Mein blauer Vogel

Mein blauer Vogel,
deine Federn sind
aus blankem Stahl geschliffen
ich streichel sie mit Bedacht
wie die Knickgrate
auf deinen Sofakissen
das wäre doch gelacht!

Mein blauer Vogel,
deine wasserhellen Augen
sind zugleich Dunkelgrund
das Gegenteil von gelassen.
doch weiß,
stelle ich mich deinem Blick,
machst du mich gesund. 
Du bist eine Sozialplastik
zum Begreifen und Anfassen.

Mein blauer Vogel,
der Weg ist noch weit,
doch wir halten uns an den Flügeln.
Ich muss gut aufpassen, dass ich mich an dir nicht schneid ‚
in deiner Tümlichkeit
kann ich mich bestens weiterklügeln.

Mein blauer Vogel,
deine Schönheit ist groß
und viele können dies nicht sehen.
Nur ich, dein Kleinherzgernegroß,
will dich immer ganz verstehen.

Mein blauer Vogel,
wie stolz du bist,
wie kann ich dich nur erweichen?
Ich zärtele deinen Messerstahl.
Das muss einfach reichen.

Die Weberin

50 Liebes-Sonette für Frey’ja
Numero 13

Dann ist es wieder nur ein Anfang, so ein feiner loser Faden, 
von dem du dich fragst 
ob du seinen Anfang oder das Ende zurückverfolgst 
während du ihn in den Händen drehst, fühlst und windest 
und froh bist, 
den Faden,
wenn auch befangen, 
doch immerhin gefangen zu haben 
und das alles ohne zu wissen wofür warum kennen
heillos verfangen in all deinem Blindlichtergewirr
zu verängstigt
deinen Namen noch laut auszusprechen

Wände haben Augen
die Luft Ohren
Pflicht spricht

Um dich herum schreit nach mehr Zeit das Licht sucht auf
den tiefsten Grund nach mehr Weisheit. 
Die höchste Höhe produziert die tiefste Tiefe. 

Dann ist es wieder nur ein Ende, 
verendet, 
beendet es, 
entendet den Anfang in Unendlichkeit. 
Es kehrt sich um und um.

Dann ist es wieder nur ein Anfang, 
so ein feiner loser Faden. 
Nimm ihn und webe stumm.
Sei es drum.

noch einmal intensiv

50 Liebes-Sonette für Frey’ja

Numero 11

blühen, verwelken, vergehen, verwehen

ist in allem

alles feuer kaltet
irgendwann aus
gefühle überaltern
der tod der theorie
herrscht im haus

wer versteht
für sich
die blutige glut
immer wieder
neu zu schüren
treu wie wichtig sich bedenkt
immer wieder
neu
zu verführen
liedert selbst im ableben gut

singt sogar noch
dem tod
sein geschenk
sei es auch noch so
mickrig zittrig bangtief
aus dem bauch
in dem es vorher
frei und ruhig schlief

bleibt es doch
lebens abschiedsdank
noch einmal intensiv

Anima

Dies alles fing ich im Möwenschrei:

die Sandläufer auf

dem Salz deiner Haut

den bewegten Horizont

als Meeresgischt um meine Füße

Daseinssüße ein Wellenlaut weit

mein enges Kleid um meine Hüften

schwingend wie das Wasser selbst

der ozeanisch weite Geist

mit sandgeläuterten baren Füßen

fließen in kleinen Strudeln

auf deinem Land

sind meine Haare der Wind

wie er sich zeitweise fängt

in der Wärme deiner

ihn umschließenden Hand.

—-

Kai

Wer einmal Teil 
von einem war 
geht niemals ganz.

Das Gute bleibt
das Schlechte will 
sich auch verstanden wissen.

Dazwischen liegen die Distanzen 
weiteren Vermissens

es ist gut, lass so sein
was immer ist im Fundament
ruht still und zeitlos
die Gewissheit

sie ist wirklich ewig
geschmiedet aus Taten, Worten, Tränen, Treue

wenn es Dir, Verstand,
auch in die Quere
schießen mag,
befehle ich Herz, Dir ,Seele: Singe! 

Auf dass es gelinge und es gehört mehr als die Gewissheit im Vertrauen dazu, aus Eiswürfeln das Wort Ewigkeit zu legen und dabei nicht zu wissen ob Gerda kommt und für Dich weint.

doch

Liebe Blogfreunde,

Ich weiß, es ist Karfreitag.
Ich mag aber kein trauriges Gedicht posten.
Heute lieber Licht und Herzlyrik.
Für alle, die das gut brauchen können.

Liebe Grüße von der Karfunkelfee

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deine sorgen kann ich dir nicht nehmen
doch deine augen küssen…
deine dunkelheiten kann ich nicht sichten
…doch dich in meinen armen halten

deine wünsche kann ich dir nicht erfüllen
…doch deine heitere idee will ich sein
deine träume von uns
kann ich nicht deuten…

…doch ich habe sie auch

—-