Fantasie mit Trump(f)

Totensonntag ist vorbei.
Ich muss jetzt echt mal sonst platz ich noch….

Viel Spaß.

Eure Karfunkelfee

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Donald Trump sagt, der Geruch nach Büchern
mache ihn sehr müde.
ach, könnte ich ihn benebeln mit Immanuel Kant…
rutschte er langsam hinunter anner Wand…

…dann ab mit ihm in den Heizungsraum,
gleich neben den ollen Weihnachtsbaum
vom Erdboden bis hoch zur Decke
stapelten sich Bücher, ganze Hecken
Darunter könnte ich ihn legen
und niemand würde ihn stören und wecken.

Melanina
bräuchte der Donald nicht länger
sein Schlaf wäre prächtig und tief.
Wie beruhigt wäre ich wüsste ich
dass Donald Trump im Heizungsraum
gleich neben dem ollen Weihnachtsbaum
selig im Duft vieler Bücher schlief

erntedank

Liebe blogfreunde, 

heute inspirierte mich ein Austausch mit Arabella.

Danke. 

Gruß von der Karfunkelfee

 

50 Liebes-Sonette für Freyja

Numero 6

 

manche dinge verschwinden

in den strudeln der zeit.

besser,

sich nicht zu sehr an sie zu binden.

das leben hält das neue bereit

für eine weile darin freude zu finden.

 

das weitergeben der freude

leuchtet aus der erinnerung

im lichten geleit der vergangenheit

weit in zukunft hinein.

 

wie kann zukunft sein?

 

am morgenhimmel noch von nacht

glüht

übrig gelassen ein nebelstreif dämmer

so fern schon kaum zu fassen

mehr zu ahnen denn zu wissen

eher schon zu losgelassen

mehr zu danken

denn zu missen

 

des altgeliebten

trauter schein

—-

weiße chardenien

50 Liebes-Sonette für Freyja

Numero 4

Du bist das
sich selbst öffnende
befehlsresistente programm
während ich schreibe
bringst du dich
bamm! bamm! bamm!
heftig hochhüpfend
in erinnerung
während ich fluchend versuche
mich auf degeneriert informierendes
zu konzentrieren
schickst du mir musik
machst dich publik
in zig worten und weisen
dies alles auf meiner
unteren leiste

versuche ich dich zu ignorieren
blockierst du meinen monitor
lässt dich nicht mehr schließen
beginnst deine kryptische daten
in mein blaues sauberes off zu gießen
ewig endlose zahlenkolonnen
lang liegen sie schwer schwebend
wie tausend traumhaft tiefe tonnen
…und jede einzelne zahl steht für sündigste wonnen!

ich bemüh mich vergeblich
in konzentration zu fließen
gehe in den garten
meine chardenien chießen
lasse dich warten warten…
oh, diese weiße…
shit, du weißt wie ich heiße
du bist das sich selbst
öffnende programm
auf meiner unteren leiste
du bist mein
hochhüpfendes icon
bringst dich in meine pflicht
das will ich aber gar nicht!

drum will ich dich
eliminieren
aussortieren und defragmentieren
am besten einfrieren in meinem chief-archiv
doch du gibst keine ruh
lässt dies nicht zu
schickst statt dessen
wilde bilder lächelst verse
reimst auf knopfdruck
bist meiner matrix inverse
willst dich mit mir
multiplizieren
bis mein dich
dauerzitierender computer
nur noch seufzend langsam
hoch eroromantisiert
lasziv vor sich hin schlürschliert
entschlüsselst du
heimlich meine ID
ich frag mich nur wie?
kann das sein?
bist du ein Trojaner oder ein Dämon?
ein auf mich programmierter stolperstein?
ein fieser hack oder ein computer-wurm?
mein stern, mein symbol oder bist du mein turm?
habe ich dich etwa neu entdeckt?
am ende noch selbst geschaffen?
etwas uraltes schlafendes versehentlich aufgeweckt?
ich will wissen wo du mein system leckst
suche deinen code, deinen booting-pfad
der mir irgend etwas erklart
und mach mich für dich zum affen.

doch nun muss ich
weiter schaffen
für mein täglich brot
schreib empört mit der hand
fixiere meinen computer
im lieblich-lyrischen abendrot
unter der alten uhr
auf dem schreibtisch
das ding piept schon wieder
als sei es nicht mehr ganz frisch
sag, bist du das schon wieder?
du bist das sich selbst öffnende
befehlsresistente pogramm
auf meiner unteren leiste
shit, du weißt wie ich heiße…

…ich hab so chern die chardenien
vor allem weil sie so weiß sind….

Zwischentöne


In jedem Sonnensprenkel fand ich Klang und Ton in meiner vagabundierenden Obsession. In losen Klavierfolgen sternte ich die kleinen weißen Blüten wach und sog in der vom Regen gereinigten Luft herb linnenen Schlehenduft wie ein Lächeln auf eine Frage ohne Antwort. Sang dabei dem Ort einen geborgten Morgen, der ein spontanes Zeitfenster in den Ideen von dir schuf und erweckte. Es war mir, als ob dieser vermaledeite Kuckuck mich obendrein auch noch neckend rief, doch vielleicht träumte ich das auch nur. Als schliefe meine innigste Natur im satt getränkten Moos auf einem Stein und wurde zum stecknadelkopfgroßen Bauchgefühl in deinem komplexen Dasein. Meine Seele der Spiegel dieses Sees zu meinen Füßen. Tiefblauer Grund lässt sich von Bachwasser speisen und ineinanderfließen.


Hellgrün das Jung, asiatisches Aquarell führt den Blick zum Quellgrund. Steil und schräg umwalden gold gelaubte Ufer raschelnd grüne Blattpunkte, getupft zwischen Zweige. An diesem Ort neige ich mich hoch zu dir. Und ich vertraue dir an: genau hier starb vor langer Zeit eine Hoffnung, sie ist eine herzliche Erinnerung.


Die Stille dieses Schutzgebietes nordet mich neu ein, sie will mir ein heiliger Kraftort sein. Mir schmutziger Religionsfreier, mir dunkler Lichtfrau. Ich nehme es nicht so genau mit Dogmen. Ich glaube an die Sonnenkraft und daran, dass Licht Leben schafft bis es uns dahinrafft, uns ewig unser Glück im Lebenszweck Suchende. Dieser See liegt vor mir wie ein offenes bewegtes Buch, an diesem besonders beliebigen Tag aufgeschlagen.

Die dicken Karpfen sehen mich am Rande stehen und treiben glasig hoch. Gleich schwarzen Stämmen ziehen sie unter dem Wasser her wie unter einem blank gehämmerten Silbertuch. Es war ein Bild, es stellte dar bewegtes Meer im Kleinen. Dessen Unruhe dämmte mich schließlich ein. Ich wurde eins mit ich und du. Das Licht spielte ruhig mit dem Wind in den Ästen. (Unnötig zu betonen, dass es ein Westwind war, ist klar…) Nur eines wichtig: Ich war dankbar, meine Schwärze in diesen lichten Moment zu gießen, dabei zu wissen, dass er meine große Nacht ganz in sich einspiegeln konnte, weil er groß genug dafür war. So groß, dass sein Helles mein Dunkel überlichtete, meiner Sehnsüchte  Lärm in seiner windigen Stille verwahrte. Manche Momente wie zarte Sonnensprenkel, auf der Wege blühendem Klang. Lose Klavierfolgen in melancholischem Überschwang begleiten meine Schritte, meine vorsichtigen und umsichtigen, doch dabei nachdrücklichen Tritte. Fühle mich blühen, in mir dieses tiefe unablässig dunkelrot heiß sengende Glühen. Minimalistisch klein reduziert im Rotpunkt des ersten Morgenfrühen in seinem leicht melancholischem Beginn in jenem Moment wenn die Sonne aufsteigt. Zeigt sich der Zauber der Zwischentöne in einzeln verklingenden Sonnensprenkeln auf  vertrauten Wegen immer wieder  in scheinbar unwillkürlich gesetzten Akzenten. Da war es wieder das Leben, das mich in seinen schönsten Liedern berührte und umfing. Will sagen, es war erst Tagesbeginn. Im Spiegel des Sees verschwamm friedlich Sinn, Sein und Sorge, das Wasser umspielte meine Füße kühl und sacht. Ich legte alles Gefühl in die Melodie dieses Pianomorgens. Dabei habe ich in mehreren losen Folgen auch an dich gedacht.

——

…weil es heute einmal sein muss…

…dass das Licht sich abwendet

nach innen verdreht

Fuß neben Fuß

Hand in Hand

sich selbst

zugewandt steht…

 

…und weil es heute einmal sein muss…

von dir weit fort

nah zu mir hinzusehen

ich darüber nachdenke

wie einfach es doch ist

still dich im herzen tragend

einfach so weiterzugehen

ohne  mich umzusehen

und ohne anzuhalten…

 

…weil es heute einmal sein muss…

Gedankenstau 

  
Die letzten Monate waren zu kalt und zu trocken. Die Bauern besprengten ihre Bäume, damit sich in den Nachtfrösten eine schützende Eisschicht um die zarten Obstblüten legt. Der Regen duftet schwer und süß, nach Erde und Land. Der Bach beschleunigte, ein Wasserhochgefühl schnellt mit den Bruchstückchen der Bäume, die der letzte Sturm zurückließ.
Erinnerungen an ein lautes Singen werden wach, es klingt Jahre her, dass die Stimme im Schlagregen in Myriaden Wassertropfen kakophonisch brach und umschlug in ein eher demütiges Raunen. Die filigranen Wassergräser halten die Feuchtigkeit zurück. Flüstern leise, erzählen der langsamen Seele auf den unermüdlich voraneilenden Beinen von Schönheit und ein wenig auch von erahntem schnell strömenden Lebensglück, es sammelte sich in einem Rückhaltebecken wie sehr alte Tränen, sie ließen ihr Salz am Ufer in weißlichen Ablagerungen zurück. Leben ist Süßwasser, sagt die Natur. Auch Salz ist Heil, ist Leben. Den Leuten, die das tote Meer mit dem Zufluss süßen Wassers trinkbar machen wollen, sei ihr menschlich verständlicher, doch törichter Wunsch, vergeben. 
Gedankenstau, Wolkenbilder in schlierigen Pfützen. Wasserheller Himmel breitet sich grau über Buchenhellgrün: Das Frühlings-Aquarell über einem alten Paar, sie breitet sorgfältig die warme Decke über seine zittrigen Knie, schiebt ihn langsam bergan. 
Das Herz will glauben, dass vom einstigen stromschnell schießenden Gefühl eine tiefe Verbundenheit als ruhiges dahinfließendes Wasser zurückbleibt, die sich aus den Quellen der wissenden gemeinsam weit gereisten Lebenserfahrung speist. 
Doch vielleicht ist es anders und sie ist nur eine bezahlte Pflegerin, die eine Dienstleistung erbringt.
Ein junges Mädchen, duftet sauber nach Jugend, geht vorbei, während es irgendeinen bekannten Popsong trällert, am Waldhang, verträumte Augen, während im milden Regen ihr Pferdeschwanz im Takt ihrer schnellen Füße schwingt.