immer schneller als ich. Sonst ist er aber (fast) folgsam. 

Es hat oben auf dem Kamm zwei Bäume umgerissen, weiter unten im Wald lag noch einer quer. Entwurzelte Bäume würde ich gern wieder einbuddeln können…

noch einmal intensiv

50 Liebes-Sonette für Frey’ja

Numero 11

blühen, verwelken, vergehen, verwehen

ist in allem

alles feuer kaltet
irgendwann aus
gefühle überaltern
der tod der theorie
herrscht im haus

wer versteht
für sich
die blutige glut
immer wieder
neu zu schüren
treu wie wichtig sich bedenkt
immer wieder
neu
zu verführen
liedert selbst im ableben gut

singt sogar noch
dem tod
sein geschenk
sei es auch noch so
mickrig zittrig bangtief
aus dem bauch
in dem es vorher
frei und ruhig schlief

bleibt es doch
lebens abschiedsdank
noch einmal intensiv

Senryu: Amsel und Engel

Für P.

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Du, schattige Amsel,

ziehst auch mein Glück magisch an!


Siehst du den Engel?
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(Amsel: einwort)

Wunsch 




mach mich weich

hol  hervor
was ich 
am liebsten habe
sei um mein
tiefst innerlich
wie eine honigwabe 
mach mich
sprachlos
mach mich gleich
dulde meinen
wilden stolz
bin ich schwer
bist du leicht
genauso ist es
umgekehrt
die wippe 
ist aus 
gutem holz
ohne zwingen
ohne binden
bräuchtest du 
mich nicht zu schinden
um deines lieben
friedens willen
könntest du
was du dir wünschtest
in dem 
was ich dir gäbe
stillen
mach mich sanft
mach mich reich
wünsch uns
viel vertrauen 
wo einer nach dem
andern fragt
ist gut 
sein haus
zu bauen.