50 Liebes-Sonette für Frey’ja: Bel’s Sul 


50 Liebes-Sonette für Frey’ja

Numero 21

Der erste Maivollmond

gehört der Sonne 

in den Boden gerammt 

gekrönt von einem Jungfernschwanz

tanzestrunken 

waid vor Wonne

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Länger als du denkst

50 Liebes-Sonette für Frey’ja

Numero 17

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Für K.K.

Das spricht.
Warm ins Gesicht.
schließe die Augen.
Es kitzelt leisesacht hinter Lidern.
Es spricht.
Schon wieder…

Das lebt.
Hoch auf die Heißhaut.
Die Härchen flimmern höher
Es lebt.
Schon wieder…

Es lacht.
Laut für die Sonnenbraut.
Es prickelt
Schon wieder…

länger als du denkst.

Banditenlied

50 Liebes-Sonette für Fre’ja
Numero 15

Heute bin ich dein Bandit.
Hier ein Lied. Nur für dich
Innig

stehle ich uns morgen Zeit
mache uns den Weg mach breit
mit Räubern und Pistolen.

Übermorgen kann uns mal
der gute kluge Kuckuck holen
und gerne auch in großer Zahl
denn wir maßen unverhohlen
an das Unmaß
unsere Wahl…

war so dreist wie nie

meist schenken wir uns
lenken unsere lebensenergie
zu uns anvertrauten
uns vertrauenden Leuten.

Meist, wie du weißt
Doch nicht immer
Und nicht heute

eins, zwei, drei, schwarzer Mann…

Liebe blogfreunde,

der hier vorliegende Text bezeichnet keinen Menschen, sondern setzt sich mit Alpträumen auseinander, die mich seit Kindheitszeiten quälten. Es ist ein Kriegstext, es ist dunkler Text, eine Kampfansage, die mir letztlich viel bedeutet wenn ich sie blogge, weil sie der Angstenergie etwas entgegensetzt: Mut und den Willen sich aufzulehnen, wenn etwas droht, der Seele, dem Körper, dem Geist, Gewalt antun zu wollen. Ich bin eine Pazifistin und lehne Gewalt ab. Doch manchmal ist eine Notwehr, eine Kampfansage erforderlich um zu zeigen, dass man theoretisch und auch praktisch die Kraft aufbringt, sich jederzeit wehren zu wollen. Ich lernte zwar vor dem schwarzen Mann zu fliehen in meinen Träumen, doch hier kommt jetzt endlich, nach langer seelischer Arbeit der Lohn: Das Stellen. Die meuternde Beute. Das Auflehnen, die Rebellion und schlussendlich eine Stärke, die so souverän sein kann, dass sie keine schwarzen Männer mehr zu fürchten hat, weil sie stark genug geworden ist, sich ihnen und ihrer Gewaltbereitschaft und Skrupellosigkeit, ihrer Kälte und Gefühllosigkeit und ihrer Feigheit entgegenzustellen. Notfalls eben auch mit ihren eigenen Waffen. Nur den weißen Männern schenke ich meinen Frieden und meine Weiblichkeit.

Wer schwache Nerven hat, sollte das Lesen hier bei diesem Text bitte unterlassen. Ich habe recht furios die Seele frei geschrieben, es musste und wollte genau so herauskommen.Die Karfunkelfee hat auch dunkle Facetten, darum wählte ich vor acht Jahren dieses Pseudonym, das ich mir aus Ingeborg Bachmanns Gedicht „Das Spiel ist aus“ sowie dem Mythologienschatz entlieh.

Danke für Euer treues Leseinteresse, Eure Kommentare, Eure Sternchen, Eure Sympathie! Ich bringe sie zu Euch zurück so gut ich es mit meiner wenigen Zeit vermag.An dieser Stelle begrüße ich auch herzlich alle Neuankömmlinge der vergangenen Monate. Ich habe Euch freudig bemerkt und will meine Blogroll erweitern. Schön, dass Ihr da seid. Ich wünsche allen weiterhin eine gute Lese- und Musikzeit bei mir im Kinderkönigreich.

Liebe Grüße von Eurer Karfunkelfee

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Du bist mein schwarzer Mann. Ich weiß mittlerweile wie du bist und sein kannst. Aus meinen tiefsten Träumen, in denen du mich immer wieder ermordet hast, schon von Kindheit an, mit einem Messer in die linke Seite. Während ich verblutete und mich vor Schmerzen krümmte, hast du lächelnd mein Gesicht gestreichelt und dich weggedreht um dein nächstes Opfer zu suchen. Du Schlächter, Herzmörder, Schatten und Gift meines Lebens! Wie sehr ich dich hasse, abgrundtief, wie sehr, vermag nur dein Name noch zu verraten und den spreche ich nicht aus, denn Namen sind Macht und Macht hattest du lange genug über mich.

Dein Herzeiter quillt aus der von deinem Gift entzündeten Wunde, hier fließt er mir direkt aufs Papier, gelbgrün und giftig schmerzend. All deine Wut, all deinen Hass, deine Unzufriedenheit und dein Böses lasse ich heraus und in dich zurückfließen, denn nur zu dir gehört es und nur dich soll es töten, damit ich weiter in mir Kraft gewinnen, heilen und gesunden kann von dir, schwarzer Mann mit dem mir teuflisch erscheinenden Namen! Du kannst nichts dafür, dass du heißt wie du heißt, doch für dein gewissenloses kaltes Verhalten kannst du etwas! Für dein gedankenloses Spiel auf der Klaviatur meiner Gefühle zeichnest einzig allein du verantwortlich. Du gehörst zu den Nutzern einer Sache, das ist deine Qualität. Du handelst grundsätzlich hochzweckorientiert und setzt deine Wünsche manipulativ zielgerichtet um. Du gehst buchstäblich über Leichen; du bist ein Pokerface vor dem Herrn, lügst wie gedruckt und siehst mir dabei geradewegs in die Augen. Nur wenn ich dich länger anschaute und deinen Blick erwiderte, hieltest du dem meinen nicht allzu lange stand., vielleicht war dies ein allerletzter kärglicher Rest deines Gewissens, das du in fossilen Urzeiten irgendwann haben mochtest? Alles andere verdrängst du, was kümmert dich schon das Leid und Elend der anderen, du hast mit deinen eigenen schließlich schon so viel zu tun, nicht wahr, mein Liebster? Du bist so zeitlos uralt und verdorben, wie andere in ihrem ganzen Leben nicht schaffen zu werden, ach, was! Nicht in hundert Leben…

Du bist ein Jäger, ein ewig Suchender, ein Räuber, ein Scharlatan und die Gretchenfrage ist dein Lockruf. Du bist ein Blender, der sich selbst zu wichtig nimmt und dabei alles andere aus den Augen längst verlor. Was du fixierst, erlegst du gründlich, bis es nicht mehr zuckt. Die Eingeweide deiner Beute reißt du aus ihrem Leib heraus und hängst sie mit ihren eigenen Tränen eingesalzen zum Dörren zwischen die Äste der Bäume. Das sterbende Tier juckt eine Kreatur wie du es bist nicht die Bohne. Es ist dir egal. Hauptsache, du hast deinen selbstgerechten bedürftigen Willen bekommen! Das ist alles, was für dich im Leben noch zählt. Du, du und immer nur du. Du widerst mich an mit deiner Egozentrik, deinem immerfort nur um dein du Besorgtem. Du bist nichts wert, was deine äußerliche und oberflächlich agierende Spaß- und Funmentalität  rechtfertigen würde.

Du stehst mir ein weiteres Mal gegenüber, flachgesichtiger zerfurchtlinierter Schwarzer. Lächelst mich selbstverliebt kokettierend an und tust gerade so als würde ich dir anerkennungssüchtigem Selbstdarsteller und Narzissten irgendeinen mickrigen Dreck bedeuten. Die Flaneure beider Seiten neben uns, weiße gesichtslose Wesen, sie starren. Ich bin nackt und bloß und stelle mich dir endlich einmal. Du gehst auf mich zu wie jedes Mal bisher, wie immer, das Messer locker in der Hand tarierend, ein selbstgefälliges Lächeln in den Augen so blau wie Gletscherbergseen. Kenne ich schon, diesen Blick von dir, schon gefühlt gevögelt hundertzigmillionen Mal! Ich lernte fünfzehn Jahre lang fliegen wegen dir Arschloch! Ich lernte Kampfsport, ich lernte die Karateregeln des Shodokan auswendig um dir in meinen Träumen furchtlos begegnen zu können! Ich schaute mir abends Kampfsport an und tue es noch, die K1-Kämpfe im Muay-Thai, Boxkämpfe und jeder High Kick, den ein anderer in die Fresse bekam war eine Übung für mich, für meinen gezielten Tritt, mit aller Kraft geführt, in deine dämonische uralte faltige Visage!

So spielte ich Uhrwerk Orange mit mir ausdrücklicher Pazifistin und jetzt stehst du hier vor mir und wagst es mich so anzusehen? Du glaubst, ich kann mich nicht bewegen? Du denkst, ich kann nichts tun? Ich werde dir sowas von in die Eier treten! Dein Messer nehme ich dir ebenfalls weg und hol mir deinen Skalp, Mann! Los, komm schon…ich stehe hier und in Kampfhaltung. Ein Messer? Du willst mir damit Angst machen? Mir? Die ich tausend Indianerromane las und Beschreibungen von Messerkämpfen las, weiß, wie man Arschgeigen wie dich effektiv entwaffnet! Ich kann nur noch müde lächeln über dich. Los komm, traust du dich etwa nicht? Du zögerst ja? Ich habe dir zu viele Muskeln bekommen, richtig? Ich bin nicht mehr das hilflose weiche romantische schwammige und schüchterne Mädchen, dass du glaubtest, mit deinem Charme kapern zu können.

Hier steht etwas anderes vor dir.  Hier steht eine Frau, die gelernt hat, im Leben zu kämpfen für das was sie will. Dich will ich nicht. Schon lange nicht mehr. Ich dachte mal, ganz früher, ich bräuchte so einen selbstherrlichen Klappspaten wie dich um mich zu beschützen. Ich dachte mal, solche hirnamputierten Scheißkreaturen unterster Höllenkreise wie du, seien beeindruckend! Ich war echt so blöd, so bescheuert, so gnadenlos dumm und ich habe für meine Dummheit bezahlt mit bitteren Tränen. Menschen wie du einer bist, sind grundsätzlich Täter, sind nie Opfer und können sich, weil sie sich selbst jedoch als Opfer empfinden, nie eine wirkliche Opferseele verstehen. Sie schützen sich gegen Verletzungen mit ihren kugelsicheren Herzen. So bist du. Ein kugelsicheres Herz, längst verroht, längst zu gallenbitterem Schwarz verhärmt, durch und durch.

Was ist das nun? Du zweifelst, schwarzer Mann? Vor mir etwa? Komm schon, du stehst da ja immer noch teilnahmslos herum und überlegst? Legst die Stirn in Falten? Wegen mir etwa? Passe ich dir nicht mehr in dein Jägerkonzept? Deine Beute meutert! Die Gaffer warten schon, sie wollen  Blut, das weißt du, oder? Sie gieren nach Blut, welches ist ihnen sowas von Achtundachtzig. Ich werde dich langsam zu Tode spielen oder es schnell machen, das darfst du dir gern aussuchen. Du darfst auch fliehen, du blöde armselige Lusche! Du hast doch eh keine Eier in der Hose, zumindest sind sie so klein, dass ich ihren Sitz nicht wirklich ausmachen konnte, als ich zum ersten Mal voll in deine Überraschung hinein fest zutrat und dabei habe ich echt sensible Füße. Na, nix los im Schritt bis auf bedauernde blöde Sprüche? Bist in die Jahre gekommen, was? Nix mehr mit Libido? Macht dich nur noch Essen froh, schwarzer Mann? Warte, ich schneide dir mit deinem Messer deinen behäbig gewordenen Speck von den Rippen und brate ihn mit grünen Tomaten. Dann lasse ich dich dein Fett fressen bis du dran verreckst, so mache ich das. Dann betöre ich die Bienen und sende sie aus, in deine Richtung. Mit ihrem süßen Gift sollen sie dich langsam und genüsslich zu Tode stechen. Nein. Das wäre zu viel der Lust, des Begehrens für dich armselige Höllenkreatur. Perlen vor die Säue, du hast nichts verdient, außer meiner Gleichgültigkeit Typen gegenüber wie du einer bist. Fügst du anderen Schaden zu und bekomme ich das mit, hast du mich auf der Pelle sitzen und ich werde dich durch sämtliche Höllenkreise bis ganz nach oben und wieder nach unten jagen, mein liebster alter Lieblingsteufel! Bis ich dich gestellt habe, Du uraltes böses Gezücht, aus welchen Tiefen du auch immer emporgestiegen sein magst wie ein Faulgas!

Ich wache heute Morgen auf und das Gefühl in mir bleibt, dass ich ein Remis erzielt habe. Zum allerersten Mal ein Remis mit dir! Darum, mein holder Schwarzer, hier meine Kampfansage an dich:

Für das, was du mir angetan hast, verlange ich eine Rechtfertigung von dir. Für jahrzehntelanges tiefes Leid. Falls du dich das traust, denn du bist der größte Feigling, der mir jemals unterkam. Ein Betrüger und Schweiger vor der Sonne. Du bist weniger noch als nichts, nur eine Ausgeburt der Hölle, nur ein weiterer Teufel in dieser Welt, auf dieser Erde, dem Einhalt geboten werden muss. Dein Opfer hat sich stark gemacht, hat trainiert, für diesen Kampf mit dir. Das, obwohl dein Opfer Gewalt hasst, durch und durch ein Pazifist ist. Am liebsten wäre es mir, du würdest einfach still Leine ziehen und dich aus meinen Träumen subtrahieren. Dann bräuchte ich keinen Dreck zu machen mit dir. Welches Säuberungskommando räumt anschließend auf meiner Traumstraße das weg, was ich von dir übrig lassen werde? Ich habe die Geier und Raben der Dachmas vom Malabar Hill  schon gerufen und ihnen Futter in Aussicht gestellt. Ich baue dir ein eigenes Dachhma, einen Turm des Schweigens, was hältst du davon? Fange ich gleich heute mit an. Jeder einzelne Stein steht für einen meiner unzähligen Schmerzen; Leiden und Tode, die du von mir über Jahrzehnte eingefordert hast, als sei es dein verdammtes natural born angestammtes evolutionäres Erbrecht! Ich werde deiner Leiche einen hohen Turm bauen, damit dein schwarzer Geist endlich befreit wird und wieder ins Licht zurück kann. Vielleicht gibst du dann endlich Ruhe, böser Geist und lässt mich wie auch andere  ein für allemal in Ruhe.

Bis zum nächsten Mal, schwarzer Mann. Ich freue mich schon, dir ein weiteres Mal zu begegnen.

Ich werde  dich nicht suchen, doch wenn du wiederkommst, bin ich da und stehe kampfbereit.

Es wird Zeit.

Eins, zwei, drei, schwarzer Mann, versteck dich lieber schnell!

Schau in den nächsten Morgen: Die Sonne steigt, so schmerzend lichthell.

——

An einem Sommermorgen wie diesem 

Noch Traum noch du darin dein armseliger kleiner Vorstadtkrieg und dann das frühe Ende der vorzeitigen Nacht, die salzverklebten Augen, im Kopf hebt gerade eine Boeing 747 ab, es ist eine Entführung, muss eine sein, ein Terrorakt und der islamische Staat ein untherapierbares Kind mit mindestens ADHS und hyperkinetischem Stressyndrom zusammen, zum Kuckuck, schreit Freud, alles ist therapierbar, verdammt noch mal alles und Osama Bin Laden kam als Kind nicht über den Verlust seines Lieblingskamels hinweg und verfluchte Allah dafür und das ist der wahre Grund für das Zurückbleiben des demografischen Wandels beim islamischen Staat. Alles ist zu verstehen, ist Psychologie und Alma Mater kotzt im Moment bloß noch und niemand will was davon wissen und alle wollen shoppen gehen und auf faltenlosen Events spenden gehen und dabei positiv denken bis es auch den letzten Arzt die abgeschriebene und geklaute Dissertation den schnell im Internet fratzenverhetzten Ruf kostet. Nach den Nachrichten das echte und ehrliche Erwachen dann noch einmal aufs Neue und dann das Setzen und den Kopf von vorn und hinten mit den Händen festhalten, der Schrei von Edvard Munch werden, doch keiner, der fassungslos seine Verzweiflung mit zugehaltenen Ohren herausschreit, sondern einer mit gefletschten Zähnen wie ein wütender Affe. 

*

Der Kupferkessel ist blank poliert, er schimmert und spiegelt rosagolden meine klitzekleine Welt wider. Ein Gefühl des Erkennens, die groteske Wahrheit neuer Toter und das viele Nachdenken der anderen. Eine tote Motte auf dem Küchentisch. Irrsinnigerweise heule ich um ihren Tod, er ist im Moment noch ein Zehnfaches größer als sonst. Ich bedecke den Winzling, leichter Aschehauch mit Beinen mit einer Träne und bestatte ihn dann respektvoll in meiner leeren Kaffeebohnentüte; tu noch eine Rose bei und einen Lavendel. Die tote Motte wiegt ganze Menschen auf, ist mehr als eine Kerze, wird mehr als klein, ist ein Schocksymbol. Dann besinne ich mich und lege sie so respektvoll es mir möglich ist zum Müll. Zünde mit Kleinkindgedanken die Kerze neben Buddha an und frage ihn wohl zum tausendsten Male welche Farbe Allah hat und ob Wahnsinn nach alten vertrockneten Popeln schmeckt. Heute wünsche ich mir ein Miniquantum vom extra heilenden bitteren Handal konzentrierter Wüstenweisheit auf meine offene Wunde, damit sie sich schnell schließe. Dann mahle ich die frischen Bohnen, die ich in einer 100 Jahre alten knallrot lackierten Kaffeemühle zermüllere und in einer italienischen Kaffeekanne auf dem Herd dampfbrühe und schwarzcremadolce auf dem Balkon im Schaukelstuhl genieße. Trendy fühlt sich heute zeitlos. Lieblingsweise ist es dabei Sommer, der Lavendel umhaucht die Peripherie der Blumenoase, die Vögel piepen, erste Sonne flasht mich mit Morgenrot bis ich brenne vor Seligkeit. Nur ein Augenblick davon weidet mich bis ich wieder jung und grün genug geworden bin, um diesem Weltwahnsinn standzustehen einer verlorenen Ordnung denkend und dennoch dankbar für eine Ordnung in ihrem kleinsten Maßstab und Motiv. Eine Gesinnung in vielen zu sein, sich in den anderen mit Vertrauen bergen im Mut einander gut tun zu wollen. Nein. Sie stehen leider nicht wieder auf. Es ist kein böser Film, es ist kein Videospiel, es ist kein Alptraum. Es ist das Gespenst des Friedens, der leibhaftige Spuk einer entarteten und pervertierten Realität, die von Geld regiert wird. Doch ringsum stehen andere mit offenen Augen, sie sehen und hören gut, sie sind wachsam, es sind die Gefährten, die Verbündeten. 

Es ist Sommer und für einige Menschen wird es der traurigste Sommer ihres Lebens werden. Mein Herz ist groß und weit genug, damit alle darin Platz finden. Ich mache Ausdauer- und Kraftsport, damit sich mein Herz weitet und wächst, damit ich stark genug werden kann, um jeden, der es sich wünscht unter die Fittiche zu packen und mitzunehmen und sei es in den Morgenmoment meines ambivalenten Sommermorgens, in eine friedlichere Stimmung als diese, die aus politischen Köpfen Rauch- und Stinkbomben macht. Es ist gleichermaßen schön wie grausam um meine Unwissenheit zu wissen. Darin ruht jede Menge noch unbewusstes Kraftpotential. Es findet sich Wasserperle zu Wasserperle zum perpetuummobilen Weltspiegel in einem limnischen System an einem Sommermorgen wie diesem.

Fatum Atem

 

Verwunschenes Gefühl. Herbstglut im Blut. 

  
 Entlaubtes Herz vorm vom Licht enteigneten Himmel. Warme alte Seelen an den Händen haltend. 

  
Vertraute Stimmen, hoch die Wege. Wiegend gegangen, wild wie ein Tier. Schritt für Schritt steil voran. In fließender Mitte. 

  
Ruht auch die Angst in den schwarzen Tannen. vorm letztem Licht. Kein Zagen, kein Bangen. Siehst mich nicht.
  
Im lezten Stück ein Kleingeist Dunkelheit mich neigt. Weigere mich schweigend im Fatum meines schnelleren Atems.

  Finde die alten Wege im Berg immer. Springe bergab mit der Kraft der Kindheit. Zeit rast sich im Duft der Erde überholend an mir vorbei. Ein Blatt weht vom Baum, verendet vor meinen Füßen. Gelbzackig süß, unendlich frei zu sein was es will. Ich halte im Lauf inne, stehe still. Nehme es auf und streichele ihm den Tod aus den Adern. Tadele es sanft. Wer wird denn hadern?   
Vergängliche Wunden heilen von innen nach außen in steter Bewegung. Inniges regeneriert unaufhaltsam in jeder Regung Bist du mit dir allein wissend. Ein Nächster grüßt, hat dich gesehen. 
  

Wie tote Blätter vor Füße wehen. 

  

Bis das Maß voll ist

  
In deine Augen weine ich herbstrote Blätter; in meine kleine Ewigkeit den kurzen gewaltig großen Trost randvoll betrachtet im Wellenmaß haltlos umnachtet als ich in dich vollkommen komme suche ich Frieden im Glanz deiner Stadt vor den offenen Toren; liege ich im Sand das Wasser aufgebraucht die Tränen vergoren verbrannt und verloren in all dem was du bist, wirst du in meiner Erinnerung Schall und Rauch. Ist es der Mond der mich mit meiner Blöße bedeckt ist es dein abgewandter Blick der mich erneut aufschlägt als ich erkenne, dass jede Träne die ich dir einst schenkte Trugs flüssiger Schein ist, der nichts vergisst. Ich renne in meine Vergänglichkeiten zu dir und komme bei mir an. Am Ende kreise ich über der strukturellen Zerstörung in einem neuen Anfang. 

Du nimmst mich im Zwielicht meines Wissens und reißt mich auf bis auf den tiefsten blassesten Grund. Ich werde wild, singe dir ein Kriegerlied vom Leben, vom Lieben, vom Vermissen, schlage dir entgegen, werde in deinem Begehren gesund. 

Bis das Maß voll ist will ich leben, will ich lieben, will ich geben. Alles was ich weiß schenke ich dir. Das Alte und das Neue. Das beständige und treue. Das was nicht ist und noch wird. Das Ungewisse, das eine neue Zeit gebiert. Das Harte findet das Weiche im unermüdlichen Umkreisen rund.

Einsam geht es sich auf unvertrauten Pfaden. Herbst ist ein Lied: blau wie Blut, bunt voll Gier, fahl wie die zarte Haut an deinem Hals, in den ich so gern beiße. Zukunftsangst ist ein wütendes Tier, Ressentiments will es wie Impalas auf der Flucht in hohen Sprüngen reißen. Ich will es wegbeißen. Habe es sämtlicher Illusionen beraubt. Wer träumt, der noch glaubt.

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