alma’s ros

starkfrequentes gleichstromrauschen
wasser mäßig
rinnt vom dach  dunkel

es donnert          der baum da

weint sich in düstergrau hinab

in strömen

auch das
trübe
fensterlicht  sprich –

tränen sind der reine tau der seele
in der gosse vergangener liebe.

Filterlos

Resonanz  für M. 

Erdbebentage im Wechsel mit Stunden, endlos lange öde Wege, im Nachhall verzittert, in den Momenten ausgesessen und die unbespielte Leere über weite Felder geführt. Eingefroren, ständig frierend und gefangen im Eis, keine kleinste Welle erschüttert den Kerkerfels. Ein Lachen, ein Kann, ein Soll, ein Muss. Die Augen der anderen und in ihnen zauberhafte Augenblicke silbriger Unbeschwertheit. Das Leben der Dompteur der Katzenzeit, in der alles ausgelichtet sein darf in die instinktive Sensorik heißer freudiger Empfindungen. Der Himmel meerblaue Leichtigkeit, die sich in die Magie einer schwebenden Leere verführt, nur ist dieses Mal die Leere warm. Dieses Schwanken zwischen Donnerhall und Schmetterlingsflügeln. ,

Wie eine Motte mit  Ikaruserinnerungen und aschenen Flügeln zu sein, verloren in den Idealen  der Welt draußen. Gleichzeitig alles sein wollen und dann wiederum bodenlos zu fallen, sich ein ums andere Mal die Flügel zu brechen und lange Heilungszeiten zu brauchen um den Weg aus dem Bodenlosen zurückzufinden. So, als würde man versuchen wollen aus dem tiefen Fall heraus die Kräfte umzukehren und aufzusteigen, kurz vor dem Aufprall. Ein Kampf wider die Schwerkraft, der die physikalischen Gesetze gegen sich selbst richtet. Ins Licht zurückzuschießen und davon überzeugt zu sein, die ungeheuren Fliehkräfte bewältigen zu können, die dafür sorgen, dass die Bremsen dann doch wieder rechtzeitig versagen. Dabei lauter Brandbilder im Kopf, Flashbacks, die unausgesetzte Erinnerung ein reißender Strom in die Vergangenheit, an deren Ende der freie Fall steht. Wochen, in denen dem Willen Erlahmung droht,  ein zu Tode verwundeter Lachs, der flussaufwärts gegen Stromschnellen kämpft. Die Bilderflut der rosatransparenten Schuppen, die sich zu Tode trudeln bis in alle schwarze Ewigkeit. Die Seele rohes Fleisch, ein winziger rotwunder Punkt in den Schlachthallen der Moralisten, der Positivisten und der optimistischen Oberflächenfanatiker. Vektorwünsche, die nach Resonanzen auszielen, noch immer mit Kraft geführt. Sehnsucht nach Berührung, die die Graupanzer durchdringen kann. Das angeborene Übermaß an Zärtlichkeit, das im Herzen steckt wie ein vergifteter Pfeil. Herausziehen hätte das sofortige Verbluten zur Folge. Die Federn am Schaft zittern bei jedem Pulsschlag mit. Überall Reizstrom und zuwenig Filterung, der Kopf fühlt das sich anbahnende Desaster und will mit dem Körper entfliehen, so schnell es geht, um sich zu erden und den Teufel zu schlagen. Das Gefühl ist allein. Es schaut sich ständig um nach anderen. Manchmal fühlt es sich auch verfolgt, ist unbeweglich, sieht sich ausgeliefert an Meinungen. Es ist so schwer sich zu erkennen, wenn man sich selbst zu nahe steht, vor allem in den Tagen des Donnerhalls und in den Stunden, in denen jede Meile eine Erkenntnis drischt, zäher undurchdringlicher Landnebel, ein Sack Untröstlichkeit, wie ertränkte Katzenkinder. Das Blut auf wechselnde Geschwindigkeiten eingestellt, von hoch motiviert bis kataton die Leere ansingend in einer stummen gequälten Elegie der endlichen und und dabei in ihrem Ausmaß unendlich sich ausdehnenden Einsamkeit.

Das Heil der Zwischenspiele auslotend in den Extremen des Alltäglichen. Immer wieder dieselben bohrenden Fragen, die gleichen Gedankenspiele, mit allen Nerven sich Befreiung und Enthemmung wünschend in den erzwungenen Strukturen und Arbeitsfeldern, die die Normalität festhalten und in alledem dieses unerträgliche Wissen, dass Normalität kein definierbarer Begriff ist und sich von einem Mottenflügelschlag zum anderen in ihr Gegenteil verkehren kann. Das Schicksal sehen und begreifen wie den härtesten Lehrer der Welt und stumm darum bitten, dass es gnädig bliebe in alledem, was schon hart genug scheint. Das entwertete und zerfaserte Wissen, nichts zu sein, nichts werden zu können kann sich so rasiermesserscharf schleifen, dass es um zu leben, sogar dazu bereit ist, zu sterben. Tonnenschweres Wissen um das Risiko überlasteter und schließlich durchgeknallter Sicherungen. Es auf der Spitze des Zeigefingers balancieren; so leicht wie einen aschenen Mottenflügel, der einen Sturm auslösen kann.

—-

(Beitragsbild: Noel S.)

Im Stimmen

klickmichgroß
IMG_6994

Im Fang warmer Strahlen, friedliche Sonnenbeute.
Hellrotes Hellgrünes hinter den Augen im Streichen über die dünne Haut der Lider.
Fleischfarbene Reflexe, warm im Gesicht, zärtlicher Vorfrühling.
Luft schmeckt wie frischgewaschen, das große Stimmen der Natur noch leise und verhalten, nicht alle Töne treffend, eher melancholisch wie die fahlen Wiesenschatten, neben leeren Parkwegen oder der Schimmer von Schnee und Licht oben auf der Kuppe, im Ostwind.
Der Winter war weit gereist, er nahm all die fröhlichen Stare mit in den Süden.
Doch der Dompfaff blieb.

Sturm

IMG_5697-0.JPG

Singt Sturm
in den Ohren
johlt, klingt spöttisch
hebt die leichten Blätter
hoch in die Luft
lässt sie wieder fallen
dass sie sich auch noch
die allerletzten Rippen
dabei brechen
Zerfall in allem.

Sturm schiebt
zieht an dem
was er finden kann
stößt Bewegliches herum
manchmal auch um
ungestüm, gedankenlos.
Himmlisches oder höllisches Kind?
Großer Wind.

Pfeift morphogene Echos
zwischen weiße Wände
macht ein grausames Lied draus
schert sich den Teufel
um alles und nichts
nimmt noch zu an Stärke
als ginge er
um sich Gewalt zu verschaffen
mit allen ihm
zur Verfügung stehenden
Mitteln zu Werke
in planvollem Chaos.

Draußen
der schwere Himmel
wie das Ende der Welt
in dem das eine oder andere Zerbrochene keinen Cent mehr zählt oder wichtig wäre.
Scheinbare Leichtigkeit
in den schweren heranbrandenden Böen mühelos aushebelnd
wegreißend
was irdischen Gesetzen unterliegt
im Auge des Sturmes fliegt
gegen die Schwerkraft
wider die Natur.

Gegen den Wind gelehnt stehengeblieben
bis er wieder
die Richtung
unvermittelt ändert
zu einer Phrase
der Unbeständigkeit wird
in hoch motivierter Wankelmütigkeit.

Kein Vogel
der noch freiwillig
in das Schlachtfeld
der miteinander ringenden Luftströme
in die chaotische Thermik aufsteigen will,
sie warten federanfedernah
in den schwankenden Bäumen still.

Allgegenwärtig
die Stimme des Sturms
selbst wenn er schweigt
in der Luft
in den Bäumen
tiefes Tosen
am Boden das Beet
mit den letzten
noch zartrosa blühenden,
doch nun
geknickten trotzigen Rosen.

Den Stoppelfeldern geschieht nichts mehr.
Sie waren schon tot.
Hinter Kahlbäumen
eine Art Abendrot.

Elster

IMG_5800.JPG

Siehst Du das Sonnenfanal?
Es zeichnete einen flammenden Tanz in das Blau der Stille,
überbelichtete das Nachtschwarz
bis es verdunstete

IMG_5804.JPG

Noch Häuser frösteln
weiß beraureift
schlafen sich
eng aneinandergeschmiegt
die leere Straße hoch
Dach an Dach

IMG_5797.JPG

Elster in Kahlbaum
im Schaum aller Tage
ist bereits wach.

Erinnerungen in Grün

Die Karfunkelfee ließ sich verzaubern von bildgewordener Winterstimmung, so intensiv und eindrucksvoll wahrgenommen, so dass sie nichts als Poesie für sie fand.

Daraus ist eine Zusammenarbeit entstanden mit meinem Blogfreund Autopict, dessen außergewöhnlichen Foto-Blog ich weiterempfehlen möchte, zum Träumen, zum Stöbern und Sich-Inspirieren-Lassen in Momentaufnahmen: http://de.wordpress.com/read/post/id/45316336/4694/

***********************************************************************************************************************

Image

Apfelbaum kahl verzweigt
vor rötlicher laubverwischter
Hintergrundperspektive,
warmabgewandt
in bläulichen Stichen
als wenn unter Kristall
tiefe Farben starr schliefen
Kälte knackt im Wald..

Image

Vor Birken
weißen Wächtern
ein winterschlafverträumter Karren
heim gefunden hat
es ruht, es friert, ist kristallin
zart pastelline zeit
winterverklärt
vom himmel schien
Raureifzucker
auf alle Farben fiel.

Image

Am Ende des Weges
die Dreiast-Synthese
unvollkommen vieldimensional
rau gereifter Dreifachsegen
will Frieden auf
ruhende Motive legen
in Erinnerungen an Grün.