alma’s ros

starkfrequentes gleichstromrauschen
wasser mäßig
rinnt vom dach  dunkel

es donnert          der baum da

weint sich in düstergrau hinab

in strömen

auch das
trübe
fensterlicht  sprich –

tränen sind der reine tau der seele
in der gosse vergangener liebe.

Advertisements

Im Schnitterwind

Liebe blogfreunde,

Heute ließ ich mich hier bei Ulli und Art of Arkis beeindrucken. Danke, Ulli und Arkis!

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag 

Wünscht die Karfunkelfee

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Noch kapriolieren Schwalben im Kunstflug, auch der Zilp-Zalp applaudiert noch. Die lustigen Stare verabschiedeten sich als Erste Richtung Süden. Im Licht fließt Schwarz, der Wald nach dem zu kurzen, zu wenigen Regen duftet stark und voll. Jeder Tropfen ein welkendes Blatt, gesammelt für den Wintertrost in verklebten Laubpfützen. Die Raben und Krähen, das ganze Jahr Normalbürgerliche verwandeln sich in Zauberer. Krächzend nehmen sie die nördlicheren Winde in ihre Pflicht zu wehen bis zum nächsten hell grünenden Frühlingsschrei.Eine schärfere Klinge führt der Schnitterwind, er senst durch goldene Felder, trennt Spreu vom Weizen, fegt um Häuserecken, fröstelt zu nackte Beine hoch, fühlt sich alleine.

Nachts bauscht er stöhnend, laut atmend vorm Fenster die Gardinen auf. Je früher er im Morgen tagt, desto früher jagt er den wilden Roland am Abend los. Es gleicht sich aus: Blauschaum mundet Rosigblut in Abendtot. 
Rote Äpfel und Pflaumen fallen mit hohem Stellenwert überreif von Bäumen. Überjähriges kühlt die Luft mit Raureife, in den Krügen schäumt der erste Wein des Jahres. Der Kauz verlässt jetzt jede Nacht seine Waldkirche um kleine abtrünnige Kirchenmäuse zu fangen und aufzufressen. Die Buchenlichtung bleibt ein mysteriöser Ort, die Sommerfedern, die er als Medizin gegen den Kater da ließ, sammelte dieses Mal der wirklich Hinterallerletzte der Mohikaner ein. 

Nur die Kiefern stehen unverändert in ihrem Frühlingsmädchenschein, sie tragen dicke Zapfenzöpfe. Noch Erntezeit, die schwarze Flamme Düsterleer bleckt noch weiter hinten, noch still die Sonnenzeit im tiefen Stand vor den Sturmräubern mit den Hauben über dem Kopf. 
Das kleine Blasshimmelblaue ist jetzt erwachsen geworden und trägt schon wilde Indigoseide, die Ozonlöcher werden mit Kondensnebelstreifen kaschiert. Ein langer Winterschatten wirft sich vor das Land, es ist zu müde zum Sprung darüber geworden, liegt ernteträchtig auf der Seite. Die Nabelschnüre der Drachen verbinden Himmel mit Erde, duftig leuchtet ihr Bunt an klaren Tagen über den Stoppeln gut rasierter Felder. Herbstkinder spielen mit dem Traum des Fliegens Ewigkeit. Sie werden ihn fangen und  festhalten wollen. Bald ist Oktober.

(Bildquelle: N. S.)

Seide des Tages

Des Tages kühles Seidentuch, der Wind wirft glänzende Falten, ein Träger in Lavendelblau für besondere Tage scheint die Sonne auch unter den dunkleren Wolken hervor ist sie eine Zeitrafferillusionistin an einem verwunschenen Ort im wandernden Muster des Lichtes auf Schatten in den satten nassen Bäumen schmeichelt Regen tanzt weich von Blatt zu Blatt in die Gelenke setzt die  Füße unter Spannung atmen ein die sanfte Asche der verbrannten Träume hebt das Tuch das lavendelblaue Seidentuch wie es nach alten schönen Sommern duftet und jeder flüchtige Traum war eine andere noch schönere Braut oder war es nur der Wind das Kind der Luft im Verwehen an der bloßen Schulter kurz den Schleier des Vergessens reibt bis das Verstehen auch die letzte dunkle Kluft erreicht und das Erkennen die krustige Trauer aufweicht wirft des Tages kühles Seidentuch glänzende Falten und flüstert dass es vergehen will. Ich will es gar nicht behalten  lege es um mich halte für die Weile die der Wind mich lässt in seinem Moment inne und ergebe mich ihm still.

Zwischentöne


In jedem Sonnensprenkel fand ich Klang und Ton in meiner vagabundierenden Obsession. In losen Klavierfolgen sternte ich die kleinen weißen Blüten wach und sog in der vom Regen gereinigten Luft herb linnenen Schlehenduft wie ein Lächeln auf eine Frage ohne Antwort. Sang dabei dem Ort einen geborgten Morgen, der ein spontanes Zeitfenster in den Ideen von dir schuf und erweckte. Es war mir, als ob dieser vermaledeite Kuckuck mich obendrein auch noch neckend rief, doch vielleicht träumte ich das auch nur. Als schliefe meine innigste Natur im satt getränkten Moos auf einem Stein und wurde zum stecknadelkopfgroßen Bauchgefühl in deinem komplexen Dasein. Meine Seele der Spiegel dieses Sees zu meinen Füßen. Tiefblauer Grund lässt sich von Bachwasser speisen und ineinanderfließen.


Hellgrün das Jung, asiatisches Aquarell führt den Blick zum Quellgrund. Steil und schräg umwalden gold gelaubte Ufer raschelnd grüne Blattpunkte, getupft zwischen Zweige. An diesem Ort neige ich mich hoch zu dir. Und ich vertraue dir an: genau hier starb vor langer Zeit eine Hoffnung, sie ist eine herzliche Erinnerung.


Die Stille dieses Schutzgebietes nordet mich neu ein, sie will mir ein heiliger Kraftort sein. Mir schmutziger Religionsfreier, mir dunkler Lichtfrau. Ich nehme es nicht so genau mit Dogmen. Ich glaube an die Sonnenkraft und daran, dass Licht Leben schafft bis es uns dahinrafft, uns ewig unser Glück im Lebenszweck Suchende. Dieser See liegt vor mir wie ein offenes bewegtes Buch, an diesem besonders beliebigen Tag aufgeschlagen.

Die dicken Karpfen sehen mich am Rande stehen und treiben glasig hoch. Gleich schwarzen Stämmen ziehen sie unter dem Wasser her wie unter einem blank gehämmerten Silbertuch. Es war ein Bild, es stellte dar bewegtes Meer im Kleinen. Dessen Unruhe dämmte mich schließlich ein. Ich wurde eins mit ich und du. Das Licht spielte ruhig mit dem Wind in den Ästen. (Unnötig zu betonen, dass es ein Westwind war, ist klar…) Nur eines wichtig: Ich war dankbar, meine Schwärze in diesen lichten Moment zu gießen, dabei zu wissen, dass er meine große Nacht ganz in sich einspiegeln konnte, weil er groß genug dafür war. So groß, dass sein Helles mein Dunkel überlichtete, meiner Sehnsüchte  Lärm in seiner windigen Stille verwahrte. Manche Momente wie zarte Sonnensprenkel, auf der Wege blühendem Klang. Lose Klavierfolgen in melancholischem Überschwang begleiten meine Schritte, meine vorsichtigen und umsichtigen, doch dabei nachdrücklichen Tritte. Fühle mich blühen, in mir dieses tiefe unablässig dunkelrot heiß sengende Glühen. Minimalistisch klein reduziert im Rotpunkt des ersten Morgenfrühen in seinem leicht melancholischem Beginn in jenem Moment wenn die Sonne aufsteigt. Zeigt sich der Zauber der Zwischentöne in einzeln verklingenden Sonnensprenkeln auf  vertrauten Wegen immer wieder  in scheinbar unwillkürlich gesetzten Akzenten. Da war es wieder das Leben, das mich in seinen schönsten Liedern berührte und umfing. Will sagen, es war erst Tagesbeginn. Im Spiegel des Sees verschwamm friedlich Sinn, Sein und Sorge, das Wasser umspielte meine Füße kühl und sacht. Ich legte alles Gefühl in die Melodie dieses Pianomorgens. Dabei habe ich in mehreren losen Folgen auch an dich gedacht.

——

Aus den Geist(er)geschichten: Lange Rampe

Für P.

2015/01/img_6880.jpg

Im schweigenden Wintersonnenaufgang, dem Vorglühen des Tages, ist der Schmerz ansteigend wie diese verdammte steile lange Rampe, wie du die Steigung am Berg nennst, mit kaum noch Luft in den Lungen, Schwindelgefühlen, resigniert schiebend, Luschengefühle, Versagerclub.

Dennoch, wenn auch ungloriös, erbärmlich am Berg auf dem kleinsten Ritzel verreckt, trotzdem angekommen in den Gipfelimpressionen, aussichtsreich, so weit wie diese dämlichen blauen Berge in dem alten Wanderlied und wir kommen genau von dort her, Gott hilf mir, ich brauche den unverwüstlichen Herrn Fischer mit seinen Chören, der könnte das hier jetzt fröhlich ins Land hinaus schmettern.

Dann die rasende Abfahrt, die Ahnung um zerbrechlich Rad und Reiter. Doch auch der Rausch der Leichtigkeit, das jubelnde Herz.
Vergangen der Zweifel, vergessen der Schmerz.
Im Schweigen die von sich selbst befangene Unwissenheit, die allen Unvertrauens tiefste Ursache und Natur ist.

Nur der Verstand wiegt ein Schweigen in Worten. Die Seele kommuniziert unablässig, ungebunden in einer eigenen Sprache in allen Zeiten und an allen Orten.
Meine Seele scheint nicht schlafen zu wollen doch auch sie muss, wie ein müder Körper auch, für ein neues Tagwerk ruhen, braucht neue Kraft, für neues Tun.

Das Schweigen legt sich in eine noch offene Wunde, das Menschliche, Einsame, wie ein essiggetränktes Tuch.

Ich hebe es sanft an, das Schweigen, wie mein leichtes schnelles Rad, bevor ich es zu einem Ausritt geschultert, alle vier Etagen hinuntertrage und nicht nach der Zahl der gegangenen Stufen frage, sondern nach der Zeit, die ich brauchte, bis ich unten angekommen bin.
Es sind auch strahlende Momente und lachende Sonnentage im Schweigen.
Die Luft riecht nach dir und mir, nach all den anderen, die wir auch noch mögen und den Vögeln fällt gerade nichts zum fröhlicheren Besingen ein, die Frühjahrsblüher, die ersten, suche ich für dich.
Ein Zauberspruch im Winter:
Hamamelis heilt.
In Sonnengelb.

2015/01/img_5090.jpg

Bilder: Klickmichgroß

Im Winter

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/5ce/35671508/files/2014/12/img_6237-1.png

Windworte, eines so anders fremdverständlich wie das andere.
Die Birken hielten heute Nacht nicht länger fest, sie ließen auch das Letzte los, nun klirren ihre Zweige ohne Resonanz.
Die grauen Wolken schluckten den Mond auf und haben einen dicken Wanst.

Der Weg ist schmal geworden, die Mittellinie blätterverwischt. Es geht sich vorsichtig die Füße setzend im Frühmorgendunkel.
schweigt die Siedlung noch, nur der Wind fegt um die Ecken, ist nordisch kalt geworden, flüstert sich heiser unter den Schal in die gut geschützten warmen Ohren.

Kind kickt Pfütze weg, erschrocken spritzt sie zur Seite, spiegelt verzerrt und beunruhigt den Himmel, die Bäume, verliert vor Schreck für den Moment einer Weile, alle ihre Wasserfarben, schäumt in kleinen Wellenkronen und wird zum kleinsten Binnenmeer.
Ein Ozeantraum.

Die langen Kieferntannenzapfen sind fest geschlossen, es wird weiteren Regen geben.
An den Hainbuchenhecken
behütet von den toten harten Blättern, die neuen Knospen.
Hinter ersten frühen Fenstern kleine zaghafte Weihnachtslichter, verschlafen verschlossen die Gesichter dahinter, im Winter.