Länger als du denkst

50 Liebes-Sonette für Frey’ja

Numero 17

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Für K.K.

Das spricht.
Warm ins Gesicht.
schließe die Augen.
Es kitzelt leisesacht hinter Lidern.
Es spricht.
Schon wieder…

Das lebt.
Hoch auf die Heißhaut.
Die Härchen flimmern höher
Es lebt.
Schon wieder…

Es lacht.
Laut für die Sonnenbraut.
Es prickelt
Schon wieder…

länger als du denkst.

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in der nacht 



träumte

hände häute 
leute haare 
vom zerstören
vom bewahren
wachte über
schwarzen fluren 
bannte alpdruckkreaturen
kämpfte 
schwer wie blei 
hörtest 
meinen schrei 
kamst zu 
meiner wacht

schlief schnell
in hellen
vollmondspuren
konnte deine 
stimme hören
wie sie sagte
sei
habe es vollbracht
ruhte aus 
an deiner seite
trugst mich 
in der
schrecken weite
durch die
grauenvollen zeiten 
dunkel ahnte
dein gesicht 
in der nacht 

Sieben Kraniche

klickmichgroß

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Mit den Kranichen kommt der Regen.
Dieses Jahr der erste, der den satten Geruch nach Land und Erde mit sich bringt. Er ist kalte Eisnadeln auf warmer Nackenhaut, er sticht im Gesicht.
Dennoch ist es ein Frühlingsregen.
Er duftet nach Kranichen, den südlichen Grüßen in ihren Schreien. Es sind heute drei große Schwärme und sieben tief fliegende Nachzügler, die es deutlich eilt und treibt, die anderen einzuholen. Sie rufen sich zu, helle klare Stimmen, die schwere vollgesogene Luft durchschneidend.
Die Sieben fliegen tiefer als der Rest des Schwarmes, sie haben mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Ihre Wintergefieder sind zerrupft und zerzaust, sie strengen sich verzweifelt an, den Schwarm einzuholen, werden immer wieder abgetrieben, gliedern sich immer wieder hintereinander ein, unablässig nach den anderen rufend, sich umschauend mit langen sehnigen Kranichhälsen, während sie in einer Linie über dem Bergrücken ihrem natürlich programmierten Kurs folgen.
Sie werden begleitet von dem alten Wissen, dass die Kraniche die Frostbrecher sind. Sie bringen die Wärme zurück, obwohl der Regen jetzt noch kalt ist, wie Eisnadeln auf der Haut.
Die Kraniche begrüßen das neue Leben mit dem verlässlichen Versprechen, das im Zauber ihrer Einheit liegt wie ein grünender Segen.

Im Stimmen

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Im Fang warmer Strahlen, friedliche Sonnenbeute.
Hellrotes Hellgrünes hinter den Augen im Streichen über die dünne Haut der Lider.
Fleischfarbene Reflexe, warm im Gesicht, zärtlicher Vorfrühling.
Luft schmeckt wie frischgewaschen, das große Stimmen der Natur noch leise und verhalten, nicht alle Töne treffend, eher melancholisch wie die fahlen Wiesenschatten, neben leeren Parkwegen oder der Schimmer von Schnee und Licht oben auf der Kuppe, im Ostwind.
Der Winter war weit gereist, er nahm all die fröhlichen Stare mit in den Süden.
Doch der Dompfaff blieb.

Dialogübung – Adventliches Buntgelichter (für Naomi)

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Mama, halt mal! Nein! Nicht das! Das da…
Nein, du verstehst garnicht, was ich will….
Nie verstehst du was ich will…ich hab gesagt die rote Mütze, nicht den grünen Tannenbaum. Grün – Rot…nein, das da ist auch nicht richtig, wieso denn…nichts verstehst du!
Menno…

Hey, auch Mütter können manchmal farbenblind sein, nun sei doch nicht so hart mit mir…
Schau mal, jetzt halte ich die Rote.

Die ist lila, Mama….

Da ist aber keine Rote mehr, wie wär’s mit einer Blauen…?

Boah, Mama…die ist hässlich!

Dann bastele ich noch zwei Rote und du machst an den Grünen weiter, wir haben nicht genug, schlecht verzählt…

Ja, Mama, du hast dich verzählt, nicht ich.

Wer hat gezählt, du oder ich?

Aber…aber du hast ‚Okay‘ dazu gesagt…

Mama, was machst du? Warum knabberst du an deinem Zeigefinger herum?

Ich habe, statt dem roten Sack, meinen Finger fachgerecht an den Falträndern pattexverpappt…und jetzt hab ich ein verklebtes Fingerspitzengefühl und das macht mich nabelo…

Du solltest einen Sack basteln und nicht mit Pattex spielen, Mama. Außerdem ist das giftig, außerdem knabbert man nicht an seinen Fingern herum, wie sieht das denn aus…?!
Sag schon, bist du fertig?

If muss noch …mhm..diefe Falz dort…

Mama, rede deutlich, bitte…

Blöde Rechtshänderschere, wo ist meine Linkshänderschere?
Hast du damit wieder den Barbies die Haare gekürzt?

Ich habe die nicht genommen, das war Noel.

Klar, der war das wieder…weil er jeden Tag bastelt.
Genau.
Oder sich den Pony schneidet oder die Fussnägel…

Mit deiner Linkshänderschere, Mama?

Richtig, das hast du grad als Möglichkeit benannt.

Hab ich nicht.

Doch.
Du hast gesagt, dass er meine Schere genommen hat und somit schließt du diese Möglichkeit mit ein.

Das ist doch völlig hergeholt und total unlogisch, Mama…

Eben. Es ist…unlogisch, das alles, total sogar.
Doch du hattest sie auch letztes Mal schon gemopst. Das Gesetz der Folge…das wäre total logisch…

Mama…!!!

Ich komme da oben nicht ran…könntest du bitte mal gerade..?

Moment, erst den blöden Glanzpapiersack da kleben…
aber jetzt…
…halt mal meine Beine fest, oh weh, die Fee…

Was hast du gesagt, Mama…?

So…hab ich gesagt, jetzt fehlt zum Buntgelichter am ersten Advent nur noch ein bisschen Schnee…